Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 37 (13.9.1839)
- Date
- 1839-09-13
- Page
- Seite 296 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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296 eingeschaltet. Der Commentar bildet eine fortlaufende, den Text pharaphrasirende Erläuterung, in welcher die vorkommenden philosophischen Begriffe, öfters durch Hinzufügung der in der Wissenschaft üblichen Kunstausdrücke, näher gelegt oder sonst definirt werden. Ueber den Werth des Unternehmens und über die Ausführung gedenken wir erst nach Vollendung des Ganzen zu berichten. Ueber S. Pleßners „Vorträge." Ein Schreiben an den Herrn Verfasser. (Schluß.') Aber Sie sind nun einmal für die Piutim eingenommen, so daß selbst Ihr früheres Zugestehen einer Säuberung von Ihnen widerrufen wirb, und Sie selbst im Widererblühen derselben Heil und Segen erwarten. Darum behaupten Sie auch zuletzt „alles Alte ist ehrenwerth, ginge ihm auch innerer Werth ab." Lieber Freund! wenn dem wirklich so ist, warum verdammen wir (und mit Recht) so Vieles, was aus den.'Händen unberufener Neuerer kömmt? Es wirb ja doch auch einmal alt, sollten wir es nicht praenumerando in Ehren halten? Oder wollen wir warten, bis es alt geworben? — Eben so citiren Sie einen alt-neuen Rabbinen, der da behauptet: „eben der Mangel an äußerem Wohlklang des Piutim ergreift mehr die Gemüther der Betenden, als alle Lieblichkeit neuer Gesänge." — Bravo! wenn dem so ist, so leben Sie und Ihre Rabbiner in einem glücklichen Zeitalter; denn größern Mißton und üblern Klang haben sie nicht zu erwarten, als von diesem Vortrag und deren Vorträgern, der Chasonim, von denen sie im Anfang Ihres Buches erwähnten, daß sie Sie so oft zu Thränen rührten. Merkwürdig bleibt es immer, wohin Sie Ihr Eifer verleitet. Sie führen Citate an, die gerade das Gegen theil Ihrer Behauptung bilden. So erwähnen Sie, daß ein großer Lehrer seinen Schülern gezürnt, wenn sie die Piutim nicht mitbeten wollten. Warum zürnte er nur und strafte nicht, nach ihrer Lehre, den Frevel? Aber eine Frage fällt mir bei. Ich will Ihnen nun einmal vollkommen Recht geben, daß man durch die Piutim hebräische Sprache und Literatur kennen lernt, wie Sie behaupten; ich will Ihen eben so cinräumen, daß die Piutim das wichtigste Mittel zur Andacht seien. Aber das müssen Sie jedem zugestehen, daß dies nur der Fall ist bei Männern, die wie Sie, Bibel, Gesetz, Thalmud und Sohar genau kennen. Nur solche Männer, die ihre Gelehrsamkeit mit in die Synagoge bringen und ihre Andacht in den bestehenden Vortrag hi ne in legen, finden auf diese Art genügende Erbauung; aber wie stehts mit dem lieben Publikum? Bei diesem können Sie wokl nicht diese Geistesbildung voraussetzen oder von ihm verlangen? Oder, soll etwa das bloße Herjagen der Gebete hinlänglich sein, wo sie doch selbst sagen (Seite 47) „daß der Beter gleichsam der Schätze des Himmels kundig sein und die Schlüssel zu denselben in Händen haben muß! Andacht und Sachkenntniß — sagen Sie weiter — sind zu eng verbunden und kann jene ohne diese nur in einem sehr dürftigen Sinn vorhanden sein." Zürnen Sie nicht, lieber Freund, daß ich Ihnen dies Alles so frei und offen sage. Keineswegs will ich Sie auf andere Gedanken bringen, da sie ja Maimon. und andere große Gelehrte als Ihre Gegner citiren. Mit Wehmuth indessen muß sich eines jeden Freundes Brust füllen. Solches von einem Manne zu hören, der bei so mancher Gelegenheit unsere Sache so schön zu vertheidigen wußte, und der selbst befürchtet (S. 319), daß seine Arbeit von großem Publikum einer kranken Einbildung oder Schwärmerei und des Jrrthums verdächtigt werde. Wollen wir, die wir uns Gottlob noch zu den guten Alten zählen, dem Feinde selbst die Waffe in die Hand geben, sollen die Afterredeformer Sie zum^Tert aufstellen, um ihre Unwissenheit zu bemänteln. Wird uns so geholfen sein? oder steht nicht zu befürchten, daß Ihre Lehren noch mehr zur Verfinsterung der nicht hellen Köpfe beitragen? Dies glaubte ich rügen zu müssen, und dies die Absicht dieses Ihnen gewiß auffallenden Schreibens. Daß ich es zu veröffentlichen wage, geschieht, damit nicht Jeder glaube, daß alle Ihre Meinungen Anklang finden. Uebrigens rc. Moses Mendelson. Beantwortungen.' Eingegangen: über Offenbach aus B. kann nicht ausgenommen werben, da es sich blos um Persönlichkeiten dreht. — Polemik gegen andere Blätter müssen wir ebenfalls ablehnen. — Arbeiten über deren Aufnahme die Herren Verfasser selbst in Zweifel sind, erbitten wir uns nur durch Buchhändlergelegenheit. Unfrankirt mit der Post ankommende Zusendungen von unbekannter Hand gehen uneröffnet zurück. Anonymes und Pseudonymes bleibt unbeachtet. — Die Redaktion. A n z e In allen Buchhandlungen (Leipzig bei W. Rarrck) ist zu haben: Für die israelitischen Festtage: Sabbath-, Fest- und Velegenheitspre-rglen, von Dr. Herxheim er, Landes -Rabbiner zu Anhalt-Bernburg. Die höchst günstigen Recensionen in der Zeitung des Iudenthums. No. 66. 1839. Beilage, und mehreren andern Zeitblättern überheben uns aller weitern Empfehlungen dieser rasch abgesetzten, besonders für die Festtage zuempfehlenden Predigten. n:trD nr niro punktirter Text, mit deutscher gegenübcrftehenden Uebersetzung und erläuternden Anmerkungen voll i g e n. Dr. I. M. J»st. Berlin 1832—4. 6 Bände. 4. geheftet. (Ladenpreis Rthlr. IS. Schreibpapier Rthlr. 15.) Die wenigen noch vorräthigen Exemplare sind von uns (nicht mehr a fl. 1V. und resp. fl. 15, sondern) zu fl. 12 und resp. fl. 18. zu beziehen. Einzelne Bände der zweiten Hälfte h fl. 2. Die Redaction der Israelitischen Annalen. Die in No. 34 eröffnete Coneurrenz ist, indem die Stelle durch unsere Vermittelung besetzt worden, erledigt. Noch werden mehrere Lehrer für Gemeinden gesucht, und andrerseits haben geprüfte Candidaten sich zu Radbinen- und Lehrerstellen gemeldet, worüber auf portofreie Anfragen bei uns Auskunft zu erlangen. Die Redaetion. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.