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Israelitische Annalen · 1840-12-11 · Heft 50 (11.12.1840) · p. Seite 420

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 50 (11.12.1840)
Date
1840-12-11
Page
Seite 420 (sequence 8)
Language
German
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420 Aer doch die zu besprechende Geistesrichtung der Juden mehr angehört, als den wenigen römischen Besatzungen in Persien und Svrien, und des Christenthumes gar nicht erwähnt wird. Durch diese Auslassungen werden zwar die angeftellten Betrachtungen in sich konsequenter, sie verlieren aber offenbar, wenn man die Geschichte genauer ansieht, an innerer Wahrheit. Treffender bezeichnet der Vers, den Gang der jüdischen Religionsbegriffe und die immer starker werdende Idee von der Gottheit und ihrem Verhältnisse zum Menschen Die römische Welt suchte durch den Verstand die Wege zum Heile, die Juden hingegen zogen sich in's Gemüth zurück, und fanden m der Mystik die gewünschte Beruhigung und Erkrästigung. Dies wirb der psychologischen Thatsacke zugeschrieben, baß der Mensch in Noth und Drangsal im Dunkeln und Hoffen seinen Trost sucht, daß aber die Verehrer der Götter eben wegen des sich mehrenden Unglaubens denselben nicht erlangen-konnten, sondern den Funktionen des Verstandes zur Beute wurden. Und das hat denn auch einigen Grund; obwohl die Eeistesrichtung, welche hier beschrieben ist, schon im P h i l o ausgesprochen worben und sich viel früher unterm zweiten Tempel offenbart, so daß nicht gerade der Einfluß der römischen Waffen als die erste Ursache anzusehen ist. Zweitens wird die Jn.t eiligen; der damaligen Juden in Erwägung gezogen. Behauptet wird hier § 37 daß Rom alles aufgeboren habe, um jeden Schein von Intelligenz in Len Provinzen zu vernichten, ja Rom selbst habe alles Ideale und Höhere gehaßt oder mit Stumpfsinn angesehen, so fern nicht äußerer Nutzen sich daraus ergeben halte. Die ausgesogenen und erdrückten Provinzen verarmten noch stärker an Geist, daher also allgemeine Unwissenheit. Bei den Juden aber entsteht jetzt eine Art Religionsphilosophie, doch nicht als Disciplin für sich, sondern nur im Reflep des Glaubens sichtbar, und nur in diesem zugelassen, so daß alle andern wissenschaftlichen Kenntnisse als unvereinbar mit diesem Streben verbannt wurden. Die Intelligenz beschränkt sich daher auf Bewahrheitung des traditionell Vorhandenen, wozu auch zum Theil von Außen hereingenommene Philosopheme gehörten. Die heilige Schrift war das Vehikel dieser Art von Wissenschaft. Der ganze Umfang der bis dahin erlangten Kenntniß von Religion mußte in der Bibel gefunden werden. Man mußte die Schrift nach dem Bedürfniß aus legen, und alles, was zur Religion gehört, hi ne in tragen. Von Kritik konnte die Rede nicht sein. S. 42. Diese Auseinandersetzung zeigt ganz genau und bestimmt den Standpunkt, welchen der Verf. einnimmt. Es ist ihm nicht darum zu thun, die objeclive Wahrheit der Uebereinstimmung der Tradition mit der Auffindung derselben in der h. Schrift zu verthezblgen, ja er erkennt deutlich, daß sie historisch geschieben sind, und daß die theoretisch gesuchte Uebereinstimmung das Werk der jüngern Zeit sei, welche durch mannichfache Combinationen der Umstände eine solche Geistesthäkigkeit heroorgerufen habe. Dadurch wird der ganzen rabdmischen Sckuie von der einen Seite die innere Wahrhaftigkeit zugestanden, dagegen eine Autorität in Betreff der Auslegung, der Kritik, gegenüber