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Israelitische Annalen · 1840-04-24 · Heft 17 (24.4.1840) · p. Seite 152

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 17 (24.4.1840)
Date
1840-04-24
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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152 das ganze Gebiet des religiösen Lebens, in welchem hier so viel Historisches aus den vorangesteüten Standpunkten angeschauet werden, und sich in philosophische Prinzipien fügen muß oder soll, daß man mit letztem erst sehr vertraut sein muß, um die strenge Consequenz, worauf es hier ankommt, zu ermitteln, und entweder Beifall zuzuwinken, oder mit dem Lerf., -welcher uns das Ergebniß eines langen Nachdenkens vorlegt, zu rechten. Vorläufig genügt es, die Sache zur Erörterung gebracht zu sehen. Ein Einzelner wirb den großen Bau nicht aufführen; gewiß werden neue Geister sich anschließen, um die Gedanken immer mehr durchzusprechen und die Schwierigkeiten zu heben. Mögen nur alle es verstehen, ihr Material so wie Herr vr. Francolm in so abgerundeter Form darzustellen, und die Präcifion des Ausdrucks beobachten, welche das vorliegende Werk vor den meisten, die in diesem Fache erscheinen, auszeichnet. Wir wünschen zunächst, daß viele dies ansprechende und allgemein verständliche Buch lesen, und hoffen dann nach dem verschiedenartigen Eindrücke, den die darin enthaltenen Vorschläge machen, und den mannichfachen Bemerkungen, welche nickt ausbleiben werden, auch über degen praktische Seite einen umständlichern Bericht geben zu können. D. H. Literarisch - Kritische Briefe. Gallizien. (Schluß.) Noch habe ich von Isaak Ber Levinsohn aus Kremnitz zu sprechen, dem die Sprache sehr zu Gebote steht, wenn er will, dessen bisherige Schriften sich aber von obigem Fehler nicht frei halten. Er verdient eine besondere Beachtung, zumal wir jetzt ein neues Werk von ihiy erhielten. Wir haben von ihm bereits 7i>nt2r2 nniyn (Willna 1828) über die Zulässigkeit profaner Studien, worüber Reggio schon (Kerem Chemed II. 20) ein richtiges Urtheil abgegeben; DDK (daselbst 1837) über die Beschuldigung des Blutlrinkens, eine weit gediegenere Schrift, indem sie sich nicht über den Horizont seiner Kenntnisse »ersteigt; und die neueste ist n"nrr> rPD (Wilna 1840). Der erste Titel die/ ses Werkes lautet also: naiimn by nn unp mro irrno^ nnw na •nrr6 EBpn "vw rnu \n,apn niöw rrofen 1 — *n-p pa ttok nsian man Auf dem zweiten Titel liest man folgendes:; nnvn nwnö mn nmp bb'Q rmrp na nsnm nanm mn ’H'id'1 nym ny nm ovn ny oncn moyo2 nown rompi mn pjo □■»mn ijoen Drp^ytp nna’ay pini nmru crnann iiMm □nbin ü'y~iS) nrans □nann a',N-n mn ■»an# n'szy pmi nooino p* 722 rannaw ]m mm2 jn nm b22 iopiy Dn2nem D’DDnn ny ünn2ND naan nnipt nn ovn ny nc:ra N2n noroi orpnipnui onvnanan Dnvnyml nwo n2n' oa* nyno nau m!?nai oan ntpo mnhn 12 mapnn ^>rnn pt Pou uynnnaiy mrcn by onnn omsa rann) 1 Dipo pi 722 r^nnn:^ □aoisPani omNnnn maisa nmai nio^nn ‘b2 n^yiei nwnn nan nnyn ny cKvoa 'wnnnaw nbann pw y6n nta □:« nxo paa niarpa fern mp2 na'nv2 ns anao nboon nrr'H nyni msyies •p« "jnm nosnm nnmn mpn Aus dem prahlerischen Titel mag man auf das Ganze schließen. Himmel! wie kann ein Werk, das so viele großartige Gegenstände behandelt, deren jeder eine besondere riefe und vieljährige Forschung erfordert und nur in voluminösen Werken erschöpft werden dürfte, mit 25 Druckbogen abgethan sein? In der Thal herrscht auch darin eine unverzeihliche Oberflächlichkeit, und das Ganze ist voller Fehler und Irrungen. Ich müßte, wollte ich diese alle aufdecken, ein noch dickeres Buch schreiben. Doch ich verzichte um so eher darauf, als der Verf. seine Leser dringend ersucht, nicht zu kritisiren und zu urtheilen, bis er sein anderes Werk