Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 47 (20.11.1840)
- Date
- 1840-11-20
- Page
- Seite 389 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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20. November. Nr° 47. 1840. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte» Literatur ««- Cultur -er Israeliten aller Zetten und Länder. H-rausgegebe» von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Reise der Herren Sir MoseS Montefiore und Ad. Cremieux. — Weitere Nachrichten über die ZSraeliten in Algier. — Literarilcke und historische Annetten , von Dr. Carmoly. — Nachrichten und Correspondcnzcn: Berlin; Hildburghausen; Rbeinpreußen. — Literatur. — Wichtige literarische Notiz. Reise der Herren Sir Moses Montefiore und Ad. Cremieux. So weit wir durch die jüngsten Briefe unterrichtet sind, befanden sich die Reisenden, mit Ausnahme des zurückgekehrten Arztes, seit der Mitte Oktobers in Conftantinopel, und beabsichtigten eine günstige Wendung des syrischen Krieges abzuwarten, um dann zur Erledigung noch mancher wichtigen Seiten ihres Vorhabens, vielleicht noch zu einer Reise nach Damast sich zu entschließen. Doch befindet sich jetzt auch Herr Cremieux auf der Rückreise. Wie wohl nun die Hauptsache als abgethan anzuschen ist, so dürfte es doch für unsre Leser nicht uninteressant sein, nachträglich manche genaue Nachricht über den Gang der von den beiden wackern Männern gepflogenen Unterhandlung zu erfahren. Folgender Brief, (den die Archives Israelites de France im Originale mittheilen) enthält manches, was bisher nicht bekannt geworden ist. Schreiben des Hrn. A. Cremieux an Hrn. Altaras, Präsident des Consistoriums zu Marseille. Alexandrien, 1. Sept. 1840. Mein Herr und Freund! Nach einem langweiligen und hoffnungslosen Warten hat unser Horizont endlich sich aufgeklärt; wir schreiten einer glücklichen und schnellen Lösung entgegen, und ich hoffe, daß unsre Mission ihre Früchte tragen werde. Folgendes ist die Lage der Dinge: Ich übergehe alles, was wir gethan haben; das Ergebniß allein ist in unsrer heiligen Sache wichtig. Schon bei unserer Ankunft ward uns deutlich dargethan, daß der Gedanke an eine Revision des Processes eine Chimäre sei; Frankreich hatte diese nicht zugelaffen, und der Pascha klagte in seiner ersten Unterredung mit Sir Moses darüber, daß man ihm aus Europa Advokaten sende, um einen Proceß zu revidiren, welchen Männer geführt haben, die sein ganzes Vertrauen besäßen. Oberst H o d g e s antwortete darauf sogleich: „Dieser Vorwurf trifft auf keinen Fall den Hrn. Cremieux, welcher gleich Sir Moses von den europäischen Israeliten hergesendet worden, und E. H. morgen vorgeftellt werden wird." Ich harre Sir Moses mit seinem Consul die erste Audienz gelassen, da Herr Cochelet erst am Tage darauf mich dem Pascha vorftellen konnte. Der herbe Ausfall des Mehemed Ali, welcher vornehmlich die erwarteten österreichischen Advokaten und den mit Sir Moses gekommenen englischen Rechtsgelehrten betraf, bewies mir, daß jeder Versuch in dieser Beziehung fruchtlos sein würde, was unser Consul mir auch rund heraus erklärt hatte. Dessen ungeachtet machten wir unfern