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Israelitische Annalen · 1839-07-12 · Heft 28 (12.7.1839) · p. Seite 224

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 28 (12.7.1839)
Date
1839-07-12
Page
Seite 224 (sequence 8)
Language
German
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224 rium hat auf zehen Exemplare schon früher subscribirt, so wie die Königliche Familie im Jahre 1832 schon, bei einer Audienz, die Herr Cahn bei Louis Philipp hatte, auf fünfzehn Exemplare subscribirt hat. Uederdieß bezieht der Autor Jährlich einen Gehalt von Francs 1500 aus der Staatskasse, als der Verfasser eines Werkes, das sowohl für Wissenschaft als für Volksbildung die ersprießlichsten Folgen haben wirb. Erinnerungen re. (Schluß.) Ken. 19, 2 Soll „verweilt" (statt „übernachtet") undeutsch und sinnlos sein. j)7 oder vq heißt ursprünglich weilen, verweilen, irgendwo bleiben, erst die secunbäre Bedeutung heißt die Nacht irgendwo zubringen, daher die nähere Bestimmung von ,1717 an unzähligen Stellen in der Bibel. Gesetzt aber, ich wollte auch hier nicht auf meiner Meinung bestehen, ist deßhalb die übersetzte Stelle: „Ich bitte, meine Herren, kehret doch ein zu dem Hanse eures Knechtes, verweilet da," undeutsch und sinnlos? Gen. 37, 21 ist ihm die Uebersezzung: „Mit Nichten wollen wir ihn tobten" undeutsch und sinnlos. Ich kann den Recensenten versichern, daß Luther ein guter Deutscher war, daß er von allen deutschen Classrkern als eine deutsche Autorität angeführt wird, und dieser Luther übersetzt sehr oft die hedr. Negation ^7 und zwar des besondern Nachdrucks halber durch „mit Nichten," wie z. B. Gen. 3, 4. Es sollen sich endlich in meiner Uebersetzung viele Ausdrücke gegen den Genius der deutschen Sprache auflehnen, z. B. Gen. l, 14 zwischen dem Lichte und zwischen der Finsterniß, obgleich bas Wort rn zweimal im Text stehet, und der Text ja übersetzt werden soll. Ein anderes Beispiel: bas. 16 „die zwei großen Lichter, das große.... das kleine...." Was soll der arme Uebersetzer aber mit dem Texte anfangen? Dann soll sich Gen. 2, 25 gegen den Genius der deutschen Sprache auflehnen: „Der Mensch und sein Weib." Sintemal es aber im Texte und nicht heißt, muß es schon ein Mal gestattet sein, daß der Uebersetzer auch dem „Menschen" ein „Weib" geben darf. De Wette übersetzt*) ebenfalls so. — Bei der Stelle Lev. 26, 11 fragt Herr Sckott ganz naiv: Ob Gott eine Seele habe? Als wenn man das nicht bei Allen Anthropomorphismen in der Bibel ft-agen könnte? Sollen aber deshalb jene Ausdrücke unübersetzt bleiben? Sind Herz, Auge, Ohr, sehen, hören, riechen, zürnen, trauern nicht auch Anthropomorphismen? Gesetzt aber auch, das Wort ^0: wäre durch „Seele" falsch übersetzt, „lehnt sich deshalb der Ausdruck gegen den Genius der deutschen Sprache auf? Doch genug und schon mehr als genug von einer Kritik, die sich sowohl durch ihren anmaßenden Ton und ihre Gehaltlosigkeit (?), wie auch vorzüglich dadurch schon von selbst richtet, daß der Herr Kritikus bei der sorgfältigsten Durchstöberung — keine einzige Stelle fand, die Beifall fände vor seinen Augen. Wenn man bas Schwache so schnell fin den kann, sollte man dann nicht auch das Gute entdecken? — Wer ein sowohl quantitatif, als qualitatif bedeutendes Werk, wie die Bibelübersetzung ist, seiner Kritik unterwerfen will, der muß weit mehr thun und verstehen, als Sprach- und Druckfehler aufsuchen und sie in Classen dringen, der muß vor Allem durch die eigenen literarischen Leistungen seine Befähigung zu einer Kritik an den Tag gelegt haben; der muß zweitens seiner Kritik das *1 De W. ist keine Autorität. Man darf z. B. lwmme überall im Gegensatz zu andern Wesen Mensch, aber im Gegensatz zu Frau nicht anders als Mann übertragen. Eden so auch wohl □"!