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Israelitische Annalen · 1840-06-12 · Heft 24 (12.6.1840) · p. Seite 212

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 24 (12.6.1840)
Date
1840-06-12
Page
Seite 212 (sequence 8)
Language
German
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212 zur inner« Volksbildung dienen sollte, eine leicht zu mißbrauchende Schmähschrift werde. Der Vers, weiß zu gut, welchen Gebrauch die Böswilligkeit von jedem scheinbaren Zugeständnisse macht. Dasjenige, was man den betreffenden Personen, die man zu einer andern Richtung bewegen will, zu sagen für gut befindet, eignet sich nicht immer für Zuhörer, die nur lauschen, um sich über fremde Fehler aufzuhalten, ober diese als Vorwand zu anderweitigem Verfahren zu benutzen. Es schabet nicht, was wahr ist, offen zu sagen, aber es ist ein großer Unterschied, wie man es sagt! Bolksschriften und publicistische Werke find nicht mit einander zu vermengen! — Doch dies nur beiläufig. Hr. Levinsohn ist zu sehr als Freund der innern Verbesserung erkannt, um der Besorgniß Raum zu geben, daß er dieser zu lchaden suchen sollte! Er möge sortfahren das Volk zu belehren, und es über sein wahres Wohl aufzuklärcn. Wir sehen andern gediegenen Arbeiten dieser Art entgegen, wovon nächstens mehr. Literatur. 2^2 -py Biblisch-Hebräisches Wörterbuch, mit Angabe der entsprechenden Synonyme. Nebft Anhang, Erklärung der in rabbinischen Schriften üblichen Abbreviaturen. Von I. Johlson, Franks, a. M. Andreäische Buchhandl. 1840. XU und 6?9 S. gr. 8. (Splendid gedruckt.) Es ist gewiß recht erfreulich wahrzunehmen, daß auch einmal in der jüdischen Literatur neue Auflagen nothwendig werben, und daß deren Vers, zu Erweiterung und Verbesserung ihrer ersten Werke Aufmunterung finden. Herrn Iohlson's Schulbücher haben diese Auszeichnung verdientermaßen erfahren, und der rüstige Arbeiter hat es nicht an ernstem Fleiße fehlen lassen, um den Wünschen des mitfortschreitenben Publikums nach Kräften zu entsprechen. Die im vorigen Jahre erschienene 4te Auflage des Lehrbuchs der mos. Religion hat bedeutende Vorzüge vor vielen andern; das vor 3 Jahren neu aufgelegte hebräische Lesebuch rrnbin iTCN* übertrifft, unsrer Ansicht nach, alle ähnlichen Versuche; statt der grammat. Einleitung zu demselben, hat der Derf. im Jahr 1838 eine hebräische Sprachlehre herausgegeben, welche sich den bessern Werken in diesem Fache anschließt, — und jetzt folgt, statt eines Glossars, ein vollständiges Wörterbuch, welches wiederum viel Eigenthümliches hat, und manches Neue darbietet, — obwohl dieß Feld schon ziemlich bearbeitet ist. Die Hauptschwierigkeit ist in solchen Werken die Oekonomie, und diese müssen wir als sehr gelungen bezeichnen, in so fern der Vers, die Rückweisungen auf seine Sprachlehre zu Hülfe nimmt, und manches durch Ziffern und Zeichen ausbrückt. Sehr wichtig scheint uns die Andeutung bei 2127 Artikeln (das Ganze enthält 4518), daß bei ihnen alle Stellen, wo sie in der Bibel verkommen, angegeben sind. — Was die beigesetzten sinnverwandten Wörter betrifft, so hat der Vers, sich gegen eine Mißdeutung des Wortes Synonym mit Recht verwahrt. Er will nur auf die Verschiedenheit des Ausdrucks für solche Begriffe aufmerksam machen, die man für gleich oder ähnlich halten könnte. Wirkliche Synonyme sind selten. Bei der Bestimmung dieses Werkes zum Schulgebrauche scheint es auch ganz lobenswerth, daß hier nicht über die Bedeutung der Wörter, da wo die Meinungen getheilt sind, entschieden wird, sondern alle zulässigen Ansichten ausgenommen sind. Da mag dann jeder Lehrer wählen, und der Schüler hat zugleich den Vortheil, zu wissen, daß auch