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Israelitische Annalen · 1840-11-13 · Heft 46 (13.11.1840) · p. Seite 381

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 46 (13.11.1840)
Date
1840-11-13
Page
Seite 381 (sequence 1)
Language
German
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13. November. 9^° 46. 1840. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Gultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/a Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthkr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Die Richtungen der heutigen Schriftwerke israelitischer Gelebrren (Schluß ) — Nene theologische Schule. — Literarische und historische Analekten, von I)r. Ccrrmoly. — Ueber verschiedene Lesearten in der Bibel, von M. Heß in Trier. — Nachrichten und Korrespondenzen: Venedig; Padua; Paris; aus Tyrol; Lemberg; aus Würlemberg. — Literatur: I. Johlson'S israel. Gesangbuch. — Beantwortungen. Die Dichtungen fcer heutrgen' Schnftwerke Der Israelitischen Gelehrten. (Schluß.) Seitdem einige unsrer größten Forscher einzelne Punkte in der altern Literarur wahrgenommen haben, an denen der Scharfblick vieles entdeckte, was trotz der allgemeinen Kunde, die ein jeder zu besitzen glaubte, den Meisten entgangen war , seitdem auf diesem Gebiete, ohne gegen Gewiffenssachen apzuftoßen, der Scharfsinn mir sicherm Erfolg sich umthun konnte, har sich eine Lust nach Monographien verbreitet, welche, wie lehrreich auch an sich, doch der Gesammtbildung der jüngern Gelehrten eine falsche Richtung geben mußte. Was die wenigen ausgezeichneten Männer mit einer Fülle von Gelehrsamkeit unternehmen, das scheint auch den jünger« glorreich, welche noch ihrer Zeit und Kraft zu Vorbereirungsftudien bedürften, und so müht sich, wie früher an scholastischer Casuiftik, jetzt so mancher treffliche Kopf damit ab, das Lebensalter irgend eines Schriftstellers, die Varianten einer an sich wenig bedeutsamen Schrift, die verschiedenen Ausgaben, Druckorte, Zahrzahlen, achte und unachte Lesarten eines Gebetbuches, eines Gebetes oder Gesanges, die Druckfehler und was sonst wohl nicht uninteressant für den Kenner sein mag, zu ermitteln, darüber zu commentiren, neue Ausgaben zu veranstalten, und Hchi,, eine Summe von Kräften an solche Uniersuchungen zu verwenden, welche der Gesammlheit eben nur dann zu gute kommen, wenn man in dieser bereits eine übersichtliche Klarheit gewonnen hat. So wie es jetzt steht, entgeht den jüngern Gelehrten, über dem Mikrologischen das wahre Bedürfniß, und zwar geht dabei die Wissenschaft nicht bloß in denen, die sich damit befassen, unter, sondern auch in denen, welche sich dieser mikrologischcn Werke erfreuen. In der That fängt die ächte Gelehrsamkeit, anstatt durch das Erwachen der Wissenschaft aufzublühen, bereits an, sich von den Rabbinaten ganz zu trennen, und artet bei diesen in ein Haschen nach einzelnen Lichtblicken aus, womit aber ihr Beruf niche erfüllt wird. Der größere Nachtheil zeigt sich in der praktischen Wirksamkeit. Es müßte nämlich die entschiedenste Wirkung einer voll'cndetern Vorbereitung an den Lehrbüchern der Religion wahrgenommen werden, denn diese sollen nicht bloße Schulhülfsmittel sein, sondern den Gesammtertrag der tiefsten Studien pädagogisch nutzbar machen. Bis jetzt aber, das sagen wir mit voller Umsicht, ist auch noch nicht ein einziges vorhanden, das den Anforderungen der Wissenschaft entspräche, und gerade die Nachsicht, mit welcher einzelne, als mindestens den allgemeinen pädagogischen Ansprüchen eini-

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