&' D. H. Ideal einer guten und trefflichen Uebersetzung, wenigstennach den Grundlinien gezeichnet vorausschicken und die Principien, die befolgt werden müssen, festgestellt haben; der muß drittens zwar mit wissenschaftlicher Strenge, aber doch in einer bescheidenen Sprache sein Urtheil aussprecken. Da nun von Allem diesen in den Bemerkungen des Herrn Schott keine Spur vorhanden ist: so würde ich von seiner Recension gar keine Notiz genommen und dem gesunden und unbestochenen Urtheil des Publikums die Entscheidung überlassen haben, wenn die Schlußworte zu jenen Bemerkungen nicht gar zu stark nach Zelotismus und Frömmelei röchen, Krankheiten, denen man, wo und wie sie sich auch äußern, aus allen Kräften entgegen arbeiten muß. Der fromme Mann meint nämlich, er sei es dem lieben Gott schuldig, seine Bemerkungen zu veröffentlichen; denn bei solchen Uedersttzungen sei Israels heiligstes Erbtheil in Gefahr u. s. w. Ich scheue mich nrcht, diese und ähnliche Reden des Zelvtismus und der Scheinheiligkeit zu zeihen; denn gesetzt, alle die Rügen des Herrn R. zu Ranbegg hätten Grund: — was sie nicht haben—wäre deshalb Israels heiliges Erbtheil in Gefahr? Wie so denn? Begünstigt die Uebersetzung etwa den Atheismus? Begünstigt sie etwa irgend eine Abweichung von den Grundlehren der israelitischen Lehre? Begünstigt sie irgend eine Abweichung von dem Decalog, von der Sabdath- und Festfeier, von den Pflichten des Menschen und des Bürgers? Giebt sie andere Gesetze, andere Lehren? Und hat sich meine, oder die Berliner Uebersetzung für „unfehlbar" ausgegeben? In den mit großen Lettern in Quartformat von mir mitgetheilten „Vorerinnerungen" (wovon jeder Bibel ein Exemplar beigelegt wurde und noch wird) sagte ich ausdrücklich: „Jedoch nur beendet — nicht vollendet ist das Werk. Vollendung aber soll demselben — so weit Menschen von Vollendung reden dürfen — nach und nach werden. Denn ich werbe nicht aufhören, immer zu feilen und zu bessern und so wohl errores als errata forlzuschaffen. Daher ich auf die belehrenden Winke der Sachverständigen achten und dieselben nach unpartheiischer Prüfung bei einer zweiten Auflage, so wie bei allen folgenden, mit der größten Gewissenhaftigkeit benutzen werde." Konnte ich> es nun deutlicher sagen, daß ich meine Bibelübersetzung nicht für unfehlbar halte und ausgebe? Habeich jemalsbehauptet. daß die Uebersetzung das Original entbehrlich und überflüssig machen soll? *) Dr. Gvtthold Salomon. *) Aus vorstehender Antikritik ergiebt sich nunmehr, daß die Rec. in der Thal einige Punkte zu stark hervorgehoben hat, andere werden jedoch ohne Zweifel den geehrten und in der Literatur so achtbar bekannten Herrn Uebersetzer auf Mängel hingewiesen haben, welche bei einer zweiten Auflage Berücksichtigung verdienen, und dann ist der Zweck der Kritik erreicht. Eine Bibelübersetzung verlangt in unsrerZeit allerdings viel Umsicht, und die Aufsuchung und Fortschaffung der etwa sich einschleichenden Fehler ist unsers Erachtens für's Allgemeine verdienstlicher, als die Anerkennung der Vorzüge, deren jedes neue Unternehmen haben muß, wenn es gelingen will. Unsre Absicht bei Veröffentlichung der Kritiken ist lediglich, zur Vervollkommnung der Bibelwerke beizutragen. Schließlich beklagt der Herausgeber, baß er bei'm Abdruck von Nr. 27 verhindert war, die Correctur persönlich zu beaufsichtigen, wodurch mehrere fremde Wörter aus der letzten Seite fehlerhaft gesetzt sind; als DID, u. a. besonders in der Anm. a priv. et $iv, und in der andern Anm. nächstens st. nächst. In der Folge wird für bessere Correctur gesorgt werden. I. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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