offenbar abgesprochen. Nach dieser Darlegung der Grunbprinzien des Werkes werden.wir nur noch die Art, wie dasselbe sein Thema entwickelt, Nachweisen. (Schluß folgt.) Beantwortung. Auf die Anfrage des Herrn Rosenthal in Nr.44der Annalen in Bezug auf eine Stelle meines Melo Chofnajim (hedr. S. 21, deutsch S. 28) habe ich zu bemerken, baß ich die Worte rn von dem Folgenden getrennt und danach übersetzt habe; übrigens mag auch die Erklärung des Herrn R. richtig sein. Geiger. A »zeige. [re Aion. Hebräische Zeitschrift für Theologie und deren Hülsswiffenschaften. Herausgegeben von Dr. M. Creizenach und Dr. I. M. Jost. IV? S. Inhalt: 1) Eine Betrachtung über verschiedene polemische Aeußerungen eines ältern Werkes, mit Rücksicht auf neuere Ansichten. 2) Die Lehre der Karaiten, betreffend das Kalenderwesen und die Bestimmung ihrer Festtage, von vr. Creizenach. 3) Schluß des abgebrochenen Stücks aus No. 1. 4) Schluß der Fehde des vr. Jost gegen Rapaport, worin insbesondere des letztern Hypothesen zurückgewiesen worden. 5) Literar-Histonsche Nachweisung über Identität des Bibel-Eommentators Jizchaki mit dem berühmten Israeli; von vr. Carmoly. 6) Ein Schreiben aus London, welches die Redaktion ersucht, im Zion sich aller belletristischen Uebersetzung aus fremden Sprachen zu enthalten, und nur was aus dem innern Geiste der hebräischen Sprache sich entwickelt, aufzunehmen. (Sehr beherzigenswert!)!) 7) Eine briefliche Bemerkung des Herrn Tcrquem in Paris an vr. Creizenach über eine mathematische Stelle des Jesod Mora, wodurch die Erläuterung, welche Herr Eichenbaum in Odessa dazu gegeben hat, und welcher Herr vr. Creizenach beigetreten ist, ihre Bestätigung findet. (Der Herausgeber der Annalen findet zu -bemerken, daß manche typographische Schwierigkeiten, die nunmehr beseitigt sind, einer geregelten Besorgung der Correcturen sehr hinderlich waren, und dadurch trotz aller Sorgfalt, einige Buchstaben-Druckfehler stehen geblieben sind. In der Folge wird die Cvrrectur auch dergleichen zu verhüten Sorge tragen.) Dieses Unternehmen hat bereits nach allen Richtungen hin, Anklang gefunden, und wir dürfen hoffen, daß wohlmeinende Erinnerungen und Bemerkungen so wie Beiträge uns bald in den Stand setzen werden, dasselbe immer mehr zu vervollkommnen und recht nützlich und lehrreich auszustattcn. Alle Diejenigen, welche sich zutrauen in diesem Fache etwas zu leisten, insbesondere in Betreff des reinen Styls, und welche gleich den Herausgebern dem schönen Zwecke dieser Zeitschrift einige Theilnahme widmen, werden ersucht, die Freunde dieser Literatur auf dies Unternehmen aufmerksam zu.machen, so wie auch geeignete Beiträge von mäßigem Umfange an die Unterzeichnete Redaktion, entweder mit der Post oder auf dem Wege des Buchhandels, gelangen zu lassen. Die Redaktion der hebräischen Monatschrist Zion in Frankfurt am Main. Von der hebräischen Monatschrift Zion erscheint jeden Mvndmonat des jüdischen Kalenders eine Nummer, bestehend aus einem Bogen in gr. 8. — Sollte eine verbreitetere Theilnahme es irgend möglich machen, so werden wir uns beeilen, die Lieferungen zu vermehren. Preis des Jahrgangs fl. 2. 12 kr. rhein. Man subscribirt in allen Buchhandlungen, in Frankfurt a. M. bei dem Unterzeichneten, so wie auch in der I. D. Sauerländer'schen Buchhandlung. — J. S. ÄLlcr, Inhaber einer Verlagshandlung jüdischer Schriften. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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