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Israelitische Annalen · 1840-07-03 · Heft 27 (3.7.1840) · p. Seite 229

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 27 (3.7.1840)
Date
1840-07-03
Page
Seite 229 (sequence 1)
Language
German
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3. Juli. 1840. Nw S7. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Gultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgcgeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen 1V2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. S; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Gabriel Ricsser's ÄbschiebSfeier. — Die Israeliten im Algierschen. — MaimonideS und seine Zeitgenossen von vr. Carmoly. — Kritische Studien vom Rabbiner Marco Mortara (Schluß.) — Nachrichten und Korrespondenzen: Von der polnischen Grenze; Frankreich; Würtemberg. — Encyclopädie der theologischen und literarischen Angelegenhriten. Gabriel Riesser. A bschiedsfeier, den 21. Juni 1840. (Schluß.) In den festlich geschmückten Saal der Gesellschaft „zum Frankfurter Adler" traten am 21. Juni Nachmittags 4 Uhr gegen 200 Männer, größtentheils einheimische oder doch in Frankfurt wohnende Israeliten, welchen sich mehrere sehr achtbare Männer aus dem nahen Auslande anschlossen, — und nahmen um die schön geordneten Tafeln Platz, um den bald einzuführenden Gast zu empfangen. Es war dies eine Versammlung (und der Raum schloß leider noch viele Meldungen aus), die vermöge der Elemente ihrer Zusammensetzung wahrhafte Achtung einstößen mußte; denn sie zählte in ihrer Mitte nicht blos die angesehensten Männer des hier sehr intelligenten Handelsftandcs, sondern auch alle diejenigen Berufe, welche ohne unmittelbare Theilnahme an einer Staatsregierung im Leben zu den höheren und die wissenschaftliche Bildung repräsentirenden, gerechnet werden, Aerzte, Juristen, Künstler, Schulmänner und Gelehrte, von denen die meisten nicht blos an ihrem Wohnorte, sondern durch Werke der Kunst und Literatur jeder Art eines sehr verbreiteten und geachteten Namens sich erfreuen. Wir wollen hier nicht Namen Herausstellen, um nicht dem bescheidenen Verdienste, das im Stillen nicht minder einflußreich wirkt, zu nahe zu treten, und bemerken überhaupt dies nur, um hinzuzufügen, wie herzerhebend der Anblick einer solchen Gesellschaft, sowohl den christlichen Gästen, welche diese Feier mit ihrer Gegenwart beehrten, als auch denjenigen Israeliten sein mußte, welchen die Zustande vom Anfänge unseres Jahrhunderts noch in Erinnerung vorschweben. Welche' überraschende Wirkung so weniger Decennien! Bis zum Erscheinen des gefeierten Riesser überließ man sich gern den freudigen Gefühlen, welche der Moment erzeugte, und den tröstlichen Betrachtungen, welche die an den Wanden sehr sinnig angebrachten Namen eines Dohm, eines Mendelssohn, eines Jakobson u. s. f. anregten. Gern blickte man aus der nicht befriedigenden Gegenwart in eine bei weitem finsterere Vergangenheit zurück, und gedachte der Erfolge, die jene eminenten Geister dem hartnäckigen Widerstande einer altern unbeweglichen Legislatur abgerungen hatten, und frohe Hoffnungen erfüllten das Herz und erheiterten den Sinn für das zu begehende Fest. Riesser trat ein, und es verschwanden alle Schatten, und die Gegenwart selbst gewann neue Reize durch das Erscheinen eines Mannes, welcher

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