Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1839-12-27 · Heft 52 (27.12.1839) · p. Seite 409

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 52 (27.12.1839)
Date
1839-12-27
Page
Seite 409 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3133765-3133766-3133819--0470-3134615
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

27. December. N" SS. 1839. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. HcrauSgegcben von vr. I. M. Jost. Bon diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Zahrganges 3 Rthlr. fl. S; man subscribirt bei allen lobl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Italienische Gemeinden, Triest. — Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Angela- und Dämonologie im Judenrbume, von ür. S. Formstech er (Schluß.) — Nachrichten und Eorresvondenzen: -Herzogtbum Meiningen; Carlsruhe; Großcrzogthum Baden. — Statistische Notizen (Schluß.) Neu-Hebräische Literarur, von L. Dukes. Italienische Gemeinden. Geschildert von einheimischen Verfassern. 2 Trieft. Die Philosophie macht sich's zur Aufgabe, überall nach den Ursachen der Wirkungen zu forschen, und die Geschichte reicht ihr die Hand, indem sie Thatsachen und Nachrichten sammelt, um ihr das Material zu ihren Arbeiten vorzubereiten. Die überraschende Größe, zu welcher manche Menschen und manche Städte gelangt sind, und das erhebende Gefühl, welches daraus hervorgeht, ziehen insbesondere die Aufmerksamkeit des Denkers an, welcher gern untersucht und beobachtet, wie einzelne Menschen und Städte von ihrem.kleinen Anfänge zu solcher bewundernswürdigen Höhe gelangt sind. Daher glaube ich auch, daß die Gelehrten, welche dergleichen Studien obliegen, sehr bald den Wunsch empfinden werden, die Ursachen zu ermitteln, wodurch Trieft zu solcher Handelsblüthe in so kleinem Zeiträume gelangt ift und darin sich zu halten Aussicht hat. Da zu dieser Handelsblüthe die Israeliten zu Trieft nicht wenig beigetragen haben, so habe ich es für zweckmäßig erachtet, folgende ftariftische Bemerkungen einer Zeitschrift zu übergeben, welche die Tendenz hat, gewissermaßen das ganze israelitische Leben aus allen Theilen der Welt zu einer Gesammtheit zu vereinigen, deren vereinzelte Glieder nicht einander gänzlich unbekannt bleiben sollen, und insbesondere alles dasjenige aufzunehmen, was dereinst dazu dienen kann, die Geschichte dieses Volkes zu entwickeln, dessen dramatische Bestimmung eine unendliche ift. Aus alten Chroniken erfahren wir, daß schon im zehnten Säculum Israeliten zu Triest wohnten. Ein vorhandenes Aktenstück, eine Notar-Bescheinigung, gezeichnet 21. Febr. 949 giebt an, daß David Daniel, ein Färber, dem Bischof und Herrn dieser Stadt 46081 fi. geliehen hatte; und als einige Zeit nachher die Stadt vom Volke regiert ward, so wurde ein Jsraelite zum Banchiere des Gemeinwesens mit vielen Privilegien ernannt. Jndeß hat man keinen Leichenftein gefunden, welcher über 1325 zurück ginge. — Im 17ten Jahrhundert wurde hier Emanuel Porto geboren (aus dessen Verwandtschaft der jetzt lebende berühmte Kritiker S. L. Rapaport abstammen soll) der Verfasser mehrerer mathematischen Werke, wovon eins dem Kaiser Ferdinand HI. gewidmet ift. Es scheint, daß erst 1694 sich so viel Israeliten hier einfanden, um eine kleine Gemeinde zu bilden , indem erst in diesem Jahre von Kaiser Leopold I. ein Bezirk für die Israeliten (Ghetto) angewiesen ward. Ein (?) Jahr spater ward ver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.