Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 41 (11.10.1839)
- Date
- 1839-10-11
- Page
- Seite 328 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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328 erscheinen uns die Bl. 11 u. ff. auch 32 u. ff. eingerückten, gar nicht hierher gehörenden thalmudischen Disputationen, womit der Vf. seinem Lehrer ein Compliment macht. Ueber das am Schluffe erklärte Räthsel hat uns Herr Höchstädter (Religionslehrer in Wiesbaden) einen kleinen Aufsatz zugehen lassen, worin er beweist, daß auch dieses Räthsel eigentlich in Reimversen geschrieben sei, welche man übrigens durch Wiederherstellung einzelner, durch die Abschreiber vernachlässsgtcn Buchstaben und Wörter leicht heraus findet. Wir halten es für überflüssig, das Ganze hier nochmals abzudrucken. Literarisch - Historische Notiz von vr. L. Zunz. Heißt Raschi Iarchi? In der Geschichte ist eine umsichtige, eben so scharfe als besonnene Untersuchung das erste Erforderniß; um ein Urtheil zu fällen, müssen die Thatsachen ermittelt sein. Zu den Thatsachen gehören auch die Namen, sie stellen uns die verschiedenen Persönlichkeiten dar, und bergen Familie, Vaterland , nicht selten Zeitalter und Culturverhältnisse. Am sorgsamsten sollte aber in der, so sehr vielen Mißverständnissen preisgegebenen, jüdischen Literaturgeschichte jede Einzelnheit, mithin auch der Name eines Autors bedacht werden. Zur Bemerkung dieser Vorschrift, die in der Anempfehlung nicht neu und in der Anwendung nicht häufig ist, giebt in der Einleitung zu der Ausgabe des Sapha berura (Fürth 1839, von Herrn vr. Lippmann) folgende Stelle Anlaß: „Herr vr. Geiger macht mir in seiner Recension über das von mir (1834) edirte 8eker Haschern zum Vorwurfe, daß ich in der Einleitung zum erwähnten Werkchen unfern Raschi, nach dem schlechten Vorgänge Burtorfs und christlicher Nachtreter, Iarchi genannt habe. (S. wissensch. Zeitschr. für jüd. Theo!. B. 1. S. 202). Ich kann nicht umhin, zu bemerken, daß nicht sowohl Burtorf, als schon der um das Jahr 1240 blühende, ausgezeichnete jüdische Gelehrte R. Moses von Cutzi in seinem berühmten 86mag bei dem I40sten Verbote unfern Raschi unter dem Namen Iarchi aufführt. Es heißt dort: Tm nobtP '1 "ION, welche Stelle sich auch in Raschi vorfindet." (Das. S. 10 Anmerk.) Hiermit stimmt freilich nicht, was schon vor 17 Jahren in der Zeitschrift für die Wissenschaft des Iudenthums (S. 168. 279) behauptet worden, daß der Name Iarchi falsch und grundlos sei, wie er dem Raschi beigelegt wird, und zur Verfechtung dessen müssen wir noch einem andern Gegner in's Auge sehen. Unter dem Artikel „Iarchi" bemerkt de Rossi im Dizionario Folgendes: „Simon (Ki8t. crit. V. T. p. 152), Acolutus de aquis amaris prooem. p. 2—8), Crenius, Löscher, La Croze, Wolf (biblioth. 1.1. p. 1057 etc.) halten den Beinamen Iarchi, mit welchem unser Autor allgemein von den Christen genannt wirb, für grundlos und irrig, und den Juden durchaus unbekannt. Aber sie irren; es giebt alte jüdische Schriftsteller, die ihm selbigen beilegen, und die beiden neuesten Bibliographen' dieser Nation bezeichnen ihn auch mit diesem Namen. Siehe 8eder hadorot f. 52, Asulai Schein hagedolim Th. 2. f. 76, und das Verzeichnis meiner Handschriften zum ced. 5. Ebenfalls führt ihn Menasse ben Isarel vielmal unter dem Namen Iarchi auf." Gegen diese Demonstration ist allerdings die in der deutschen Uebersetzung (S. 130) befindliche Parenthese: daß Raschi fälschlich Iarchi genannt werbe, zu schwach, ob es gleich recht war, den Artikel Iarchi zu streichen und Raschi lieber als Isaaki aufzufübren. Unsicherer äußert sich de Rossi in der angegebenen Stelle (p. 4) seines Manuscriptenverzeichnisses. „Wenn ich jedoch, heißt es, bei der Aufzählung dieser Handschriften und der Aufführung des Autors, meist des Namens Iarchi mich bediene, so thue ich es nicht, weil ich selbigen für richtiger oder gesicherter halte, als die bei ben Juden übliche Benennung Raschi oder Isaakisondern um dem Gebrauch der Christen zu folgen." Hierauf sucht er Wolf, der den Namen Iarchi für falsch und in Bezug auf Raschi für dem jüdischen Alterthum unbekannt erklärt, mit der Stelle aus Asulai — wovon nachher — zu widerlegen, beruft sich auf Menasse ben Israel, und zweifelt nicht, daß auch andere jüdische Autoren den Namen Iarchi (für Raschi) haben werden, welchen Raschi, weil er nach der Behauptung vieler Autoren in Lunel lange gelehrt habe, sehr wohl hätte erhalten können. Zum cod. 800 (p. 178) bemerkt er wieder, Raschi werbe zwar Iarchi genannt, doch nur selten. Aus dem Allem geht klar hervor, daß de Rossi weder einen alten Autor, noch eine Handschrift kennt, in der Raschi Iarchi heißt, und er diese Benennung lediglich bei Menasse, Iechiel (Vf. des Seder hadorot) und Asulai gefunden, dieselbe keine Stütze in den Quellen haben. Wir können ihm noch zwei jüdische Schriftsteller, bei denen Iarchi vorkommt, aufweisen; Schabtai (Sitte -jeschenim) und Sal. Oliveyra^ Das besondere Zeugenverhör ergiebt aber folgendes.: (Schluß folgt.) Zur Beachtung! Mehrere bei uns angcmeldete Lehrer haben bereits Anstellungen gefunden; noch immer werden Elementarlehrer gesucht, wobei Tüchtigkeit stm Hebräischen und im Gesang gefordert wird. Die Rcdaction. A n z e Bei C. L. Fritzsche in Leipzig, ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu haben: iwo am oder Briefe eines jüdischen Gelehrten und Rabbinen über das Werk: „min Versuche über Jissroels Pflichten in der Zerstreuung von S. R. Hirsch, Großherz. Oldenburg. Landrabb. Altona 1837." Nebst einer Abhandlung über die Möglichkeit einer Abschaffung bestehender Gebräuche im Judenthum vom orthodoxen Standpunkte. Herausgegeben durch Mt. S. Charbona. 8. broch. 6 gr. i g e n. Bei I. I. Weber in Leipzig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Die Perle von Zion von F. Th. Wangenheim. Eine Festgabe zum Beginn des neuen Jahrhunderts (»600). Zwei Bände. Festausgabe auf feinstem Velinpapier. Eleg. cart. Mit Titelkupfer und Titel im Farbendruck. Rthlr. 2. 18 gr. Ordinaire Ausgabe. Auf gutem Druck-Velinpapier, broschirt. Rthlr. 2. -Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.