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Israelitische Annalen · 1839-12-20 · Heft 51 (20.12.1839) · p. Seite 408

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 51 (20.12.1839)
Date
1839-12-20
Page
Seite 408 (sequence 8)
Language
German
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408 Außer diesen wohnen in dem ganzen Landgerichte nur noch in dem Dorfe Bonnland einige wenige Juden, sonst «der in dem ganzen Landgerichte Arnstein keine. Alten stein im Lanbgrricktsbezirk Ebern, zählt 13 jüdische Familien oder etwa 65 Seelen. Vier sind als Handwerker und 1 als Taglöhner ansäßig. Die Ausgaben für den Cultus sind nicht bedeutend, dagegen hat jede Familie zehn Gulden Schutzgeld an die Gutsherrschaft zu entrichten. (Witlwen zahlen die Hälfte). Die Handwerker führen seit fünf Jahren schon Proceß dagegen und es ist mir noch nicht bekannt worden, ob zu ihren Gunsten entschieden sei. Altenschönbach, im Lantgerichtsbezirke Gerolzbofen, zählt 36 jüdische Familien (darunter 8 Wittwen) oder 160 Seelen. Es besteht eine Religionsschule, welche eine jährliche Auslage von 210 fl. fordert. Fünf sind als Handwerker, drei auf Landwirthschaft ansäßig und in 10 Jahren baden nur 7 die Erlaubnis zur Verehelichung erhalten. Die Unterhaltung des Kultus und Verpflegung einiger conlcribirter Armen kostet jährlich fast zweihundert Gulden. Zu diesen Ausgaben kommen nun andere, die so schmerzlich als drückend sind. Jeder muß nämlich 5 fl. an die (Crailsheimische) Gutsherrschaft und (jeder?) fünf Gulden (früher sogar 10 fl.) an das Rentamt zahlen. Oekonomen und Handwerker sind von den letzteren frei, nicht aber von den ersteren, gegen welche sie zwar den Rechtsweg eingeschlagen, aber noch bevor die kompetente Gerichtsstelle ermittelt war, so viele Kosten halten, baß sie den Proceß aufgaben und sich geduldig in ihr Schicksal fügten. — Auch zur Pfarrei haben die Juden zu contriduiren, nemlich 7 fl. Neujahrsgeld, ferner dem Amte daselbst 7 fl. Spinn- und Neujahrsgeid, sowie auch nach Frühstockheim, dem Sitze der Gutsherrschast, Boten zu gehen. Gleichwohl ist die Gemeinde damit beschäftigt, eine neue Synagoge und ein eignes Sch ul Haus zu erbauen. Der Kostenveranschlag dieses Neubau's beträgt 6000 fl. Die Gemeinde würbe dieses nimmer im Stande sein, hätte nicht glücklicherweise ein wohlthätiges Vermachtniß sie mit einigen 1000 fl. unterstützt. Burgpreppach im Landgerichtsbezirk Hofheim, 30 Familien und 135 Seelen. Drei betreiben Landwirthschaft und sechs nähren sich von Handwerken, im Ganzen sind seit zehn Jahren nur sechs ansäßig geworden. Die Ausgaben, welche die Gemeinde zu bestreiten hat, sind sehr beträchtlich. Außer dem sie treffenden Contributionsbeitrag zum Gehalte des Rabbiners (etwa 50 fl.) kostet die Unterhaltung der Religionsschule 2<>0 fl., die des Kultus mehr als 300 fl. und an Schulgelder hat die Gemeinde in Summa 100 fl. 15 Kr. an das Rentamt, 143 fl. 30 Kr. an die Gutsherrschaft, also 213 fl. 45 Kr. jährliche besondere (Ausnahms-) Abgaben. Früher bestand hier ein Emion rp2' dessen Fond noch vorhanden ist, aber unbenutzt und unbeaufsichtigt. Friesenhausen desselben L. G. B. 18 Familien, 80 Seelen; 0 Familien nähren sich vom Handwerke. Ihre Ausgaben für Religionsschule und Kultus betragen fast 250 fl. Durchgängig haben sie 6 fl. Schutzgeld an die adlige Guts- Herrschaft und theils 10, theils 5 fl. an das Rentamt zu zahlen. Gers selb, 19 Familien, 129 Seelen. Drei Familien ernähren sich von der Landwirthschaft, drei von Handwerken. In zehn Jahren haben zwei die Erlaubniß zur Ansäßigmachung erhalten. Die Gemeinde unterhält eine eigne Elementar- und Religionsschule, welche eme jährliche Ausgabe von 240 fl. verursacht. *) Der