Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 47 (22.11.1839)
- Date
- 1839-11-22
- Page
- Seite 376 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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376 welche denselben so geraume Zeit widerfahren ist, kaum hätte erwarten dürfen. Die Theilnahme ist durch mehrere literar-historische Versuche und Proben von den auf diesem Felde noch zu erringenden Lorbeeren und genußreichen Früchten, immer stärker geworden, und wir sehen jetzt wieder einer Anzahl gediegener Erscheinungen entgegen. Herr I. S. Reggio in Görz hat den (bisher unbekannt gewesenen) kurzen Commentar Aden Esra's zum 2ten Buche Mosts, aus einem alten Codex selbst abgeschrieben und dem Herrn M. I. Landau in Prag zugesendet, welcher dies Merkchen bald durch seine Officin der Gelehrtenwelt übergeben wird. Diese neue Erscheinung wird sicherlich allen Sachkennern willkommen sein, und wie wir vernehmen, reichen Stoff zum Nachdenken darbieten. Don Dr. Zunz in Berlin, welcher nunmehr auch seine praktische Wirksamkeit, die Einrichtung und Leitung des in Berlin zu gründenden Seminars angetreten hat, wird ein Werk des 8obem Tob Palquera und eine ausführliche Abhandlung über diesen wichtigen Schriftsteller an's Licht treten. Wir werden dabei auch des Herrn Verfassers hebräische Schreibart kennen lernen. Zn Berlin ist ferner eine Sammlung merkwürdiger bisher ungedruckter Schriften, welche den Titel □ijnn xbü führen wirb, unter der Presse. Gleich wichtig ist die neue Ausgabe der Reise Benjamins von Tudela, wozu Rapaport und Zunz belehrende Bemerkungen liefern. Wie wir vernehmen, hat der Verleger, Hr. Buchhändler As her. Alles aufgeboten, um die besten und zuverlässigsten Lesarten hcrzustellen. Das Wörterbuch DnßntP von David Kimchi, welches die Herren Lebrecht und Biesenthal herausgegeben, ist bald fertig. Don L. Dukes erscheint das Buch Tbarsolüscli, worüber in seinem Mose B. Esra bereits einige Bemerkungen zu finden. Ueber letzteres Werk wird bei uns, so bald es der Raum gestattet, eine lehrreiche Kritik etwas mehr Licht verbreiten. Zn Leipzig ist das Werk von Aaron B. Elia und die aristotelische Rhetorik (hebräisch) unter der Presse. Auch in Polen ist die Thätigkeit rege. Simson Bloch, der Verf. der Geographie in hebräischer Sprache, hat die berühmte Abhandlung des Dr. Zunz über Salomo Jitzchakl (gew. Jarchi genannt) in's Hebräische übertragen, und wird durch deren Veröffentlichung der Kritik bei seinen Landsleuten noch weiteren Eingang verschaffen. Bemerkungen. Ueber die x. 168 der A nnalen bemerkte Stelle, welche Herr Trier zu lösen sich bemüht, habe ich eine andere Meinung. Nach meiner Ansicht wird unter i-q“ b? HN* n&ttn mmn nicht die ganze Sammlung der fünf Bücher verstanden, wie wir sie vor uns haben, denn Mose nennt diese Gesammtheit meist nicht mit dem Worte, mn/ sondern mSE/ DWI/ CBBltfö' und nur die nachmaligen Propheten bezeichnen mit jenem Ausdrucke bas Ganze. In den mosaischen Büchern ist min, wie viele Stellen beweisen, meist nur ein besonderes Stück, und die Sammlung derselben heißt im Plural nwin ä- B. Lev. xxvi.. 46. Hieraus ließe sich nun wohl schließen, daß der Ausdruck Deut. xxvil. 3. lediglich die kurz vorherstehenden Bundesworte bezeichne, nämlich von XXVI. 16 bis 19, also nur 4 Verse, welche auf die Steine geschrieben werden sollten. Dadurch wären denn alle Schwierigkeiten gehoben. I. S. R. Anmerk. Hiernach wäre es fraglich, ob Deut. XXXI. 24 und 26 mit Beziehung auf 19 etwa auch nur das Warnungslied bezeichnen solle? und was unter XXXI. 9. 11. 12 zu verstehen sei? D. H. Derselbe Kritiker bemerkt, daß die Spanische Grabschrift S. 231 eine offenbare Uebersetzung der Hebräischen sei, deren Reimverse in der Rückübersetzung sogleich hervortreten. In Nr. 37 der Annalen befindet sich eine Erörterung über die Frage, ob das Jahr 5600 das alte Jahrhundert schließe ober, wie so Viele annehmen, das neue beginne. Herr Dr. Sommerhausen in Brüssel bemerkt uns hierüber folgendes: Ohne die Gründe des Herrn Dr. Aub naher zu erwägen, schließe ich mich seinem Resultate an, aber aus einem andern, und wie mir scheint, um so entscheidendem Grunde, als er aus der religiösen Praxis entlehnt ist. Bekannlich findet zu Anfänge jedes großen Sonnen - Cyclus 6h:i -mno) der Gebrauch des nenn tyrpp Statt und gilt dabei als Norm, daß solches stets am Tage' der nBIpn pM geschieht, und zwar am Mittwoch. Da nun diese Ceremonie für das laufende Jahr nicht vorgeschrieben ist, die sn auch in diesem Jahre nicht auf Mittwoch, sondern auf den Montag fällt, somit dieß Jahr das 28ste des Cyclus ist, so geht wohl daraus zugleich mit hervor, da 5600 — 200 mal 28, daß unsere Jahrzahl das Jahrhundert schließe, und erst mit dem folgenden ein neues beginne. — Abfertigung. Die sogenannte Erklärung des Dr. Auerbach in der Darmstädter Zeitung vom 13. d. steht auf derjenigen Stufe, zu welcher wir nie hinabzusteigen gesonnen sind. DieThatsachen unsrer Replik in No. 43 und deren Ergänzung in Nr. 46*) sind nicht widerlegt. I. M. Jost, Dr. *) Den Satzfehler in der hebr. Stelle wolle der sachkundige Leser entschuldigen. A n z e V a c a n z. An dem neuen israelitischen Tempel in Hamburg soll zu Ostern 1840, an der Stelle des abgehenden Herrn Di*. E Kley, ein neuer Prediger angestellt werden. Da dieses religiöse Institut genugsam bekannt ist, so ist eine nähere Bezeichnung der Forderungen, welche an den Anzustellenden zu machen sind, hier unnöthig. Man wolle sich wegen des i g e tt . Nähern an den Herrn Dr. M. Fraenkel in Hamburg wenden. Stellegesuch. Ein junger Jsraelite, welcher sich über bisherige literarische Leistungen auszuweisen vermag, wünscht eine Privat¬ oder öffentliche Stelle als Lehrer zu erhalten. Nähere Auskunft ertheilt die Redacttvn dieses Blattes. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.