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Israelitische Annalen · 1840-10-09 · Heft 41 (9.10.1840) · p. Seite 341

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 41 (9.10.1840)
Date
1840-10-09
Page
Seite 341 (sequence 1)
Language
German
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9. Oktober 1840 Nr° 41. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des-In- und Auslandes. Der CultuSstreit in Frankreich. (Ein Wort zur Verständigung). — Jüdische Synagoge zu Bridgetown auf der Insel Barbados. - Kalendcrwesen. — Literatur. — Bemerkungen zu Herrn vr. Creizcnach'S neuestes Werk vorsolle Iisllllorotd, von Raphael K irch h cim. — Beantwortungen. — Anzeigen. Der Cultusstreit in Frankreich. Ein Wort'zur Verständigung. In Frankreich wird seit einigen Jahren, wie wir schon wiederholentlich von dorr berichtet haben, öffentlich über den Werth mancher zum Theil in der Volksmeinung sehr heilig gehaltenen Gebräuche der Synagoge geschrieben und gestritten, und oftmals sogar dadurch ein Aergerniß gegeben, welches zu gegenseitiger Erbitterung der Schreibenden geführt hat, ohne im Wesentlichen auf das Allgemeine zu influiren. Wir haben die vielen sogenannten Tsarphatischen Briefe (der 24fte vom 24. Mai, im Courier de la Moselle vom 14. Juli, liegt jetzt vor uns) welche den angreifenden Theil bilden, mit Aufmerksamkeit gelesen, und darin manche treffende Wahrheit gefunden, wenn gleich wir Ton und Haltung derselben tadelten, so wie auch die Volkszeitung nicht für den geigneten Ort ansehen, wo solche Fragen behandelt werden sollen. Aus allen geht hervor, daß deren Verfasser, eben so ausgezeichnet an Geistesgaben wie an Sachkennrniß, sein ganzes Augenmerk auf Beförderung der Civilisation wendet, und zur Erzielung einer völligen Umschaffung der Lebensansichten vorzugsweise zur spottenden Satyre greift. Es ist gewiß, daß diese in vielen Fällen mit größerer Kraft einwirkt, als alle vernünftige Entwickelung bestimmter Grundsätze. Inzwischen trifft ihr Stachel immer nur dann, wenn sie einzelne feste Punkte in's Auge fassen kann, und zwar einzelne Personen oder Stände, welche in einem engern Kreise thätig, es zuletzt meiden, vor den Blikken der Welt lächerlich zu erscheinen. Zielt aber die Satyre gegen die ganze Masse, so weckt sie nur gegen sich die Aufregung, ohne eigentlich den Gegenstand zu treffen, und man fühlt sich nur verletzt durch die Kühnheit des Angriffs. — Um Liesen nun einigermaßen zu rechtfertigen, hat der Verfasser in seinen letzten Briefen immer mehr positive Grundsätze ausgestellt, welche dem Cultus seiner Ansicht nach untergelegt werden müßten, wenn er vorwurfsfrei sein sollte. Hier sehen wir ihn auf seinem Gebiete feftstehen und seine Ansichten mit einer gewissen Männlichkeit vertheidigen. Wir achten die Antriebe seines Kampfes, ohne jedoch die Prinzipien richtig zu finden, und die Frage ist wichtig genug, um nicht mit völligem Stillschweigen übergangen zu werden. In dem erwähnten 24sten Briefe spricht sich der Verfasser über manches Mißbräuchliche aus, vornamlich tadelnd, daß man sich in der Synagoge der geschriebenen Gesetzrollen bediene, wah^ rend die gedruckten Bibeln wohlfeiler, bequemer und zweckmäßiger wären; ein Manuskript, welches in

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