Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 3 (17.1.1840)
- Date
- 1840-01-17
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
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1840. 17. Januar. 3. Israelitische Annalen. E i n Celrtralblatl Geschichte» Literatur und Cnltur -er Israelite« aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. I o fi. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen lVa Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Fortgang der Reformangelegenheit in Frankreich. — Ueber die angeblichen Plagiate Abrabanel's und Moscato's (Schluß). — Antwort an Herrn Lebrecht. — Beantwortung der historischen Frage des Herrn vr. 3. M. Jost, von vr. C arm oly. — Ueber fehlende Volks - und Schulbücher von A. Kohn — Antwort auf eine Anfrage aus Baden. — Nachrichten und CorrefponrenzenGroßherzogthum Posen; Nachrichten au» Palästina; aus Bombay. — Anzeigen. Fortgang -er Neformangelegenheit in Franreich. (Vergleiche Jahrgang 1839. Nr. 57 u. 58.) Schreiben des GrandRabbin zu Marseille, an das Consiftorium zu Paris. Wir haben bereits berichtet, daß das Consistoire central mit dem Plane umgeht, die Cultusreform unmittelbar unter seine Leitung zu nehmen und somit eine Einheit des Cultus in allen französischen Gemeinden herzuftellen. Um dies auf legalem Wege zu bewirken und die Stimmen der verschiedenen Rabbinen aller Circonscriptions einzuholen, hat das Central-Consiftoriüm einen Entwurf zur Reorganisation des israelitischen Gottesdienstes an alle einzelnen Ober - Rabbinen gesendet. Wir werden denselben in einem unsrer nächsten Blatter ausführlich mittheilen. ..Als bloßer Entwurf hat freilich die Sache noch keine große Bedeutung gewonnen, und wir betrachten ihn nur als ein, jedenfalls dankenswürdiges Ergebniß der wiederholten mitunter bitter« öffentlichen Angriffe wegen Unthatigkcit, gegen welche sich das Consistoire central allerdings am besten durch Thätigkeit zu schützen versucht. Weit wichtiger als der Entwurf selbst, dessen Einzelnheiten ohnehin mehr die französischen Israeliten und ihre Verfassung angehen, als die Synagoge im Ganzen, erscheint uns der Widerspruch, den derselbe findet und die Art, wie dieser sich geltend macht. Wir haben hier die gedruckte Antwort eines Rabbiners vor uns, und beeilen uns, die zum Theil auch anderweitig sehr beherzigenswerten Bemerkungen, welche sie enthält, unfern Lesern mitzutheilen. Sie führt den Titel: Quelques observations sur un projet de reorganisation du Culte Israelite; reponse ä Messieurs les membres du Consistoire central, par M. D. Cohen, grand rabbin du Consistoire Israelite de la Circonscription de Marseille. (Marseille 1839.) Meine Herren! Bei'm Empfang Ihres geehrten Briefes, begleitet von dem Entwurf zur neuen Organisation des israelitischen Cultus, erfreuete mich der Gedanke, daß wir endlich aus dem Labyrinthe von Decreten und Verordnungen, welche oft einander widersprachen, hervorgehen werden, und daß die Organisation unsers Cultus endlich auf eine klare, bestimmte, den Wünschen aller unsrer Glaubensgenossen möglichst entsprechende Weise, eingerichtet werden würde. — Wie sehr war ich daher überrascht, als ich wahrnahm, daß der so vorsichtig angekündigte Entwurf, uns weiter nichts darbieter, als Eingriffe einer Autorität in die andere, und eine neue Ordnung der