andere Erklärungen vorhanden sind. Freilich ist hier schwer eine Grenze zu ziehen, und wir würden manches Zugelassene für an sich verwerflich erklären. Z. B. "pSN, nach dem Chaldäer: Vater des rex; wo selbst die Anspielung auf rex, die dem spätlebenben Chaldäer zu verzeihen wäre, nicht einmal gewiß ist, auf keinen Fall biblisch sein kann. So viel Autorität hat kein alter Commentar, wenn er sonst noch so sehr in Ansehen steht. Eben so wenig möchte;"6d als Abbreviatur eine Beachtung verdienen. Eine Erleichterung des Gebrauches gewährt die wörtliche Anführung vieler Bibelstellen bei Stämmen von umfassender Bedeutung, deren specieller Sinn immer nur aus der betreffenden Stelle ermittelt werden kann. Z. B. ttfD:, ni&'JJ u. v. a. — Die Wahl des deutschen Ausdrucks für jeden Begriff ist überall für das Schulbebürfniß berechnet, und in den meisten Stellen, die wir verglichen haben, sorgfältig getroffen. Auch sind gewöhnlich, wo ein Mißverständniß zu befürchten wäre, so viele Synonymen beigefügt, daß der Begriff sich wieder begrenzt. Eine weitere Analyse würde den Raum unsrer Blätter zu sehr in Anspruch nehmen. Wir empfehlen das Werk als sehr brauchbar und zweckmäßig. Hierbei dringen wir noch ein älteres Wörterbuch in Erinnerung, welches fteilich nur für einen engern Kreis bearbeitet ist, doch aber den anderweitigen Gelehrten bekannt zu werden verdient, nämlich: Hebreeuwsch —- Nederduitsch Handwoordenback, voorafgegaan van eene spraakkunstige Handleiding en eene Lijst van woorden wier stamwoorden den beginner niet wel bekend sijnj en Gevold van een dubble Register der eigennamen als l#Mans-en Frouwen-namen, 2° Namen van Landen, Gevesten, steden, dorpen, zeeen, rivieren, bergen, heuvels enz. — Door M. Leuians en 8. J. Mulder, te Amsterdam bij van Emden et C°. en P. den Hengst en Zoon. 1831. xxiii und 706 S. Lexikonformat. Da der Titel schon das wichtigste des Inhaltes angiebt, die niederländische Sprache aber ohnehin nickt sehr verbreitet ist, so enthalten wir uns hier jeder Ausführlichkeit, und bemerken nur, daß das Ganze nach den Stamm-Consonanten geordnet ist, und die zweifelhaften oder minder bekannten Worte in einem Register vorher nachgewiesen werden, wodurch das Nachschlagen keine Schwierigkeit findet. Dieß Werk hat mehr die Sprachforschung als die bloßen Schulzwecke im Auge, verfährt daher überall etymologisch und unter Berücksichtigung der verwandten Dialekte, und aller Fortschritte der hebräischen Lexikographie, wie der Exegese. Auch sind bei vielen Stämmen, die weiter gebildeten nachbiblischen Formen mit angeführt uud erklärt, was wir sehr loben müssen. Es ist überaus reichhaltig, giebt viele Bibelstellen wörtlich, alle Citate genau und correct, und jeder Gelehrte, welcher nur einigermaßen mit dem Niederländischen fertig werben kann, darf sich recht vielseitige Belehrung von diesem Wörterbuch versprechen. Kurze Anzeige. Zehn Worre des Bundes, oder die sogenannten zehn Gehote für Jung und Alt, besonders für den Religionsunterricht in isr. Schulen, von S. L. Liepmannssohn. Dortmund 1840.19. S. 8. Der um die Volksbelehrung bereits verdiente Verfasser hat hier eine katechetische Bearbeitung des Dekalogs geliefert, die, eigentlich einen Theil jedes Katechismus bilden muß. Wir wissen nicht recht, wozu dies Fragment besonders erscheint, da es nur Weniges ausführlicher behandelt, als die gewöhnlichen Religionsbücher. Inzwischen können Lehrer aus gegenwärtigem Schriftchen, ohne gerade sich streng an den, bisweilen verfehlten, Ausdruck zu halten, manche ergänzende Idee schöpfen. — Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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