Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 48 (29.11.1839)
- Date
- 1839-11-29
- Page
- Seite 377 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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29. November. 48. 1839. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges SRthlr.; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen soliden Buchhandlungen. Beiträge zur Entwickelung-geschichte der Anzelo- und Dämonologie im Judenthume, von vr. S. Formstecher (Fortsetzung.) — Angelezenbeiten der Synagoge (Fortsetzung.) — Beiträge zur Literaturgeschichte. — Nachrichten und Corresyonvenzen: Paris (Schluß); Wien; Prag; Hechinzen; Großbertbum Baden (Schluß); Hamburg; Berlin; London; Kingston auf Jamaica. — Erklärung. Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der Angelo- und Dämonologie im Judenthume. Von vr. S. Formstecher. (Fortsetzung.) Die geschichtlichen Mittheilungen des Pentateuchs, welche vorzüglich für Israel von Israel erzählen wollen, eilen an den frühesten Generationen des Menschengeschlechtes mit Riesenschritten vorüber, schließen Bilder von Jahrtausenden in den engsten Rahmen ein, bis sie an jenen bedeutungsvollen Namen angelängt sind, welche noch für die shätesten Geschlechter Israels Stammväter bezeichnen sollen. Seine Mittheilungen von den Zeitaltern vor Abraham gehören nicht nur dem Vereine Israels, sondern dem ganzen Menschengeschlechte an. Mir der bündigsten Kürze liefert er darum aus diesen Perioden nur abgerissene Andeutungen, welche den einzigen Gott als Welrenrichter und Weltenschöpfer bezeichnen, setzt aber die nähere Ausführung derselben als allgemein bekannte Sagen und Erzählungen voraus (1. Mose 6, 4.) Die übermenschlichen Wesen, welche der Pentateuch in dieser vorabrahamitischenZeit auftreren läßt(1. Mos. 3, 24. 6, 4.), gehören darum weniger seinen nur für Israel berechneten Erzählungen, als denen der allgemeinen Weltgeschichte an, und bleiben darum von ihm ohne alle charakteristische Bestimmungen nur genannt und angedeutet. Ausführlichere und bestimmtere Umrisse zeigen aber seine Darstellungen mit dem Erscheinen Abrahams; Gott erscheint dann nicht mehr nur als Weltenschöpfer) und Weltenrichtcr, sondern zugleich auch als Schutzgott Abrahams (ib. 12, 1) und zeigt sich gleichsam immer als Hausfreund in dessen Familie. Er offenbart sich dem Abraham als schützende Macht, (ibid. 15, 7) schließt mir ihm einen Freundschaftsbund (18), besucht ihn an der Thüre seines Zeltes (ibid. 18, 1), rheilr ihm die Entschlüsse seiner Weltregierung mir (17—32) und zeigt sich so als treuer Freund, der rathend (ibid. 21, 12) und beruhigend (13) ihm stets zur Seite stehet, der zwar die Freundschaft prüft, ohne dennoch an ihr zu zweifeln (ibid.22), bis an das Ende seines Lebens. — Dieses Verhältniß eines Hausfreundes vererbte sich auf Isaak (ibid. 26, 2. 24) und auch aus den vielgeprüften Jakob, (ibid! 28,15. 31, 3. 35, 10. 46, 3.) In demselben Verhältniß aber, in welchem der Herr zu seinen Freunden sich befindet, in demselben wissen sich auch seine Diener; darum erscheinen auch die Engel in jenen patriarchalischen Zelten als bekannte Gestalten, mit denen man wie mit Hausfreunden umgehen kann. (Vergl. Breschith Rabbah zu 1. Mose 16,14.) Abraham hatte sich immer Des Herrn Umgangs selbst zu erfreuen