Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 52 (24.12.1840)
- Date
- 1840-12-24
- Page
- Seite 429 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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24. Decernber. 1840. Nt" 52. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Heraus gegeben von Dr. I« Ad. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen l1/, Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5 man subscribirt bei allen l'öbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Eremieur in Cab-ra. (AuS seinem Tagebuch?.) — lieber reu Traubrief. — Nachrichten und Korrespondenzen: Frankfurt am Main; London; Franko reich; Kirchenstaat; Wien; Gallizien; Großberzogtdum Baden. — Literatur: Damascia re. von L. H. Löwenstein. Cvemienx in Cahira. Errichtung der israelitischen Schulen. (Aus seinem Tagebuche.) Würdiger können wir den diesjährigen Kreislauf unsrer AnZalen nicht schließen, als mit der Grundsteinlegung zu jenem Neubau in Aegypten, der klein zwar und unscheinbar in seinem Beginn, dereinst in seinen Wirkungen hohem Ruhm ansprechen wird, als die urweltlichen Pyramiden in seiner Nähe. Ein unabsehbares Chaos' ist mit; dem Schluß des Jahres 600 der Synagoge , durch den Nus: Es werde Licht! zu einer neuey Welt geworden, undeine Menge der Geister so lange in tiefer Finfterniß sich selber unerkannt und thatenlos tjmherschweifend, treten ein in das heitere Leben und vereinigen ihre Stimmen zum Preise des Herrn. Das ist die kurze Geschichte der ersten Woch^ unftss neuen Jahres in Mizrajim, dem Sitz de/Pharaorren und dem uralten Boden der Wunder- Ein Tag ist aufgegangen von Westen her, und der Morgen wird einst dem Abend danken für die edle Vergeltung empfangener Güter. ^Die Zeit hat diese Vergeltung gereift; nach allen Punkten des Morgenlandes sendet die Sonne Europa's ihre Strahlen zurück, in die Gegenden, woher in grauer Vorzeit tieft Offenbarungen des einzigen Gottes vordrangen, um die Schattengcbilde menschlichen Wahnes zu verscheuchen und die Götzen zu vernichten; europäische Bildung und Sitte kehrr in's Vaterland der Menschheit wieder, und ein Frühling des bessern Lebens bricht heran in den erstarrten Gebieten des trägen Asiens und seiner Kinder in Afrika. Die Zeit har diese Früchte gereift, sie hat ihre Organe im Weftlande entwickelt und ihnen Kraft und Wirksamkeit verliehen. Für unsre im tiefen Elende schmachtenden Brüder hat sie durch den Hülferuf von den Ufern des Euphrat her zwei Männer geweckt, welche Rettung brachten und Sicherheit, aber auch zugleich die Fackel aufsteckren zur Leuchte für kommende Zeiten. Verherrlicht wird dies Jahr bleiben in unfern Annalen, verherrlicht mir seinen Schmerzen und seinen Geburten. Gern werden unsere Leser noch einmal den Blick dorthin wenden, wo die Aussaat gestreut worden für künftige Pflanzungen, und wo eine wahrhafte Erlösung der Gefangenen erfolgt ijft Wir achten es groß und rühmenswerth, daß edle Herzen sich verwendeten, um die Unschuld zu vertheidigen und den Leidenden Hülfe und Ruhe gewährten, daß von oben herab ein Machtwort erzielt worden, welches die Stürme beschwörr; aber wir achten es größer und rühmenswerther, daß die hochherzigen Kämpfer herabftiegen in die niedrigsten'Hütten des Elendes, um hinwegzuräumen alle Hindernisse des besseren. Gedeihens,