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Israelitische Annalen · 1840-09-25 · Heft 39 (25.9.1840) · p. Seite 325

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 39 (25.9.1840)
Date
1840-09-25
Page
Seite 325 (sequence 1)
Language
German
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25. September. 39. 1840* Israelitische Annalen. Sin Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausge geben von vr. I» M. I o a» Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen 1V2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fi. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Stimmen der Rabl'inen unsrer Zeit über die Verhältnisse der Gegenwart. — Zustände in Italien. insbesondere die Jugenderziehung (Schluß). — Nachrichten und Corresponrenzen -. Palästina; Hamburg; Frankfurt a. d. Oder; Tarnopol; aus Alexandrien; aus Böhmen. — Literatur. — Notizen. Literarische Entgegnung. Stimmen der Nabbinen unsrer Zeit über die Verhältnisse der Gegenwart. (Vorwort.) Der merkwürdigste Fortschritt, welchen die Oeffentlichkeit erzeugt hat, ist ohnftreitig der, daß eine Menge klarer Begriffe, welche bisher nur das Eigenthum einiger Wenigen waren, und welche diese theils aus Rücksichten auf die Vorunheile der Unwissenden und aus Bcsorgniß vor falscher Deutung, theils aus eigennützigen Absichten nicht auszusprechen wagten, jetzt Eigcnthum des Volkes geworden sind, so daß die ehrlichen und freimürhigen Lehrer schon darauf fußen können, um mittelst derselben die wahre Bildung und das bessere Streben zu befördern. Wir werden hier eine Reihe trefflicher Aeußcrungen der anerkanntesten Rabbinen mirtheilcn, und dadurch am besten beurkunden, welchen Standpunkt der Selbsterkcnntniß die Israeliten bereits einnehmen, und wie sich ihr Geist jetzt durch ihre Stimmführer öffentlich aussprichl. I. Dr. S. Holvheiin über blinde Verehrung des Herkommens. *) Es giebt, Gottlob, keine falschen Propheten in Israel mehr, und jeder, der zu lehren in Israel *) Aus seinen gottesdienstlichen Vorträgen. Heft m. bestellt ist und das Wort der Lehre im Munde führt, lehrt im Namen des einzigen Gottes und zur Verherrlichung seines heiligen Namens. Aber dennoch dürfte nicht Alles, was gelehrt wird, im Namen Gottes gelehrt werden, und nicht alle Steine, die einst die Bauer haben verschmähet, dürften jetzt zum Eckstein im Gebäude des Glaubens dienen. — Denn, wenn von der einen Seite gelehrt wird, der Israelit des heutigen Jahrhunderts solle nicht fürder unter dem Schatten feines mehrtausendjährigen Stammbaumes ruhen, und nur die Höhen zu erstreben suchen, wo das Sonnenlicht der Aufklärung, über alle Wolken menschlicher Vorurtheile erhaben, in ungetrübtem Glanze leuchtet, oder mit andern Worten, der Israelit des heutigen Jahrhunderts solle allem und jeglichem angeerbten und überkommenden Glauben entsagen und nur im Lichte seiner eigenen menschlichen Vernunft wandeln, und nur den Ergebnissen seiner freien Forschung unbedingt vertrauen, so führt solche Lehre auf Abwege, und es würde das Haus Israel auf dem Meere seines irdischen Daseins in die Irre wandern, wenn es den Leuchtthurm seines angestammten Glaubens aus dem Auge verlieren und dem zerbrechlichen Steuerruder seiner Vernunft allein und ausschließlich folgen wollte.

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