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Israelitische Annalen · 1840-06-19 · Heft 25 (19.6.1840) · p. Seite 213

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 25 (19.6.1840)
Date
1840-06-19
Page
Seite 213 (sequence 1)
Language
German
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184V 19. Juni. Nw 25. Israelitische Annalen. Ein Centralblart für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegcbcn von vr. I. M. I 0 fi. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen 1V2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Friedrich Wilhelm III., König von Preußen. — Verordnung über Religionsunterricht. — Aufgeftindene Spuren zur karaitischen Geschichte, von I. Reggio. — Kritische Studien von Rabbiner Marco Mortara (Forts.) — Bemerkungen zu deS Herrn vr. Creizenach'S Aufsatz: über den Schaltmonat. — MaimonideS und feine Zeitgenossen, von vr. Carmoly. — Beantwortung der in Nr. 16 enthaltenen Anfragen, von Demselben.— Nachrichten und Correspondenzen: Palästina; Triest; Gallizien; Rheinprcußcn. — Literatur. — Kurze Anzeigen. — Anzeigen. Friedrich Wilhelm III-, König von Preußen, gestorben den 7. Juni. Alle Preußischen Staatsbürger*) trauern um einen geliebten und verehrten König, dessen Leben mit dem seines Volkes durch mannigfache Schicksale und Fügungen innig verschlungen war. Schmerzhafte und trostreiche Erinnerungen knüpfen sich an die Geschichte einer Regierung, »velche die Wechselfälle der Zeiten und den Umschwung -es europäischen Staatswesens immer nur zur gedeihlichen Entwickelung höherer Prinzipien, zur Belebung des inneren Bewußtseins und zur Entfaltung aller Staatskräfte benutzt hat. Die große und ruhmvolle Laufbahn unseres verewigten Königs bietet der Geschichte Preußens und Europas eine Fülle von merkwürdigen Ereignissen, Thaten, Zuständen und Erfahrungen dar, welche Sein Andenken zu verherrlichen dienen. Auch Die A n n a l e n der Israeliten besitzen ein unzerstörbares Denkmal Seiner Weisheit und väterlichen Huld; ein Denkmal, welches nicht blos jedes Israeliten, sondern auch jedes Menschenfreundes Brust mit inniger Rührung und Verehrung erfüllen muß. *) Der Herausgeber dieser Blätter, selbst Preußischer Staatsbürger, darf wohl darauf rechnen, daß die geneigten Leser den schwachen Ausdruck der tiefgefühlten Pietät richtig würdigen. Dies Denkmal ist das Edikt vom 11. März 1818, durch welches Friedrich Wilhelms HI. über die Vorurtheile einer finstern Zeit hinwegschreitender, wahrhaft erleuchteter Geist die Israeliten seines Reiches aus dem schmachvollen Drucke erlöste und zu freien, fast in Allem gleich berechtigten Staatsbürgern erhob. Also griff Se. Maj. großherzig in den Gang der Gesetzgebung ein, und ftreuere die Saat aus zu segenvollen Erfolgen. Und sie sind schon jetzt reich an trefflichen Früchten, wenn auch die einzelnen Bestimmungen jenes Ediktes noch gegen manche Klippe stießen und in's Leben zu treten verhindert wurden. So viel steht fest, daß die Wirkungen jenes Ediktes, bei aller ungleichen und vielfach beschränkten Durchführung, unter den Israeliten einen unverkennbaren, dem Staate und der Menschheit förderlichen Aufschwung der Industrie, der Gesittung, des geistigen Lebens und des ächten Bürgersinnes erzeugt haben. Mit tiefem Danke muß das erkannt werden, und um so begründeter sind die Hoffnungen, daß die nächste Zukunft den begonnenen Bau in dem großartigen Sinne, der bei der Gründung obwaltete, forrführen werde. Der Trost bleibt den Israeliten des Preußischen Landes jedenfalls, daß sie sich der Wohlthaten der Legislatur vollkommen würdig bewiesen haben, also in ihnen sicherlich kein Anlaß zur Zögerung vorgefunden werden könne. Wird aber das Werk vollendet, so wird sich's aller Welt bewähren, wie sehr König Friedrich Wilhelm III. das Wohl des ganzen Staates mit väterlichem Sinn beachtete, als seine Hand den Ruf zur Freiheit und zum wahren Bürgerrhum Unterzeichnete! — Segen dem Andenken des Gerechten!

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