Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 21 (22.5.1840)
- Date
- 1840-05-22
- Page
- Seite 188 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Exod. 20, L. -inrSLIN' wo daS Jod fehlt. Ierufch4,S. Prov. 22, 28 mit einem Jod zu viel. Peah5,6. Kode!. 5, 9. ft. n? Macoth 10, a. I. Samuel 2, 24. □•vnjjiD ohne Zod. Sabbath 55, b. Iosua 8, 9. p£j?n ftüyn Megilla 3, a. Gen. 38, 25'. nmo ohne Aleph nach dem R. Chananel Kethub. «7, b. Gen. 25, 6. hat Raschi ohne Jod. Num. 7. 1. hat Raschi ohne vav. Exob. 25, 22. Hat Raschi nK) für piK* Deuter 6, 9. Hat Raschi nrtf.Ö ohne vav. Ps- 144, 2. hat Raschi vnnn für mT Literarisch; Kritische Briefe. 3. Gallizien, 27. April 1840. — Hirsch Hajuth. Vor einigen Tagen hat ein Werk unter dem Titel 'ai owinn bv mpa max -mo von H. Haiulh, Radbmer in Zolkiew,' daselbst die Presse verlassen. Diese Schrift, welche wie der Titel besagt, von der Entstehungszeit der Targumim und Midraschim handelt, bildet nur einen Vorläufer zu einem größern Werke über dieses Höchst wichtige Thema, so nächstens erscheinen soll. — Vor allem erkläre ich mit großer Freude, daß die Bemerkungen des Aufsatzes in den vorjährigen Annalen Nr. 22 augenscheinlich einen Eindruck auf den Verfasser gemacht haben; denn der ganze. Ton seiner Untersuchungen hat sich geändert, und ein ruhiger besonnener Gang, fern von Bitterkeit gegen die, mit welchen er nichst übcrcinstimmt, zeichnet dieses Werkchen meistens aus. Möge auch bas größere Werk den Geist einer friedlichen Wissenschaftlichkeit akhmen, und der Gelehrten-Welt durch Vermeidung jeder Persönlichkeit und heftigen Polemik, wovon noch kleine Spuren im vorliegenden Hefte Vorkommen, zur Ehre gereichen. Nur so fruchtet der Kampf um wissenschaftliche Wahrheit und läßt befrtedigende Ergebnisse hoffen. Die Abhandlung, welche wir jetzt vor uns haben, verdient bas Lob einer fleißigen kritischen Forschung, indem stch der Verfasser den Anforderungen unsrer Zeit in allem, was Methode betrifft, annähert und bedeutend abgegangen ist von der in seinem frühem Werke min*) herrschenden *) Dies Werk (erschienen Zolkiew 1836, 4to.) gehört unsres Erachtens trotz mancher daran geknüpften Mängel zu den interessantesten Erzeugnissen der rabbinischen Literatur. Es enthält dem Titel zufolge 13 Abhandlungen zum Beweise der Integrität der Offenbarung der hetligen Schrift und der damit verbundenen Tradition. Ganz besonders bemüht stch der Verf., anstatt sich in einzelne Gesetzdisputationen cinzulassen, allgemeine Grudsätze aufzustellen, durch welche die innere Einheit überall begründet werden soll. Um nur eine kleine Ansicht von dem reichen Inhalte dieses Werkes zu haben, setzen wir eine kurze Ueberstcht hieher. I. Ueber das Gesetz. 1) Prophetismus und dessen Einfluß auf Gesetz; 2) Räbbinische Ideen über nicht zu entscheidende Fragen; 3 — 4) Recht der Propheten zu momentanen Aenderungen; 5 — 6) Reckt der Gerichtshöfe zu Aenderungen; 7) Recht der Könige Israels; 8) über Derurtheilung einer Stadt wegen Götzendienstes; 9) über die Kriegesgesetze; 10) über die Noachidrscken Gesetze; II) über die Patriarchalische Lebensweise; 12) über Abänderungen der Gesetze. II. Ueber die Tradition. 