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Israelitische Annalen · 1840-08-07 · Heft 32 (7.8.1840) · p. Seite 276

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 32 (7.8.1840)
Date
1840-08-07
Page
Seite 276 (sequence 8)
Language
German
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scher Wichtigkeit bleibt diese Controverse immer. In dieser Beziehung dürste das Löste Capitel des dritten Buches, wie solches hier ungeschmälert mit ausgenommen ist, den Theologen anziehend erscheinen, um so mehr als der Eifer der italienischen Zensur dieses Capitel in den meisten Ausgaben des Originals theils ganz ausgelassen, theils ausgestrichen hat, so daß selbst von den vielen Ausgaben, die dies Cavitel liefern, wohl selten ein Er. sich findet, in welchem dasselbe vollständig lesbar wäre. Daß übrigens das Buch in der deutichen Darstellung etwas breit ausfällt, darf niemanden wundern, welcher das im Hebräischen etwas diffuse Dersahren kennt, welches den damaligen spanischen Gelehrten durchweg eigen war. Ob hier und da der deutsche Ausdruck nach mehr Concinnität streben konnte, wollen wir nicht bestimmen; es ist ohnehin nicht ganz leicht, den Ausdruck bestimmt zu wählen, da wo der Autor selbst nicht sehr streng in der Wahl der Synonymen zu Werke geht. Seite 333 hätten wir jedenfalls lieber dem Autor den Sinn untergelegt, daß er Ceremouia von Ceres ableite, statt von Kyrios, obwohl es fast so scheint, daß er dieses Wort aus dem Thalmud kennt, und darum den Mißgriff macht. Mindestens durste hier eine kleine Anmerkung zur Erläuterung nicht fehlen; denn der Jrrthum ist, so wie er dasteht, gar zu handgreiflich, und stellt des Df.'s Sprachkenntniß auf eine Weise bloß, welche ihm in der Achtung nicht förderlich sein möchte. — Das nächste Heft wird übrigens, dem Versprechen der Herren Herausgeber zufolge, außer dem Schluffe des Ganzen. noch Vorrede. Elnleitung, Anmerkungen und Register liefern, und da wird denn wohl noch mancher Aufschluß über Fragliches Nachfolgen. Die projektirte Encyclopädie. Einer unserer gelehrten Correspondenten in Oesterreich bemerkt: Gewiß ist die von einem Lithauer aufgestellte Idee recht schön, und ist es mit Dank anzunehmen, daß der Herr Herausgeber fich den damit verbundenen Mühen unterziehen will, indem er die Sache für leicht ausführbar ansieht. Mir aber erscheint der Plan, ich gestehe es, nach der reiflichsten Erwä¬ 276 — gung, auf mannichfache Schwierigkeiten zu stoßen, die eS mindestens wünschenswerth machen, damit sich gar nicht zu übereilen. Wären die wissenschaftlichen Forschungen, welche einem solchen Werke zu Grunde gelegt werben müssen, bereits einigermaßen abgethan, so wäre schon interessantes Material vorhanden; aber wer weiß nicht, daß noch die wichtigsten Fragen über geschichtliche Ereignisse, und manche näher zu entwickelnde Thaisache, ja selbst die vornehmsten biographischen und chronologischen Notizen im Dunkeln liegen, und daß die jüdische Theologie und Philosophie nebst ihren Schicksalen noch auf Anbau warten? Alles was jetzt für constalirt hingestellt würde, fände ficherlick bald seine Widerlegung ober Erörterung, und so bliebe das aufzuschichtende Material immer nur ein unzuverlässiges Hülssmittel, vielleicht mehr irreleitenb, als Licht verbreitend. Daher bedarf die Sache noch einer klaren Auseinandersetzung, und zweckmäßiger ist es gewiß, daß vorläufig jeder einzelne Gegenstand seine tüchtigen Bearbeiter finde, damit wenigstens Gründlichkeit die erste Bedingung künftiger Sammlungen sei. Und dazu dienen bis dahin die Zeitschriften oder besondere Werke.' — Doch will ich besser unterstützten Meinungen Anderer recht gern das Feld räumen! — Schreiben aus dem Holsteinischen über diesen Gegenstand. Die aus Rußland ergangene Aufforderung in Beziehung auf ein rabdinisches Centralwerk mußte bei mir besondere Theilnahme erwecken, da ich schon zwei Jahre mit einem ähnlichen Plane umgehe, und auch schon zu diesem Zwecke Excerpte sammle. Schon, damals hatte ich einigen von unfern norddeutschen Theologen dieses Vorhaben angezeigt, und sie einstweilen zu Vorarbeiten, die ja schon an und für sich enorm sind, aufgefordert. Wäre es aber nicht am förderlichsten, wenn sich jeder für ein bestimmtes Fach, um darauf die Mühe zu conccntriren, erklären wollte? Jedenfalls muß, um nicht dem Schicksal des babylonischen Thurmbaues ausge setzt zu sein, vorher eine Uebereinkunft statt finden, und diese ließe sich am Besten durch Ihre Zeitschrift ermitteln. Ich sehe mit Begierde dem weiteren Erfolg Ihres ersten Aufrufs entgegen, und will mir einstweilen mit den besten Hoffnun- | gen schmeicheln. Anzeigen. 3tt der M. I. Landauischen Buchdruckerei ist erschienen und durch Unterzeichneten in jeder Buchhandlung zu bekommen: cpti miKn”nsr jnh» Außer allen Beigaben der Prager Ausgabe von 1785 ist hier noch ramö ^ln von dem berühmten Prager Rabbinen Ez. Landau und pii über das Passah-Ritual. ' Diese Ausgabe erscheint in groß Folio, auf eben so schönes Papier, wie die neue gr. 8. Ausgabe des Talmud, und wird um den Ankauf zu erleichtern in 18 Heften, Druckpapier ä 7 gr., Velinpapier » 10/ gr. ausgegeven, so daß das Ganze, welches 240 Bogen enthält und spätestens im Januar 1841 fertig sein wird, auf Druckpapier Rthlr. S.Ogr., Velinpapier Rthlr. 7. 21 gr. kostet. Erschienen ist bereits das iste und 2te Heft, und wird bei Empfang des Isten Heftes auf das letzte pränumerirt, welches dann gratis geliefert wird. Lepizig im Juli 1840. C. L. Fritzsche. So eben ist erschienen und wurde an die Besteller der ersten 3 Bände ge.endet: der 4te und letzte Band, deS: nnan Iso Das Buch Kufari, welches Iehuda Halevy in arabischer Sprache verfaßt, und Iehuda Ibn-Tibon aus Granada ins Hebräische übertragen; die Hebräische Uedcrtragung mit einem neuen exegetischkritischen Commentar und mit einer historischen und philosophischen Einleitung begleitet von Gedalja Brecher, Mag- Chirurg, br. Druckp. 20 gr. Velinp. Rthlr. 1. Alle 4 Bände kosten nun: Druckpapier Rthlr. 2. 16 gr. Velinpapier Rthlr. 3. 4 gr. Zugleich benachrichtige die geehrten Abnehmer des bei M. I. Landau in Prag erscheinenden gr. 8 Talmud, daß der 7te und 8te Band (Joma und Suka) an dieselben versendet wurde. — Leipzig im Juli 1840. C L. Fritzsche. Druck und Verlag von Johann David Sauerlander in Frankfurt am Main.

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