Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 13 (27.3.1840)
- Date
- 1840-03-27
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Außerordentliche Beilage zu den Israelitischen Annalen N" 13. Die 9TP©stscripta” des Hn. Rabbiners Hirsch in ihrem Verhältnis zu mir. Als ich die marktschreierische Ankündigung der odengenannten Schrift, mit ihren von den Ausrufern an Thierhütten u. dergl. erborgten Ausdrücken: „Herbei, herbei," u. A. in der allgemeinen Zeitung des Iudenth. Nr. 7 gelesen hatte, mußte ich allerdings ein der Ankündigung entsprechendes Produkt erwarten und war daher sehr unbesorgt über die Drohung, man werde darin sehen, wie ich neben anderen wackeren Männern „eifrig bemüht sei, meinen Ruf als denkender Gelehrter immer mehr zu untergraben." Indem ich jedoch heute die Brochüre selbst zur Hand bekam, mußte ich mich fast wundern über die Ehre, die mir in der Ankündigung widerfahren, mit und sogar als der Erste genannt zu sein, da mir in der Schrift selbst bloß 8 Seilen gewidmet, und diese zur Hälfte mit Schimpfwörtern angefüllt sind. Hrn. Hirsch mag freilich meine Methode, seine Schriften zu analystren, nicht sonderlich behagen, da ich auf Principien eingehe und er solche nicht zu fassen im Stande ist. Vielmehr daran seine größte Freude hat, in Einzelnheiten sich herum zu tummeln, eine Freude, die ich ihm sehr wohl gönne. Ich hatte ihm in meiner Recension seiner „Versuche über Jissroel's Pflichten" (wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie. B. IV. H. 3. S. 355 — 381) nachgewiesen, daß er Intoleranz, die in frühern Zeiten höchstens entschuldigt werden konnte, für unsere Zeit zum Gesetze erhebt, daß er die Bewegung, welche im ganzen Leben des Iudenthums sich zeigte und die ich ihm urkundlich belegte, nieberdrückt, daß seine Eregese eine durch und durch verkehrte, wie seine Sprachkcnntniß eine durchaus mangelhafte ist und er deßhalb Deutungen von Bibelversen, welche der Thalmud anlehnungsweise hinstellt, geradezu zu eigentlichen Uebersetzungen stempelt, daß seine angeblichen Gründe für die Satzungen lächerlich und in sich widersprechend sind. Jedoch Hr. H. meint oder giebt vor zu meinen, auf diese Nachweisungen nicht eingehn zu müssen, da er die Entscheidung dem Urtheile denkender Leser anheimstellen dürfe, und ich erkläre mich, mit diesem Verfahren um so mehr für einverstanden, als die Entscheidung bereits vollzogen ist. Dennoch glaubt er Einzelnes widerlegen zu können, und ich halte es für Pflicht, ohne Anhäufung von Ausrufe-, Fragezeichen und Gedankenstrichen, über diesen Versuch einige Worte an verständige Leser zu richten. Unter einer Menge von schiefen Erklärungen habe ich Hrn. H. auch nachgewiesen, daß er hebräische Wörter falsch schreibt, z. B. immer „Issor" für „Issur," da nämlich TO* „Verbot" ein „neuhebräisches," d. h. ein nicht in der Bibel vorkommendes, nach dem Sprachgebrauche der spätem Zeit gebildetes, ein Nomen verbale des Piel, ist, während das biblische -idj* (Issar oder Eßar) eine ganz andere Bedeutung hat, nämlich „Gelübde," und nie mit Wav nach dem Ssamekh geschrieben werden kann; Hr. H. meint, -yoN sei allerdings „ Issor" (d. h. Issar nach portugiesischer Aussprache). — Das Wort mrTN‘ wird in der Bibel bloß von dem Theile des Mehlopfers gebraucht, der auf den Altar gebracht wird; ich mochte daher Hm. H. nicht zutrauen, daß er das Wort (2 M. 34, 19), welches bei dem erstgeborenen männlichen Viehe, das dem Priester gehören soll, gesagt wird, von diesem ächthebräischen ableite. sondern dachte, er rufe wohl die späthedräische Bedeutung des letzteren Wortes „göttlicher Name" zu Hülfe. Hr. H. hat aber von allen diesen Verschiedenheiten gar keinen Begriff und meint frisch darauf weg, dieß Alles sei ganz gleichgültig. Ich habe Hrn. H. bemerkt, daß nnnn nicht übersetzt werden könne mit „sich bekennen," da das Wort 3 M. 16, 21 von Aaron gebraucht werde, der nicht seine Sünden, sondern die des Volkes, und ebenso 3 M. 26, 49 von Solchen, welche die Sünden ihrer Väter bekennen; dafür hat Hr. H. jedoch keinen Sinn, aber wohl dafür, schlau hinzuzufügen, „ ich fände es widersinnig, eben darin (in dieser Uedersetzung?) das Selbstgeständniß, das Selbsterkennen der Sünde als Ziel des Bekenntnisses zu erblicken," wovon ich nicht ein Wörtchen sage. Ich bemerkte ihm, es sei erfunden, daß gerade zwischen Peßach und Schebuoth die Verfolgung der Juden durch die Kreuzzügler stattgefunden habe; Hr. H. verweist auf „jede Geschichte der Kreuzzüge." Auf seine Vertheidigung einiger weniger der von ihm aufgestellten und von mir in ihrer Nichtigkeit bloßgestellten Gesetzesgründe läßt sich nun gar nicht eingehn, da bloß früherer Unsinn mit geänderten Worten wiederholt wird. Was ist nun einem solchen Schriftsteller gegenüber anzufangen? Ihn eines Besseren belehren? Dafür ist er unzugänglich. Das ihm etwa anhangende Publikum von dessen völliger Unkenntniß überführen? Dazu gebricht es demselben an Einsicht, es freut sich bloß der Katzbalgereien. Nur ein unbefangenes Publikum, das jedoch die Muße nicht hat selbst zu untersuchen, mochte ich durch das Mttgetheiite