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Israelitische Annalen · 1840-06-26 · Heft 26 (26.6.1840) · p. Seite 221

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 26 (26.6.1840)
Date
1840-06-26
Page
Seite 221 (sequence 1)
Language
German
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1840, 26. Juni. Nro 26. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Hrrausgcgeben von vr. I. M. Jost. Von Viesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen l1/, Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Gabriel Rieffer's Abschiedsfeier. — Simon Mayer Dalmbcrt. — DeS Königs der Franzosen Antworr an Herrn Cremieur. — iKritische Szudien vom Rabbiner Marco Mortara (Forts.) — Literarische und bistorische Analekten, von Dr. Carmolv. — Ueber die gänzliche Einstellung des Ovfrrdienstes nach der Zerstörung des zweiten Tempels, von vr. Creizenack. — Nachrichten und Correspondenzen: Berlin; Haarlem; Haag. — Literatur. — Literarische Notizen. — Vermischtes. — Abwehr. Gabriel Niesfer. Abschiedsfeier, den 21. Juni 1840. Unter den jetzt lebenden Publiciften nimmt vr. Gabriel Riesser in gründlicher Verfechtung der Rechtsgleichheit eine anerkannte höchst achtbare Stelle rin; unter seinen Glaubensbrüdern hat er allein fast die ganze Kraft seiner Beredsamkeit und seiner Studien auf die Entwickelung derjenigen Prinzipien verwendet, welche früher oder später, zum Heil der Menschheit wie der Staaten, in der Legislatur Wurzel fassen werden. Es war nicht möglich, die einschlägigen Fragen zu erledigen, ohne einige Polemik gegen die oft gerade in praktischer Beziehung unmittelbar in's Leben eingreifenden Einwendungen so mancher sonst ehrenwerthen Staatsmänner, welche von beschränkteren Gesichtspunkten ausgehend, jene Prinzipien noch nicht erkennen. Diese Polemik aber wußte Riesser bei aller Wärme des Gefühls und bei oft gerechtem Unwillen über gänzliche Entstellung der Wahrheit, mit einer Würde, Besonnenheit und Klarheit zu führen, daß selbst die Gegner ihm das Lob der edelsten Haltung zugeftehen. In beiden Hinsichten hat Riesser sich einen weit verbreiteten Namen erworben, der an der Culturgeschichte des verstrichenen Jahrzehends, so oft die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten verhandelt wurde, seinen Antheil har, und somit bereits der Geschichte angehört. Gebührt ihm nun von dieser Seite schon der aufrichtige Dank aller derer, welche nicht stumpfsinnig dahin leben, sondern im Bereiche der Geistesentwickelung, wo nicht selbst Mitwirken, so doch mit liebender Theilnahme den Fortschritten der Zeit folgen, namentlich aber der Israeliten, welchen der Erfolg dieses Gcisteskanrpfes vom höchsten Gewicht ist, indem ne mittelst desselben eine völlige Umgestaltung ihrer gesetzlichen Verhältnisse zu erringen hoffen dürfen; so fühlt der bereits hoher gebildete Theil der letzteren sich auch andrerseits dem Riesser in so fern noch stärker verpflichtet, als er durch seine Art zu kämpfen es verstanden hat, in ihnen selbst ein klares Bewußtsein ihres innern moralischen Werth es zu wecken, und eine Gleichgültigkeit gegen das Schicksal zu verbannen, welche anfangs aus dem Gefühl gänzlicher Bedrückung entstanden, nachmals fast bis zur verzweifelten Selbstverachrung entartet war, und allerdings mit der eigentlichen Sittlichkeit sich nicht befreunden kann. Dieses Bewußtsein recht hell darzustellen, in Frische zu erhalten und zu nähren, es vor jedem Ansätze politischer Umtriebe oder kirchlicher Partheiungen zu schützen und zu wahren, ist die fortwährende Thätigkeit seiner schriftstellerischen

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