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Israelitische Annalen · 1840-03-06 · Heft 10 (6.3.1840) · p. Seite 85

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 10 (6.3.1840)
Date
1840-03-06
Page
Seite 85 (sequence 1)
Language
German
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1840, 6. März. Nr° 10. Israelitische Annalen. E i n E e n t r a l b l a t t für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegebe« von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen l1/* Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. S; man sudscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. vr. Kranket über die Eiderleistungen. — Der ZrlotiSmuS und seine Gegner (Fortsetzung.) — Analekten von Luzzato. — Nachrichten und Korrespondenzen: Bericht einer gelehrten russtchen Israeliten au« Litbauen (Schluß); Rheinpreußen, über Consistorien (Schluß); Frankreich. Schluß des Entwurfs; Bericht aus Mähren. — Literatur. vr. Frankel, über die Ci-esleistungen. Das Interesse, welches jüngst die Verhandlung zn Saverne über den Eid more judaico gefunden hat, wird eine gründlichere Bearbeitung dieses Gegenstandes von Seiten eines Mannes, der aus streng traditionellem Standpunkt die Sache betrachtet, mit Freude begrüßen. Ein solches Werk hat so eben die Presse verlassen. Es führt den Titel: die Eidesleistung der Juden in theologischer und historischer Beziehung vonvr.Z. Frankel, Oberrabbiner der israelitischen Gemeinden zu Dresden und Leipzig. Wir beeilen uns, allen welchen die Erforschung der Wahrheit und die Zerstörung solcher Vorurtheile, welche unsrer Zeit zur Schmach gereichen, am Herzen liegt; auf diese Schrift aufmerksamzu machen. Wir haben hierbei minder den literarischen Werth dieser Arbeit, als vielmehr deren praktische Tendenz im Auge, welcher sie auch unmittelbar ihre Entstehung verdankt. Bereits im vorigen Jahre haben wir von den Bemühungen des Herrn vr. Frankel, in Sachsen einige Modificationen in der Beeidigüngsform zu erlangen, so wie von derem günstigen Erfolg Bericht erstattet. Gegenwärtig hat er den ganzen Gegenstand mit vielseitiger Umsicht und umfassender' Gelehrsamkeit ausführlich erörtert. Da die von Herrn vr. F. bei der erlauchten sächsischen Regierung eingereichten Gutachten bereits die Ueberzeugung von der Angemessenheit einer Abänderung der Eidesformeln bewirkt haben, (welche theils schon eingetreten ist) und die Sache nunmehr der Gesetzgebung zur weitern Erwägung übergeben werden soll, so daß wir demnächst interessanten Debatten über einen deßfallsigen Gesetzvorschlag entgegen sehen dürftn, so müssen wir um so mehr einer so zweckmäßigen Vorarbeit, welche es erleichtert, sich in den fraglichen Punkten gehörig zu orientiren, eine allgemeine Verbreitung wünschen. Ton und Haltung der Schrift sind voll Würde und wissenschaftlichen Ernstes, die Darlegung der Thatsachen geschieht mit dem Bewußtsein des Rechts, und mit der Wärme, welche die Vertheidiguug lebendiger Interessen der Menschheit anregt, zugleich aber mit der Mäßigung, welche, ohne aus Menschenfurcht die Wahrheit zu verhehlen, doch die Leidenschaften zu reizen vermeidet, und nur das ausspricht, was belehrend und überzeugend forrwirken kann. Es wird von vorn herein unumwunden dargethan, daß zwar bei Aufstellung der ältern Formeln für die Eidesleistungen der Juden in christlichen Staaten ein seltsames, aus offenbarer Unkunde herrührendes Mißtrauen den ersten Anlaß zu den son-

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