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Israelitische Annalen · 1840-01-10 · Heft 2 (10.1.1840) · p. Seite 13

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 2 (10.1.1840)
Date
1840-01-10
Page
Seite 13 (sequence 1)
Language
German
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10. Januar. Nro 2. 184«. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/a Bogen; Preis des Jahrganges S Rthlr. fi. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des 2n- und Auslandes. Die Israeliten im Kirchenstaate. — DaS israelitische Schulwesen. — Ueber die angeblichen Plagiate Abrabanel'S und MoScato's. — Nachrichten und Lorrespondenzen: Hamburg; Berlin; Würtemberg. — Literatur. Die Israeliten im Kirchenstaate. (Aus einer brieflichen Mittheilung.) (Schluß.) In Rom haben die Israeliten außerdem bedeutende Lasten zu tragen. Alle Jahr z. B. zahlen sie 500 Scudi gn den Senat, an die Karechumenen 1000, zu den Festen Acone und Teftacio 500; alle die seit uralten Zeiten eingeführten Mißbräuche traten wieder an ihre Stelle. Darunter auch noch der, daß alljährlich am ersten Carnevalsrage die Israeliten durch eine Deputation förmlich um die Erlaubniß, wiederum ein Jahr im Lande bleiben zu dürfen, anhalten muffen. So hatten die Verhältnisse durch die Gesetzgebung Leo's XII. einen Rückgang genommen, welcher wiederum eine lange Entwickelung voraussetzt, bevor eine günstige Stellung der Israeliten im Kirchenstaate zu erwarten sein dürfte, wenn gleich unter der Regierung seines Nachfolgers ein milderer Geist sich zeigte. Am S. Februar 1831 bestieg der jetzt regierende Papst Gregor XVI. den Thron. An demselben Tage brachen Unruhen im Kirchenstaate aus, welche auch gegen seine Einsetzung gerichtet waren. Die militärische Einschreitung Oesterreichs machte dem Taumel bald ein Ende und stellte die Ruhe wieder her. Inzwischen hatte in jener Zeit die christliche Bevölkerung überall die Thore der bestehenden Ghetti abgeriffen, die Edikte und Plakate der Regierung auch in Betreff der Israeliten annullitt und eine bürgerliche Gleichheit proklamirt. Alles dies war jedoch mir der unbesonnenen Revolution zu eng verbunden, um nachher noch bestehen zu können. Kaum sah der Papst unter dem Schutze Oesterreichs, und späterhin auch des intervenirenden Frankreichs, die Zügel des Staates in feinen Händen gesichert, als nicht bloß die politischen Gesetze wieder mit Kraft gehandhabt, sondern auch die älter« Gesetze über die Israeliten erneut worden, wiewohl die Milde des jetzigen Papstes in Anwendung derselben nicht zu verkennen ist. Die Thore der Ghetti wurden in der That nicht wieder hergestellt, und die Behandlung hat einen humaner« Characrer, wobei aber vom Lokal-Inquisitor vieles abhangt, in dessen Macht es allerdings steht, seine Untergebenen mehr oder minder zu bedrücken. Das Gesetz, welches befiehlt, einen zweiten Reisepaß zu nehmen, wird heute mit der größten Strenge gehandhabt. Schlimmer als dieses ist die Verfügung — welche ebenfalls aus alter Zeit herrührt — daß, wenn eine Magd oder Amme christlicher Religion aussagt, ein Kind jüdischer Eltern selbst getauft zu haben, dieses sofort durch die Inquisition den Eltern entrissen, und der Kirche übergeben wird, ohne daß eine Reklamation Statt findet; ja man läßt sogleich über das Vermögen der Eltern ein Inventar aufnehmen, um dem

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