Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 12 (20.3.1840)
- Date
- 1840-03-20
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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106 aufzubieten, um trotz der Drohungen und Befehle der Franzosen, jenes Capital dem Aerar S. M. zu retten, und im I. 1816 hatte er die Freude, es dem Kaiser Franz I. ruhmvollen Andenkens zu überreichen, und die ehrendsten Ausdrücke der Anerkennung wurden ihm dafür zu Theil. Nach der Restauration errichtete er wieder eine See-Affuranz-Gesellschaft, unter dem Namen Accomandita d’Assicurazione, welcher er 6 Jahre Vorstand; dann stiftete er eine andere, unter dem Namen Concordia d’Assücuratori, deren Leitung er einem seiner Söhne übertrug, sich nur den Titel Consultore vorbehaltend. — Die von der Regierung im I. 1819 anempfohlene Errichtung einer Feuer- Assuranz für die ganze österreichische Monarchie, brachte er 1883 zu Stande, indem er die Azienda Assicuratrice organisirte; welche alsbald die kaiserl. Sanction erhielt. Im Jahr 1832 brachte er die Assionrazioni Generali Austro-Ilaliche, unter Mitwirkung des Akvokaten Giambatista 0r. de Rosmini, zu Stande, welche alle Arten von Versicherung annimmt. Diese Anstalt ist so großartig, daß sie in L Jahren mehr als 4 Millionen si. C. M. an Schaden vergütet hat, welche sonst die Individuen erlitte« hätten. Morpurgo schrieb auch' im Jahre 1880 eine Sammlung von Bemerkungen und Erfahrungen über Assuranzen aller Arten; ein Werk, welches in diesem Fache sehr geschätzt wird. Auch wurde er in mehr als 160 Processen in Seegeschäften zum Schiedsrichter ernannt, und man appellirte von seiner Entscheidung nicht weiter. Neben den häuslichen und öffentlichen Geschäften widmete er aber einen bedeutenden Theil seiner Zeit den Angelegenheiten seiner Glaubensgenossen. Er war wiederholentlich Präses der Gemeinde zu Triest und scheuete weder Mühe noch Geldopfer, wo es galt, der Gesammtheit zu nützen. Der Jugend flößte er Liebe zum Vaterlande und zur rechtmäßigen Regierung ein, und er und seine Amrsgenossen bewirkten, daß allein aus Tuest 22 Israeliten in die Landwehr einrraten. — Als Mitglied der Direktion der allgemeinen Armenanstalt der Stadt brachte er es dahin, daß auch die Israeliten zu dieser frommen Anstalt mit zugelassen wurden, wobei er mit manchem Vorurtheil zu kämpfen hatte. —Er ließ auf eigene Kosten die Uebersetzung des Gebetbuches nach deurschrm Ritus, zum Besten der Unkunkundigen drucken. — Er war es, auf dessen Verwendung der selige Rabbiner Ritter Abraham de Cologna nach Triest berufen ward, und seiner Bemühung verdankte man vorzugsweise nachmals die Anstellung des jetzigen Rabbiners S. Graz. Treves, eines vortrefflichen Redners, welcher sein ehrenvolles und schwieriges Amt zum Ruhme der Israeliten so trefflich ausfüllt. Er vernachlässigte auch nicht seinen Sinn für schöne Wissenschaften, insbesondere die hebräische Poesie. Er verfaßte verschiedene Oden, Sonette und Elegien, welche gedruckt und nachmals auch in's Italienische übersetzt wurden. Er übersetzte Pope's Essay on man in hebräische Verse; — eine sehr mühevolle Arbeit. Sein Leben verstrich in beständiger Thätigkeit und Heiterkeit bis zum Eintritt der letzten Krankheit, welche nach drei Tagen seine Laufbahn beschloß. Zwei Tage zuvor setzte er seine Grabschrift*) in hebräischen Versen auf, welche seinen Leichenftcin ziert. Er starb am 12. August 1835 im Alter von 74 Jahren. Er war streng religiös, aber freisinnig und ohne Vorurtheile, rechtschaffen und wohlthätig, so uneigennützig, daß er für das allgemeine Beste arbeitend, sich und die Seinigen wenig bedachte; im Uebrigen ein liebevoller Familienvater und im Hause verehrt, und von allen, die ihn kannten, hochgeachtet. Seinen Söhnen hinterließ er einen herrlichen Schatz, sein Andenken, seine Wohlthaten, seinen ruhmvollen Namen, — mehr werth als Reichthum. Blick auf den Thalmnd. Von I. Reggio. Eine wahrhaft großartige, für die Geschichte der Menschheit im Allgemeinen einflußreiche, für die Entwickelung des Judenthums aber insbesondere *) Sie lautet: IOK'1 Kip D'OPD "jKPD ■pT byü am nsn nsi "p2^i -\b pos 212 21 rD in iono pp nwnn no nyn □'01102 m:n ■pNi oii' onm rmn^ ov Vermuthlich ist ein ähnlich lautender italienischer Tert beabsichtigt, wodurch der Styl etwas hart erscheint. I.