Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 46 (13.11.1840)
- Date
- 1840-11-13
- Page
- Seite 388 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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388 Ganze (etwa in 8 Lieferüngen in 4. ä Rthlr.) enthalten werde 1) den wesentlichen Inhalt aller bisherigen biblischgeographischen Untersuchungen; 2) eine Menge ganz neuer, die Erdkunde bereichender Ort-Namen; 3) eine Berichtigung vieler bisherigen Jrrthümer, 4) Erläuterungen mancher bekannten Punkte, 5) eine wissenschaftliche Einleitung zum Ganzen. Dem Prospectus sind einige Proben beigegeben, welche allerdings den Beweis der Gründlichkeit liefern, wenn das Werk gleichmäßig so durchgeführt wirb. Es leidet keinen Zweifel, daß das Unternehmen Beifall finden werde. Anm. des Herausgebers. Auck wir hatten oft Gelegenheit uns über die große Mangelhaftigkeit der vielen biblischen Geographieen zu wundern, deren Gegenstand, sollte man meinen, längst durch so unendlich viele Reisende ins Klare gesetzt sein müßte, und dessen Bearbeitung dennoch überall so große Lücken und Irrungen bardietet, weil die ausgezeichneten Geographen die Quellen nicht kennen, und weil diese selbst durch mancherlei Abschreibefehler oft dis zur Unkenntlichkeit entstellt find. Es kann demnach nur erfreulich erscheinen, wenn Sachkenner daran gehen, diese Lücken auszufüllen, und einmal etwas Befriedigendes. liefern. Herr Dr. Freystadt laßt etwas Tüchtiges erwarten und wir sehen seinem Werke mit Ungeduld entgegen. Aus Würtemberg. — Nachdem ich früher über die Dienstprüfung der würtembergischen Vorsänger und Lehrer berichtet (s. Annalen Nr. 27 v. 3. Juli l. I.) beehre ich mich jetzt, nach dem damals gegebenen Versprechen, bas Nähere über ihre Amtsobliegenheiten und Besoldung, hier in Ihrem werthgeschätzten Blatte, mitzutheilen. Ich beginne zuerst mit dem Lehrer. — Das Amt des Lehrers ist in der Regel mit dem des Vorsängers verbunden, und es hat der Lehrer als solcher wöchentlich circa, 28 bis 30 Stunden in den vorgeschriebenen hebräischen und deutschen Schulpensen Unterricht zu ertheilen, wofür ihm die jährliche Besoldung mit 150 fi. sage ein hundert fünfzig Gulden, ausgesetzt ist. Dieser Lehrer ist nun, wie schon gesagt, auch Vorsänger, und ist als solcher angehalten, an Sabbath-, Fest-, Feier- und Werktagen das Vorbeter- Amt in der Synagoge zu versehen, beim Frühgottesbienst eines jeden Sabbaths- und Festtages noch einen deutschen, wo möglich memorirten religiösen Vortrag und an den eben bezeichneten Tagen Nachmittags eine Katechese mit der erwachsenen Jugend beiderlei Geschlechts zu halten. Als Vorsänger ist er auch Mitglied des Kirchenvorsteher-Amts, und er hat sämmtliche, die Kirchengemeinde angehende Schreibereien zu besorgen, welche durchaus nicht unbedeutend und nicht selten schwierig und anstrengend sind. Für dieses Dorbeten, Vorlesen der heiligen Thora, Predigen, Katechesiren und Protokolliren empfängt jährlich der Vorsänger die Summe von 75 fl. sage fünf und siebenzig Gulden, und für das doppelte Amt eines Lehrers und Vorsängers im Ganzen die Summe von 225 fl. Vergleichen wir nun die Leistungen der neuen Vorsänger in Würtemberg und ihr Einkommen mit den Leistungen der alten und ihrer Belohnung, so finden wir, daß jene auf der einen Seite viel mehr zu thun bekommen haben, während ihre Besoldung auf der andern Seite um EinkoMmenstheile der alten Vorsänger, als der Schächter-Gefälle, und anderer unbestimmter Einnahmen geschmälert worden. — Man will von einer Seite das Vorsänger-Amt mit dem Meßnerdienst vergleichen, und also ein niederes Kirchen-Amt daraus machen, während doch die Verrichtungen des höhern Kirchendienstes ihm zugleich auserlegt find. Immerhin wird jeder Unbefangene deutlich einsehen, daß die Besoldung für dieses gedoppelte schwere Amt in keinerlei Verhält»iß Wche, und daß den Lehrern und Vorsängern eben so gut, wie früher den Rabbinern, zu gönnen wäre, wenn auf kräftige Verwendung der König!. Oberschul- und Isr. Oberkirchen- Behörde zu Stuttgart, ihr Loos durch eine baldige Zulage, entweder von Seiten des Staates oder von den, jährlich iu die israel. Gemeindepflegen zurückfließenden Personalsteuer- Antheileu, einigermaßen verbessert würde. Diese Hoffnung eines baldigen Besserwerbens erhält auch so manchen mit vielen Ehrungs-Sorgen kämpfenden Lehrer und Vorsänger noch ^>^-cht, und sie haben Ursache dieses Vertrauen zu einer aufgeklärten und wohlmeinenden Regierung nicht sinken zu lassen, die bisher für diesen Stand schon Vieles gethan hat und in Zukunft es an Gutem nicht weniger fehlen lassen werde. * * *! iteratur. Neue Ausgabe. pW -pi Israelitisches Gesangbuch. Zur Andacht 'und zum Religionsunterricht. Von I. Johlson, Religionslehrer in Frankfurt am Main. Vierte durchaus verbesserte und mit 60 Liedern vermehrte Ausgabe. Frankfurt a. M. Andreäische Buchhandlung 1840. 342 S. Auch als zweiter Theil des?pv u. d. T. Lieder und Gesänge für israel. Schulen, in Verbindung mit I. Johlson's Lehrbuch der Mosaischen Religion zu gebrauchen. Zur desondern Empfehlung dieses Werkes haben wir nichts hinzuzufügen, da die Auszeichnung, welche dem Buche zu Theil geworben, baß es namlicb die vierte Auflage erlebt. es hinlänglich anempfiehlt. Diese neue Ausgabe ist bedeutend -verbessert, und mit großer Sorgfalt durchgesehen. Die 60 hinzugekommenen Lieder machen dem Geschmack und der Wahl des Herrn Verfassers Ehre. Beantwortungen. Der Aufsatz über drei Symbole v. W. enthält viel Gutes, ist aber in der Grundansicht parador, daher wir mit der Aufnahme anstehen. Eine hebräische Bemerkung von D. L. über einen angeblichen Mißgriff bei einer Einweihung, erweist sich bei näherer Prüfung als irrig; alles sonst Versprochene wirb gern ausgenommen werben. Die Red. Druck und Verlag von Johann David Sauerla'nder in Frankfurt am Main.