Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 36 (6.9.1839)
- Date
- 1839-09-06
- Page
- Seite 288 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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288 der aufnehmen, obschon ein großer Theil der Gemeinde sie längst vernachlässigt hat. Mt einem Schwall von Lobeserhebungen, der wohl an das Burleske streift, stellen Sie dieselben als Muster auf, die herrlichsten erhabensten Meisterwerke der Dichtkunst, wovon nicht einmal eine Spur bei irgend einem Dichter, von David bis Schiller, anzutreffen wäre. Sie gehen noch weiter. Sie scheuen sich nicht in einer Note Folgendes zu sagen (S. 22t): „Die Klagelieder Jeremias würden am sh nicht so eindrucksvoll, uns in bange Schwermuth versetzend, charakterisirt haben, wie es die rfijip vermögen." Ist das nicht, mein lieber Herr Pleßner, Lästerung eines der großen Propheten, dessen Klagelieder, unserm Glauben nach, von dem heiligen Geist dictirt wurden. Jeremias , der in einer damals noch lebenden Sprache seine wehmüthige Harfe tönen ließ, Jeremias, der schon den Vorzug vor andern Sängern hat, daß er Augenzeuge des Untergangs der Nation, selbst ein Mitglied der Unglücklichen war, er sollte uns nicht so leicht in bange Schwermuth versetzen können, als ein späterer Dichter — nein, nicht Dichter, ein Reimschmied es vermag, der die schönen Bibclstellen zusammenstvppelt und corrumpirt. D ja, in Schwermuth versetzen sie uns wohl, diese Lieder, die mit Ausnahme einiger, der schlechteste Theil unserer Piutim sind, aber in Schwermuth ganz anderer Art. Sie erinnern uns nämlich an den Verlust unserer schönen Gesänge und Sänger, sie erinnern uns, daß unsere Harfen noch immer an Babels Weiden hängen. (Schl, s.) Bemerkungen zum (salomon'schen Bibelwerk, von H. Heß in Trier. (Schluß.) Von den kleinen Propheten an bis zu Ende ist die Uebersetzung wieder von Herrn Dr. Salomon. Auch hier sind wieder einige Berichtigungen nöthig. Hos. vin. 14. fehlt etwa: lasse. X. S. seine Pfaffen beben, vielleicht gerechtfertigt durch Ps. H. 11. doch steht dort: freuen. Vielleicht war eine Amphibolie beabsichtigt. X. 10. „Mit voller Wuth"... wohl zu stark. XII. 11. fehlen mehrere Worte. Joel. i. 14. Enthaltsamkeit; ohne Grund, für Festversammlung. ii. 5. Steppen, wahrschelnlrch für Stoppeln. 11. von wahrsch. vor. Amos. I. 13. rni” die Schwängern, andere wohl richtiger: Berge, wegen des Nachsatzes. IV. 5. von euren Erpressungen, gut nach dem Targum, gg. d. and. Versionen. Ob. i. 16. Und morden, steht nicht im T. Jon. I. 2. was über sie verhängt ist; desgl. II. 11. batte geboten, warum plusqup.? IV. 4. Verdrießt es dich mit Recht? gut, so schon Luther, die engl. Uebers. vost tbou >vell to de augrjr, und David Martin: Lst-ee dien fait ä toi. Nah. II. 10. Eine Last der köstlichsten Kleinode; fast wie i-xx. III. 1. Ganz Trug, mit Trug und Frechheit angefüllt .... nicht nach 0. T. — 16. hebe dein Krämervolk. . . scheint unrichtig. Hab. II. 14. Zweifel umdüstert, steht nicht im T. — 15. scheint non für Gift und Schlauch zugleich genommen zu sein. Zeph. I. 11. „Münzhammer" passend, aber wohl zu modern. III. 18..Alle, steht nicht im T. So Hag. I. 11. Zach. IV. 14. Söhne des Lichtes, — richtiger