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Israelitische Annalen · 1839-09-27 · Heft 39 (27.9.1839) · p. Seite 305

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 39 (27.9.1839)
Date
1839-09-27
Page
Seite 305 (sequence 1)
Language
German
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27. September. 39. 1839. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für a Geschichte, Literatur und Cuttur der Israelis« aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges 3Rthlr.; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen soliden Buchhandlungen. Uebersicht der israelitischen Verhältnisse in Paris. — Reliqiöse Gebräuche bei Leichenbestattungen. — MaimonideS und seine Zeitgenossen, von vr. Earmoly. — Nachrichten und Korrespondenzen: Schwetzingen; Wien (Fortsetzung). — Literatur. — Nachträge und Berichtigungen. — Woblthätigkeit. Uebersicht der israelitischen Verhältnisse in Paris. Die Israeliten bilden in Frankreich nur eine besondere Kirche, in allen übrigen Beziehungen sind sie Franzosen im vollsten Sinne des Wortes und vom Staate als solche gesetzlich anerkannt. Von Seiten ihrer bürgerlichen Stellung hat daher die Geschichte nichts zu berichten, als höchstens immer mehr Beispiele zur Bestätigung des Grundsatzes zu liefern, daß das Bekenntniß und selbst die beschränkte Lebensweise der Israeliten ihrer Bürgertreue und der Uebung ihrer Pflichten als Mitglieder eines Staates keinen Eintrag thue. Um so wichtiger muß es erscheinen, die Entwickelung der religiösen Verhältnisse, so wie unter gleicher bürgerlichen Freiheit in Holland, so auch hier naher kennen zu lernen; und dies um so mehr, als es in der That auffällt, wie äußerst langsam überall auf dieser Seite jede Bewegung ist, und wie wenig sie von den stärksten politischen Umwälzungen berührt wird; eine Wahrnehmung, welche zu manchen fruchtbaren Schlüssen führt. Wir haben vorläufig nur eine Uebersicht der Verhältnisse der Israeliten zu Paris vor uns; sie stellt uns in den Mittelpunkt der Bewegungen und Arbeiten. So wie für das ganze Land, so bildet auch für die israelitischen Angelegenheiten die Hauptstadt das Centrum, von wo aus alle übrigen Gemeinden geleitet werden. Paris ist der Sitz des Oberconsiftoriums und des besonder» Consiftoriums für die Pariser Gemeinde, beide in direkter Verbindung mit dem Staatsministerium; und außerdem vieler wohlthätigen Institute. Auch behauptet die Gemeinde hier durch ihre große Zahl einen bedeutenden Vorrang vor allen übrigen Gemeinden des Landes, deren Gesammtzahl wohl nicht 120,000 Seelen übersteigen dürfte. — Die israelitische Bevölkerung in Paris wird auf etwa 10,000 angegeben, wenn man nur diejenigen rechnet^ welche das französische Bürgerrecht haben, oder dasselbe erwarten, (ein Fremder erlangt nämlich dasselbe erst zehn Jahre nach Einreichung seiner Petition), oder auch welche beständig als Fremde in Paris wohnen. Außerdem aber sind noch viele Auswärtige, rheils zum Vergnügen, theils zu wissenschaftlichen oder commerciellen Zwekken anwesend, deren Einfluß auf Cultus und Schulverhälnisse vielleicht mit der Zeit nicht bedeutungslos sein wird. — Die Theilnahme für innere Angelegenheiten ist, wie überall, sehr ungleich. Die großen Handlungs¬ und Banquierhäuser werden durch Geschäfte und weltliche Bestrebungen zu sehr abgezogen, um den Religionssachen viel Aufmerksamkeit zuzuwenden;

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