Kultus kostet jährlich mehr als 120 fl. und außer den regelmäßigen Steuern haben die Juden noch folgende Ausnahmsgelder zu bezahlen: 1) sogenannte Judenbatzen, 56 Kr. per Familie—17 fl. 44 Kr., 2) Schatzgeld an das Rentamt 91 fl., 3) an die Gutsherrschaft 170 fl. 278 fl. 44 Kr. Einen Rabbiner hat die Gemeinde nicht *) Ausnahmsweise ist allerhöchsten Ortes gestattet worden, einem Elementarlehrer, statt des normalmäßigen Gehalte von 300 fl., nur 200 fl. fixen Gehalt zu geben. und steht auch nicht unter Beaufsichtigung eines jüdifchelr Geistlichen. Geroda. L. G. B. Brinkenau, 17 Familien, 73Seelen. Vier betreiben Landwirthschaft und einer tst Handwerker. Innerhalb zehn Jahren haben vier ihre Ansäßigmachung erhalten, während fünf Matrikel erledigt wurden. Die Unterhaltungskosten der Schule, wozu auch die wenigen Juden in Platz und Schondra' beizutragen haben, betragen 184 fl , des Kultus mehr als 120 fl. und Schutzgelder theils an bas Rentamt, theils an den Gutsherrn 76 fl. 10 Kr. Gochsheim, L. G. B. Schweinfurt, 30 Familien, 175 Seelen. In zehn Jahren sind neun Matrikel erledigt worden, und nur sechs haben statt ihrer Ansäßigmachung erhalten. Sieben sind Handwerker. Die Gemeinde hat eine eigne Religionsschule, welche zu unterhalten jährlich 200 fl. kostet; 50 —60 fl. kostet die Unterhaltung des Kultus. Besondere Abgaben hat die Gemeinde: an bas Rentamt 80 fl. und an die Gutsherrschast, so viel man mir sagte, eben so viel, wenn nicht noch mehr. Hettenhausen, L. G. B. Weihers, 8 Familien, 64 Seelen, hat mit den benachbarten Ortschaften Schmalnau, Weihers. Poppenhausen und Lutter gemeinschaftlich einen Religionslehrer, dessen Sitz in Schmalnau ist. In zehn Jahren hat die Gemeinde vier Matrikel verloren und nur ein einziger ist wieder besetzt worden. Diese wenigen, nicht armen Leute, haben ein jährliches Schutzgeld von 26 fl. zu entrichten. Sie stehen unter keinem Rabbiner. (Fortsetzung folgt.) Bemerkungen. Zu den nachgetragenen Erörterungen über Herrn vr. Carmoly's Analekten, Nr. 43, findet unser geehrter Correspondent noch hinzuzufügen: 1) Avigdor und Raphael Zuidali waren, nach der Vorrede zu rnirP Brüder. 2) Israel, 'der Bruder des gelehrten Israeli, verstand nicht arabisch. 3) In Maimonides Brief an Samuel b. Tibbon heißt es, daß die von Israeli verfaßten Werke □’>7G;in'D und niTlDVi'D durchaus keinen Werth haben, indem derselbe nur als Arzt Verdienste habe. Hieraus wäre wohl zu schließen, daß der Biderassi ihm mit Unrecht einen Commentar zum Buche Jezirah zuschreibt. 4) Was die Bemerkungen gegen Herrn Kahn (Nr. 49) betrifft, so ist zwar in der Encyclopädie s. v. Sesac ebenfalls die Ansicht, der Prophet bezeichne mit dem Namen des Gottes die Stadt Babylon, als bloße Hypothese behandelt und als nicht begründet dargestellt. Allein dadurch ist sie nicht widerlegt, vielmehr findet sie, wie gesagt, ihre Analogie in der heiligen Schrift. Beantwortung. In Aufnahme der uns zugehenden Arbeiten befolgen wir den Grundsatz, daß alles thatsächlich Neue, sowohl in der Wissenschaft als in Ereignissen, den Vorzug verdient, vor demjenigen, was nur Ansichten über allgemeine Verhältnisse entwickelt. Wenn daher Aufsätze der letztern Art etwas warten müssen, so wird dies durch die Idee der Zeitschrift gerechtfertigt. Rein philosophische und gar belletristische Betrachtungen bleiben zur Disposition der Hrn. Verfasser, da sie nicht in die Annalen gehören. Weder können wir alle Briefe sogleich beantworten, noch uns in weitläufige Erklärungen einlassen. — Wir wiederholen die Bitte, um sorgfältige Schreibung der Eigennamen. Die Redaktion. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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