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Israelitische Annalen · 1840-07-24 · Heft 30 (24.7.1840) · p. Seite 260

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 30 (24.7.1840)
Date
1840-07-24
Page
Seite 260 (sequence 8)
Language
German
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260 limg sehr dankbar sein, wenn er die Tüte haben wollte, uns diese und ähnliche Berichtigungen der Geschichte für unsre Annalen mitzutheilen. Dasselbe gilt von der S.53. erwähnten, in der Geschichte der Israeliten B. VI. Anhang. S. 371 vorkommenden Auseinandersetzung nach den damals zugänglichen Quellen, wo die bescheidene Erinnerung einer Parenthese, welche mit einem vielleicht ihre Unkunde darthut, keinesweges die arge Bemerkung verdiente: „als ob man die Geschichte nach Belieben fabriciren könnte!" In einem so weitschichtigen Werke konnten, insbesondere bei den verworrenen Angaben der Spanisch-Arabischen Zeit, Mißgriffe wohl geschehen, aber unserm Willen darf man sie nicht beimessen; denn redliches Forschen hielten wir stets für die erste Pflicht, und wozu nützt auch die jetzt so oft zu Klagen Anlaß gebende.Unredlichkeit? Auch die Bemerkung S. 52 über Calatrava, wofür im Geschichtstert Gibraltar steht, müssen wir als ungehörig zurückweisen, da bereits 1828 dieser Fehler im Register zur Geschichte, B.ix. unter Calatrava deutlich angezeigt ist. — Jedenfalls danken wir für solche Nachweisungen, wie davon auch S. 73 ein minder wichtiger Punkt erwähnt ist, der uns bisher verborgen geblieben. Wären der Forschungen und historischen Fingerzeige, wozu es in dieser Sammlung gar nicht an Veranlassung fehlte, nur noch mehr gegeben, wir würben uns dessen sehr erfreuen. Auch sprachliche Winke hätten hie und da wohl noch einen rechten Platz gefunden. 4) Was nun den Zweck dieser ganzen Sammlung betrisst, so befinden wir uns allerdings in Verlegenheit, wenn wir ihr eine gehörige Bestimmung anweisen wollen. Der auf dem Titel angegebene ist sicherlich nicht derjenige, dem das Buch dient. Weder vermag der Theologe durch diese Specimina seine Kenntnisse zu erweitern, noch wird der Historiker hier Quellen naher kennen lernen, wo der größte Theil des Inhalts nicht selbst Quelle ist, noch irgend ein pädagogischer Zweck durch dies Buch erreichbar. Wenn-höhere jüdische Lehranstalten solcher Hülfsmittel bedürfen, dann stehen sie noch auf sehr niederer Stufe; und nur die Kntik darin ist für den Lehrer brauchbar und zum Theil anleitend. Sprach künde ist nun gar nicht daraus zu gewinnen, da vielleicht mehr als die Hälfte deS Ganzen aus Bibelversen besteht, die man an ihrem Orte besser verstehen lernt, also hier höchstens die Corruptionen und einige neuere Ausdrücke in Betracht kommen; Geschichte der Sprache giebt ein Werk von so geringem Umfange niemals zu erkennen, hier gewiß nicht, da aller spätere hebräische Ausdruck nur erkünstelt ist, nicht durch innern Naturdrang sich modificirt. Höchstens erkennt ein feinfühlender Sachkenner die Verschiedenheit des Geschmackes. Wir können daher diese Chrestomathie keinem andern Kreise zusprechen, als den jetzt immer sich vermehrenden Freunden der jüdischen Literatur, welche auf jeden Fall hier viel Stoff zur Ergötzung und zu ihrer Belehrung finden, insbesondere aber starke Anregung erhalten, den Werth mancher wenig beachteten Schrift besser zu würdigen. Kurze Anzeige. Israels Aufgabe, Predigt von M. Dreifuß in Bamberg (gehalten daselbst am Wochenfeste 5600) 1840. Eine kurze, aber recht gehaltvolle Rede, mit einigen neuen Gedanken, was bei Arbeiten dieser Art kein geringes Lob ist. Der Sprachausdruck rein und zweckmäßig, obwohl nicht immer gleich salbungsvoll gehalten, und öfters bald zu sehr gesucht, bald zu sehr in die alltägliche Redeweise herüberstreifend. Der Vf. beurkundet viel Talent, und wir wünschen, daß diese Anzeige ihm zur Anerkennung und Aufmunterung gereichen möge. A n z e In der M. I. Landauischen Buchdruckerei ist erschienen und durch Unterzeichneten in jeder Buchhandlung zu bekommen: □”n miK "jny jn?i» Außer allen Beigaben der Prager Ausgabe von 1785 ist hier noch raain Hn von dem berühmten Prager Rabbinen Ez. Landau und 2pjp Pn über das Passah - Ritual. Diese Ausgabe erscheint in groß Folio, auf eben so schönes Papier, wie die neue gr. 8. Ausgabe des Talmud, und wird um den Ankauf zu erleichtern in 18 Heften, Druckpapier ä 7 gr. Velinpapier » 10% gr. ausgegeben, so daß das Ganze, welches 240 Bogen enthält und spätestens im Januar 1841 fertig sein wird, im Druckpapier Rlhlr. 5.6gr. Velinpapier Rthlr. 7. 21 gr. kostet. Erschienen ist bereits das iste und 2teHeft, und wird bei Empfang des Isten Heftes auf das letzte pränumerirt, welches dann gratis geliefert wird. Leipzig im Juli 1840. C. L. Fritzsche. cnpy "iCD Grund und Glaubenslehren der Mosaischen Religion von R. Joseph Albo. Nach den ältesten und correcresten Ausgaben i g e n. ins Deutsche übertragen und mit Anmerkungen begleitet von W. und L. Schlesinger. I. bis III. Heft. Das Vierte, womit das Werk geschlossen ist, folgt bald. (Zu haben bei den Verfassern und in der Schm erb er'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M.) jedes Heft fl. 1. 12 kr. Ueber den klassischen Werth dieses Werkes für jüdische sowohl als christliche Theologen ist bei allen Bibliographen nur eine Stimme, (man sehe Wolff und de Rosst u. a.) auch zeugen davon die vielen seit 1486, als dem Druckjahre der ersten Ausgabe, erschienenen Editionen, zum Theile mit Commentarien. Die Uebersetzer haben mit Fleiß und gediegener Sachkenntniß dasselbe übertragen und somit einem großem Kreise zugänglich gemacht. Die gelehrten Zeitschriften haben die ersten Hefte bereits gebührend anerkannt, und das letzte Heft wird durch Einleitung und Anmerkungen das Ganze noch lehrreicher machen. Man bittet Subscriptionen baldigst einzusenden. So eben ist erschienen: nw pbd Erster Band Cap. 1 — 39 mno pnidd^ nrwo so wie mir nsn« p:v> cupm moo ■o'ipni von Dr. I. H einemann in Berlin. Rthlr. 1. Der zweite Band folgt Ende dieses Jahrs bestimmt. Dev Verfasser schmeichelt sich des Beifalls der Kenner. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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