des Oeles, nämlich Gesalbte. VI. 4 u. 5. Was wollen diese? u. s. w. nach Kimchi. Allein der Zusammenhang widerspricht, daher besser Johlson: Das sind die vier himmlischen Geister, oder nach Arnheim: das sind die vier Winde des Himmels. VII. 10. Ueberall Plur. st. des Sing. IX. II. Frohlocke, steht nicht im T. — 16. auf seinem Estrich? wahrsch. Erdreich. XIV. 6. Wird das Licht weder hell sein noch umwölkt, nach Kimchi. Getreuer wohl Martin: La lmniere precieuse ne sera pas melee de tenebres. — 10. mitternächtlich — st. mittägig. — Kellern st Keltern. Ps. Vii. 7. Und wache über mich. Ein Strafgericht ordne an. Gegen alle Erklärer und gegen die Gramm. Vii. 12. Hier und öfter ist Gott ohne Grund , mit gesperrter Schrift gedruckt (bis Ps. 79.) IX. 7. Der Feind ist dahin, zernichtet auf immer. Sehr gewagt. „Die Widersacher hast du ausgerottet" entspricht der Massora, auch dem Targum. X. 10. 12. Singular st. Plur. XU. 2. Plur. st. S. Vergleiche XXV. 15. 17. XXVII. 2. XXVIII. 5. XXXII. 8. X. 14. sehr schwierig, ungefähr nach dem Targum. XVI. 3. ebenfalls. Die lxx. scheinen anders gelesen zu haben. XVII. 3. Sein nächtlich Dunkel, sehr gewagt. XVIII. 24. 29 und 46. nicht genau nach d. Tert. xix. 4. verbreitet sich ihr Schall; so die I-XX. u. Vulg.; wahrscheinlich lasen sie n?p. xxviii. 4. fehlt etwas aus dem Terte. xxx. 13. Auf daß ich singe deine Ehre; nicht nach dem T. XXXIV. 8 Freunde, desgl. xlv. 5. Kämpfe für die Wahrheit, gg. alle Vorgänger, doch passend in dem Zusammenhang. — 6. Ist mehr Paraphrase, so auch II. XLViii. 8. Wie der Ostwind zertrümmert die Schiffe v. T. — Sehr gewagt, wenn gleich für den Ausdruck und besonders den Gebrauch des s sich Autoritäten fänden. Esr. in. 3. 1. Ehr. VII. 23, u. a. Allein der Sinn der Stelle spricht für die gewöhnliche Uebertragung. XLIX. 15. Es wendet sie der Tod, der Bessern unter ihnen bemächtigt er sich früh. Wie ist das grammatisch zu rechtfertigen? L1V. 7. ist nach den Kethid gegeben. LX. 7. Verleibe Sieg deiner Rechten, ist schwerlich richtig; und dann ist wieder das Kethib vorgezogen, (mit Luther) cvm. 7. werden dieselben Worte richtig übersetzt. LXii. 3. Darum werde ich schwerlich wanken, — ganz vortrefflich. lxviii. 19. Und Empörer gebändigt... nicht klar. lxix. 14. ist etwas eingeschaltet. lxxii. 17. Erbe der Enkel seinen Namen... geistreich und neu, doch ähnlich Martin. LXXIII. 7. ist schwer zu rechtfertigen. . LXXVI. 6. die LXX. scheinen auch hier i-pZJK gelesen zu haben, und nicht bloß Jes. XLVI. 12. wie Fürst bemerkt. Vers 11 hatten sie wahrsch. ^nn was Fürst nickt wahrgenommen hat. Die Vulg. folgt ihnen stets. LXXViii. 4. Nss Vollmond, nur etwa nach dem Syrischen. Die Rabbinen erklären es bloß für Zeit, und Raschi nimmt cs für Verdecktheit des Mondes, daher Sachs: Mondbeginn, und Arnheim: Mondfest. lxxxii. 7. Wie der Erste der Tyrannei... warum der Erste? 9. Alle, ist überflüssig. Bis hieker reichen die eingegangenen Bemerkungen, von denen wir viele kleinere Ausstellungen gänzlich ausgelassen haben. — Wir halten diese für genügend, und lassen alles Weitere auf sich beruhen. Ohne Zweifel wird die folgende Auflage die Mängel berichtigen. — Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.