Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 32 (9.8.1839)
- Date
- 1839-08-09
- Page
- Seite 249 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s. August. Nro 32. 1839. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte» Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Zost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges 3Rthlr.; man subscribirt bei allen lvdl. Postämtern und in allen soliden Buchhandlungen. Theologische Ssuricn i Lehre der Karaitcn. — Legislatives; der Zeugeneid der Israeliten in Criminalfällen, von Dr. Samuel Holdbeim (Schluß). — Nachrichten und Korrespondenzen: Paris; Rbcinpreußen i Gallizicn (Schluß); Unterftanken; Würzburg. — Literatur. — Anzeigen. Theologische Studien. Lehre der Karait. en. (Vom Herausgeber.) 3. Vom Jahre und Neujahrsfeste. Das Jahr macht seinen Kreislauf, ohne irgendwo bestimmte Punkte darzubieten, die einen natürlichen Anfang bildeten; daher wird der Jahresanfang willkührlich und durch Uebereinkunft festgestellt. Als die angemessensten Punkte erscheinen die beiden Aequinoctien und der Eintritt der Sonne in einen der Wendekreise, und die Rabbiner haben auch wirklich vier verschiedene Jahresanfänge in verschiedenen Beziehungen angenommen. Bei den Israeliten und schon vor deren Dasein bei andern asiatischen Völkern, galt das Sonnenjahr, jedoch hatte man daneben auch die Rechnung nach Monaten. Da die 12 Mondmonate nur 354 Tage geben, das Sonnenjahr aber 365% Tag dauert, so sah man sich schon frühzeitig genöthigt, um nicht —wie die später« Muhamedaner—mit den Jahresanfängen stets zu rücken, durch Einschiebung ganzer Mondmonate die Differenzen auszugleichen. Vor der Gesetzgebung—so behaupten die Karaiten — betrachtete man die Zunahme des Tageslichtes nach der Gleiche, als den würdigsten Punkt zum Beginne des Jahres; die Sabäer pflegten diesen Frühlingsanfang als ein Freudenfest zu begehen; daher galt der Mondmonat, in welchen der Frühlingsanfang fiel, für den ersten des Jahres. Das mosaische Gesetz hat, sagen sie, die Ordnung des Jahres nicht verändert. Es nimmt augenscheinlich Mondmonare an, will aber dieselben mit dem Sonnenjahre ausgeglichen wissen, wie ein jeder leicht daraus ersieht, daß die Festtage einerseits an bestimmte Monatstage, andrerseits an Erstlinge und Ernte geknüpft sind, welche letztere nur nach dem Sonnenjahre sich richten. Mein den heidnischen Grund der Sabäer zur Feier des Jahresanfanges hat das mosaische Gesetz erschüttert und vernichtet, indem es das zunehmende Tageslicht nicht als Anlaß zum Jahresbeginn bestehen läßt, und statt dessen auf die Gersten reife hinweift. Unter dieser ist zu verstehen die mittlere Reife, nämlich bevor die Aehren ganz trocken sind, und zwar wiederum die mittlere Zeit der allgemeinen Reife in den verschiedenen Ländern Palästina's, was denn allerdings nur durch Annäherung gefunden wird. Um hierbei nicht allzusehr zu schwanken, hat man in alter Zeit, sobald durch die Differenz der Monate und des Sonnenjahrcs die Reife der Früchte noch bedeutend zurück war, durch Einschaltung eines Monates zum alten Jahre den Beginn des folgenden verschoben. Später hat man diese Einschaltung dadurch geregelt, daß in einem Cyclus von 13 Jahren immer 7 Schalt-