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Israelitische Annalen · 1840-07-17 · Heft 29 (17.7.1840) · p. Seite 252

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 29 (17.7.1840)
Date
1840-07-17
Page
Seite 252 (sequence 8)
Language
German
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252 scheidung schon getroffen ist, sondern die Ansichten mit Bestimmtheit ausgesprochen und entwickelt sindDaher nützt es eben so wenig, wenn man den Lieblingsmeinungen der Masse schmeichelt, als wenn man auf ihr zugänglichem Gebiete denselben entgegen tritt; ersteres versenkt, letzteres erbittert sie. Deßhalb habe ich auch immer den Anforderungen, ein Organ in populärer Weise zu begründen, widerstanden, ohne die Bedeutung eines solchen zu verkennen, wenn cs mit Gewissenhaftigkeit seine Aufgabe erfüllt." Daß diese ganze Stelle an inner» Widersprüchen leide, sieht man beim ersten Blicke und ein Theil derselben mag höchstens den Satz rechtfertigen, daß der Herr Verf. in sich nicht den Beruf empfunden hat, seine wissenschaftlichen Bestrebungen popularisirt vorzutragen. Daß aber darum die Anregung und Vorbereitung einer wißbegierigen Menge durch populäre Belehrung gerade zu den wichtigsten Bedürfnissen der Zeit gehören, und durch Verbreitung!vielseitiger Kenntnisse den hobern wissenschaftlichen Werken die Wege bahnen müssen, also die Entscheidung und sogar die bestimmtere Entwickelung der höher» Ansichten beschleunigen helfen, zeigt am Klarsten die verbreitete Theilnahme, und die immer mehr sich herausstellende Liebe zur ernsten Darstellung und Abneigung gegen die zu Anfänge der Journalistik gar zu sehr beliebte flache Neckerei und gelehrte Koketterie, wovon mitunter selbst ernstere Schriften der neuern Zeit nicht frei geblieben sind. Wir halten es für nöthig, diese Bemerkung mit vollem Bewußtsein hicherzusetzen, um die etwas zu leicht abfcrtigende Art, wie hier von den Bemühungen der tüchtigsten und strebsamsten Gelehrten gesprochen wird, gehörig zu würdigen. Auch uns sind die höheren Fragen bekannt und werth, und wissenschaftliche Leistungen keinesweges fremd, aber die praktische Bedeutung einer gewissenhaften Zeitschrift ist uns so wesentlich erschienen, daß wir einen großen Aufwand von Zeit und Kräften nicht für weggeworfen halten, so lange die rege Theilnahme dauert; und mir möchten nicht gern eine solche Thätigkeit mit dem mitleidigen Achselzucken einer bloßen eingeräumten zufällig möglichen Nützlichkeit angesehen wissen; wiewohl wir nicht so anmaßend sind, dieselbe über Gebühr zu veranschlagen. Wir sind auch weit davon entfernt, den Worten des Herrn Dr. G. einen solchen Sinn unterzustellen, und wollen nur vermeiden, daß andere es thun und der oft genug sich vorfindenden. Lauheit das Wort reden. Das weitere der vorliegenden Schrift ist gegen ein uns unbekanntes Pamphlet „Ueber die Rabbinen-Wahl in Breslau" gerichtet, dessen anonymer Verfasser hier in seiner ganzen Blöße bargestellt wird. Nack dem, was wir hier finden, muß die Schrift so sehr aller Kritik unwerth sein, daß es Schade ist, sie zuwiderlegen; allein wir können es doch nicht tadeln, daß Herr vr. G. die kleine Mühe darauf verwendet hat, einen unberufenen Skribenten vor den Augen des gar leicht nach jedem Strohhalm haschenden Volkes gehörig zurück zu weisen. Zudem findet sich in den betreffenden Gegenbemerkungen noch des Belehrenden genug. Wir sind fast geneigt anzunehmen., daß mit der gegenwärtigen Schrift noch nicht die ganze Discussivn abgeschlossen ist, denn bisher fehlen noch die versprochenen Aktenstücke, so wie Überhaupt noch vieles aus der eigentlichen Relation über die zwei Jahre, in so fern sie nicht bloß des Herrn Vf's. Verhältnisse betreffen. Die Fortsetzung der Schrift bürste noch viele interessante Aufschlüsse darbieten, da gerade Herr vr. G. die Gelegenheit hatte, über so manches, was diese neuere Zeit hervorgebracht hat, fruchtbare Beobachtungen! anzustellen. A n ze Im Verlage von I. D. Sauerländer in Frankfurt a. M. sind erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten: Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage der hebräischen Fibel nay n*np “idn d. i. erster Unterricht im Hcbraisch-Lesen und Uebersetzen, nach grammatischen Grundsätzen bearbeitet von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürgeru. Realschule zu Frankfurt a.M. 6gr. S4kr. .rnay pm ronpn iso Clernentarbrrch, oder gründlicher grammatikalischer Unterricht im Lesen und in der Flexion der hebräischen Sprachen Von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt a. M. Mit einem Vorworte v. Dr. I. M. Zvft. I4gr.—ft.1. B a c a n!♦ In der Jacobsonsschule zu Seesen im Herzogthum Braunschwcig soll die Stelle eines ordentlichen LehrerS zu Michaelis d. I. besetzt werden. Dazu wird ein unverheiratheter Mann gesucht, der regelmäßige Studien gemacht har, im Fache des Unterrichts und der Erziehung geübt ist und den i g e n. Besitz aller für ein solches Amt unerläßlichen Erfordernisse vollständig Nachweisen kann.' Gewünscht wird auch die Fähigkeit, gründlichen Unterricht in der Englischen Sprache zu ertheilen. Das Honorar betragt Rthlr. 300 Pr. Cour, jährlich neben freier Wohnung und Feuerung. Das Nähere über die Organisation der Anstalt und die Stellung ihrer Lehrer enthalten die Statuten, welche durch die Schulbuchhandlung in Braunschweig zu beziehen sind. Man meldet sich bei dem Unterzeichneten. Seesen, im Juli 1840. vr. Im. Wohlwill, Director. Indem wir die sich zu solcher Stelle geeignet haltenden Candidaten auf obige Anzeige aufmerksam machen, fügen wir hinzu, daß die etwa in unsrer Nähe wohnhaften sich auch bei uns — jedoch portofrei — melden können. Die Stelle ist an und für sich sehr annehmbar und nicht ohne Aussicht auf künftige Besserung; sie gewinnt aber noch größern Werth durch den Vorzug einer gediegenen wissenschaftlichen Leitung von Seiten des uns näher bekannten und befreundeten Herrn Direktors. Dagegen muß man bei Männern, welche sich einem so einsamen Wirkungskreise in ländlicher Zurückgezogenheit widmen wollen, in welcher ihnen manche Hülfsmittel abgehen dürften , um so größere Tüchtigkeit, Umsicht und Erfahrung, sowie wahrhaft hingebende Liebe zum Fache voraussetzen, ohne welche es schwer ist, in diesem Verhältnisse sich'und andern zu genügen. Daher mögen sich auch nur solche Subjekte melden, welche in sich diesen Grad des innern Berufes zu der besagten Stelle fühlen. Wir werden mit Vergnügen die Vermittelung übernehmen. Die Redaction der Israelitischen, Annalen. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main

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