1) Allgemeine Ansicht; 2) Lösung mancher Widersprüche; 3) Abweisung verschiedener Einwendungen; 4) Herkommen, aus den Propheten ersichtlich; 5) Eregese, durch die prophetischen Aeußerungen erwiesen; 6) Exegese durch kritische Regeln; 7) neue Gesetze aus den Propheten entnommen; 8) räbbinische Satzungen; 9) Nachrichten von alten Gebräuchen. Verfahrungsweise, wiewohl noch unverkennbar seine ältere Methode hin und wieder sich geltend macht. Inzwischen steht zu erwarten, daß der Herr Verf. sich immer mehr mit der bessern Art, wissenschaftliche Untersuchungen zu behandeln, befreunden werde, und sicherlich wird dies seinen Zwecken am besten zusagen, und er selbst seinen Lohn darin finden. Tüchtiges zu leisten. Wir haben nun diese neue Forschung genau durchgenommen, um zu sehen, wie fern die Wissenschaft durch dieselbe gefördert sei. Leider müssen wir gestehen, daß unsere Erwartungen nicht erfüllt worden. Die wichtigsten Resultate, welche hier besonders hervorgehoben werben, finden sich bereits in den Werken seiner Vorgänger, und was neues dargeboten wird, versiert sich und ist auch im allgemeinen unbedeutend. So enthalten z. B. seine Bemerkungen über Onkelos zum Pentateuch kaum den hundertsten Theil von den trefflichen Untersuchungen Luzzato's über denselben Gegenstand im Philorenos (-u smx). Freilich sucht der Verf. jeden Verdacht der Benutzung fremder Studien dadurch von sich abzuweisen, daß er wiederholentlich versichert, er habe durchaus kein Werk über die Thargumim vor sich gehabt, und schöpfe nur aus der Quelle. Allein schwerlich darf man das billigen. Warum denn meidet ein Schriftsteller seine Vorgänger? Diele Rabbinen unsrer Zeit verfallen in diesen Fehler, sei es Stolz ober Neid, was sie abhält, die Werke anderer Gelehrten zu lesen, und zu sehen, was bereits auf dem Gebiete, das sie bearbeiten, geschehen sei. Vor dem war es nicht so, da machte sich's jeder zum Verdienst, die Literatur genau zu kennen. Hätte unser Verf. den Philorenos gelesen, so konnte er viel Worte sparen, und des Juda Ieitteles Bemerkungen in Bik. hait. hätten ihm bas nachgewiesen, was er Blatt 2. S. 1 nicht weiß. — Betreffend die Midraschim hat er nicht ausführlich genug gehandelt; das Meiste, was er vorbringt, ist aus Zunz entlehnt, obwohl er hie und da ihn bestreitet. Die Entdeckung, Bl. 4. S. 2 über die Äleobila, aus welcher Maimvnides eine Menge Entscheinungen entlehnt hat, deren Ursprung man nickt kannte, eine Entdeckung, die der Verf. sehr hoch veranschlagt, steht schonlängst in Asulai's Schem hagbolim. Ein Jrrthum ist es, wenn 5, 2. dem Raschi ein Commentar zu Ber. Rabba zugeeignet ward, denn ein solcher eristirt nicht; ber angeblich ihm zugeschriebene Commentar ist so wenig von ihm, wie der ebenfalls seinen Namen tragende zu den Spr. ber Vater. Styl unb Denkweise zeigen zur Genüge, daß er untergeschoben ist. — Ungeachtet dieser Ausstellungen hat doch daS Werk viel Verdienstliches, indem es eine starke Belesenheit und, wie gesagt, viel Scharfsinn und Forschungsgeist entwickelt. — Wir sind begierig auf das größere Werk, und wünschen nur, daß eS wie frei von unnützen Angriffen auf Personen, so auch im Sprachausdruck rein von Barbarismen erscheinen möge! Sicherlich wird der Vers, sich große Verdienste erwerben, welche durch Aufdeckungen einzelnerIrrungen durchaus nicht geschmälert werden. Hl. Ueber die Unveränderlichkeit des Gesetzes; 1) Verbot jedes Zusatzes; 2) Zulässigkeit mancher Zusätze; 3) Verbot der Abänderungen; 4) ausführlich über die traditionellen Gesetze. Es ist mit ungemein bedeutender Quellenkenntniß verfaßt, dringt tief in den Geist der Thalmudisten ein, und sucht eine Consequenz zu beweisen, die mindestens eine wissenschaftliche Prüfung verdient. Wie wenig wir auch mit den Resultaten übereinstimmen, so müssen wir doch dem Geiste des Df. Gerechtigkeit widerfahren lassen. besonders von seinem Standpunkte aus. Zu bedauern ist die Unordnung der innern Oekonomie. 13 Abhandlungen werden versprochen, und das Ganze zerfällt nur in 3 Theile, und diese in die de» zeichneten Abschnitte. Gleiche Ungenauigkeit der Redaktion ist auch im Stoffe wahrzunehmen. D. H. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.