nsixn na herausgegeben hat. Wir wollen also warten. Nur über einige Punkte mag ich, um der Wahrheit willen, nicht schweigen. Auffallend ist die Doppelgängerei. bald als ein Mann von klaren Ansichten aufzutreten, bald wieder allen Aberglauben und alle Hirngespinnste zu vertheidigen, und so das Gute wieder zu verderben. Wir halten uns nicht berechtigt, mit Jemanden wegen Irrungen zu hadern, denn jeder Mensch kann irren, aber da wo ein Nachtheil aus dem Stillschweigen entstehen kann, ist es Pflicht zu reden und insbesondere jede absichtliche Entstellung der Wahrheit ohne Scheu zu enthüllen. S. 264 heißt es: „Der erste Gelehrte unter den Israeliten. welcher das Dasein von dösen Geistern erwähnt und daran glaubt, ist Philo, und von ihm hat sich vielleicht diese Kunde weiter verbreitet, auf Thalmudisten und Kabbalisten. Und wenn auch manche Geonim, und Aden Esra, Maimonides. Kimchi, Abravanel u. a. nicht daran glaubten, so müssen wir doch den Lehrern im Thalmud und den Kabbalisten mehr trauen, denn die Sache ist ja noch nickt erwiesen, und viele andere Dinge sind von Gelehrten und Philosophen bestritten worden, deren Dasein und Wesen nachmals aufgefunden worden." .(Dann müßte man auch an mehrere Götter glauben!). Ebendas, heißt es: „Jeder Verständige muß sich hüten, die uns seltsam scheinenden Legenden unsrer Weisen im Thalmud zu verkennen; so gut wie im gesetzlichen Theil des Thalmuds vieles tiefgedacht und schwierig ist, so auch in jenen; denn alles ist von einem Hirten gegeben, und alles ist bas Wort des lebendigen Gottes." (Freilich sprach sich auch Mendelssohn ähnlich aus; s. Allg. Archiv des Judenthums von Heinemann, S. 11; allein Jedermann weiß, daß er nur den Thalmud gegen arge Angriffe der Nichtkenner vertheidigen wollte; unsere Zeit sieht die Sache in einem anderen Lichte. S. Annalen 1830. Nr. 30.) S. 321. „Da sich große Gelehrte und sogar in späterer Zeit mit der Kabbalah beschäftigt haben, so beweist dies (?) daß sie wohl nicht ganz leer ist und Achtung verdient! Denn wer kennt die Geheimnisse Gottes und selbst die unerforschlichen Naturgesetze, oder gar die Tiefen der Bibel und die Zwecke der Vorsehung? Wer will alle Wunder und Naturveränderungen, welche viele Fromme der Thanaim und Amoraim, sei es durch praktische Kabbalah oder durch Gebet und Frömmigkeit bewerkstelligt haben? — Ja der große heilige Kabbalist Ari (Is. Luna) der Deutsche, hat erstaunliche Wunder verrichtet, und Eliahu ist ihm oft erschienen und hat ihm Gottes Willen offenbart!" — Demnach müßte man auch an Astrologie glauben, weil Maimonides und andere daran geglaubt haben! — Uebngens lese man wegen ber Kabbalah Ari Nohem XXV. und sonst; auch Geigers schöne Einleitung zu Slelo Clioplumjun!) Was soll man zu diesen wahrhaft betrübenden Auslassungen sagen? Freilich muß man annehmen, daß dies seine aufrichtige Meinung ist, die er ererbt hat, und daß er nicht gerade zu täuschen beabsichtigt; allein fragen muß man, warum er denn dem Thalmud verkehrte Gedanken in den Mund legt, welche dieser gar nicht enthält? S. 145 sagt er, es werde im Thalmud erlaubt, öfters unter Umständen seinen Glauben und seine Ansicht und seine Ueberzeugung zu verleugnen und also zu heucheln, wenn man sich unter Solchen befindet, welche durchaus denselben entgegen sind! und er beruft sich auf Jebamoth 121, während dort nur steht, daß man nicht gewaltsam seine eigene Ueberzeugung andern aufzudringen versuchen solle, wenn kein Erfolg zu hoffen sei. — Solche Grundsätze dienen also gewiß nicht dazu, sein Verfahren zu rechtfertigen! — Diese Proben werden übrigens genügen, um den Geist des Werkes in das rechte Licht zu stellen. 0. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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