Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 23 (5.6.1840)
- Date
- 1840-06-05
- Page
- Seite 197 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s. Juni. Nro 23. 1840. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. I o st. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Aufgefundene Spuren zur karaitischen Geschichte, von 3- Reggio. — Verhältnisse der Israeliten in Rußland. —Replik auf des Hrn. vr. Zunz Angriffrc. von Ilr. Carmoly. — Kritische Studien, vom Rabbiner Marco Morkara. — Nachrichten und Korrespondenzen: Frankreich; Straßburg; Würtemberg. — Briefe über Volksschriften. — Anzeigen. Arrfgefundene Spuren zur karaitisehen Geschichte. Mitgetheilt von I. Reggio. 1. Schreiben des Karaiten Salomo BaUm aus der Krimm an Herrn I. Blumenfeld in Odessa.*) Seitdem es mir beschieden war, meine Lehrer und Freunde in Odessa zu verlassen und nach meinem Geburtsorte Baktscheserai zurückzukehren, um mich des kleinen Kreises meiner Familie zu erfreuen, faßte ich zugleich den Vorsatz, meine Zeit nicht ganz zwecklos zuzubringen, strebte vielmehr etwas zum allgemeinen Besten mitzuwirken. Da nun Gott mit mir war und gnadenvoll meinen Wunsch in Erfüllung gehen ließ, so will ich Dir, geehrter Freund, interessante Neuigkeiten mittheilen, denn ich weiß, daß Du tief forschest, und merkwürdige Nachrichten über Israel aus fernem Lande dich erfreuen, sowohl um Deiner eigenen Belehrung willen, als auch um andern Freunden der Wissenschaft es zu eröffnen. *) Das Datum steht nicht in der uns zugefertigten Abschrift. Die Briefe sind indeß wenige Monate alt. Wir werden dies nachholen. Die Originale sind hebräisch. — Eine anderweitige Nachricht haben wir schon hievon theilweise erhalten und in Nr. II wiedergegeben. Die näheren und authentischen Details sind aber der Veröffentlichung würdig. D. H. Nachdem ich einige Zeit auf dem Berge bei Baktscheserai, genannt Tschufut-Kaläfd. h. Judenburg; nur Karaiten wohnen hier, und der Name jft diesem Berge von den Tataren in der Stadt als Schmähnahme beigelegt) im Schoße meiner Familie verweilet hatte, begab ich mich nach Ewpatoria, wo eine bedeutende Karaiten-Gemeinde wohnt, um die Gelehrten kennen zu lernen mit dem Oberhaupte, welcher auf Befehl Sr. Maj. des Kaisers alle unsere Gesammt-Angelegenheiten zu leiten und bei der Regierung zu vertreten hat, Herrn Simcha B o b o w i t sch (dem bereits durch seine Correspondenz mit Herrn vr. I. M. Jost, Herausgeber der Geschichte der Israeliten, in weitern Kreisen bekannten Mann, — s. hierüber das Werk mpi n:e *) zu sprechen, und insbesondere über das Unterrichrswesen und die Lebensweise und Sitten unserer Glaubensgenossen seine Anfichten zu vernehmen; denn bisher standen dieselben auf asiatischem Standpunkte, und die europäische Sonne war ihnen noch nicht aufgegangen. Ich fand dort den wackern und einsichtsvollen Lehrer, Hrn. Abraham Firkowitsch und freuete mich unendlich, zu sehen, wie *) Dies Werk ist mir unbekannt. Die Correspondenz aber ist bei mir einzusehen, und gewiß sehr merkwürdig. Einen Theil habe ich im Jahr 1830 durch die Hallische Allg. Lit. Zeitung bekannt gemacht. D. H.