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Israelitische Annalen · 1840-09-11 · Heft 37 (11.9.1840) · p. Seite 309

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 37 (11.9.1840)
Date
1840-09-11
Page
Seite 309 (sequence 1)
Language
German
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11. September. 37. 1840. Israelitische Annalen. E in Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegkbcn von vr. I. SS». Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Vrrhältniffe der Israeliten in England. — Israelitische Mädchenschule in Algier. — ProipectuS zn einem philosophischen Lehrgebäude der jüdischen Religion. — Nachrichten und Correspondenzen -. Frankreich; Spezielles au« Bödmen (Schluß); Berichte aus Mähren (Fortsetzung); AuS Unterfranken. Literatur. — Zu erwartende Werke. — Ankündigung der hebräischen Monatsschrift. — Anzeige. Verhältnisse der Israeliten in Cngland. Allgemeine Bemerkungen. Noch immer herrschen auf dem Continente die verworrensten Begriffe über die Zustände und Verhältnisse der Israeliten in England, und mancherlei wird durch die Zeitungen als Correspondenzartikel mitgetheilt, wovon in England niemand etwas weiß. Im Allgemeinen darf man die Stimmung, nicht sowohl die individuell im Volk sich äußernde, als vielmehr die aus der universellen Anschauung, womit jeder Engländer aufwächft und die ihm zur Natur geworden, hervorgehende, eine günstige nennen, und jede Aeußerung eines populären Staatsmannes zu Gunsten der reinen Humanität und Hinwegschaffung aller Disabilities (ausschließendeGesetze) findet die allgemeine Sympathie, selbst bei den stärksten Verfechtern der hohen Kirche. Daraus darf man aber keinesweges folgern, daß einer völligen Emanzipation in England hinlänglich vorgearbeiter sei, vielmehr entstehen nicht allein bei der Gesammtfrage, sondern sehr häufig bei speciellen Punkten jedesmal gesetzliche Schwierigkeiten, die nicht so leicht beseitigt werden können, und deren Ueberwindung noch mancherlei veränderte Zustände voraussetzen. Diese hat man jedoch keinesweges in den Israeliten selbst zu suchen, es wäre denn das Eine, was ihnen mehr zum Lobe gereicht, daß nämlich diejenigen, welche sich um Emancipatio» bemühen, eine merkwürdige Charakterfestigkeit bewähren, indem sie lediglich um Feststellung des Princ ips, nicht aber um einzelne, durch günstigere Gesetze zu erreichende Privatvortheile ringen. Vieles wäre auf dem Wege einzelner Petitionen schon längst durchgesetzt worden, wenn nicht diejenigen, welche eine so wichtige Sache vertreten, von der Ueberzeugung durchdrungen wären, daß alle Concessionen nur dann einen Werth haben, wenn sie nicht den Petitionirenden, sondern dem Grundsätze gemacht werden, und daß jede Nachgiebigkeit ihrerseits eine Verläugnung desselben wäre. So ist es denn gekommen, daß, weil sich die Gesetzgebung noch nicht entschließen konnte, alle Schranken hinwegzuräumen, dieselben auch theilweise noch nicht,durchbrochen sind, wenn gleich in einzelnen Fällen es gern gesehen wird, daß man sie zu Gunsten der Humanität überschreitet. — Dagegen zeigt sich überall, wo die allen Gesetze nicht geradezu entgegen stehen, eine erfreuliche Annäherung, welche weiter zu wirken nicht ermangeln wird. Bekanntlich sind bereits Israeliten in solche Aemter getreten, die von der Wahl der Bürger abhängen, und in denen keine Eidesformel nothwendig alle, deren

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