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Israelitische Annalen · 1839-07-05 · Heft 27 (5.7.1839) · p. Seite 216

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 27 (5.7.1839)
Date
1839-07-05
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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216 Sinnentstellende Uedertragungen sind nach des Recensenten Meinung: Gen. 14, 10 Harzgruben HÖH imN'2 (Luther und Mendelssohn: Thongruben). Weiß Hr. Sch. nicht, was Harz ist? Daß ich (das.) <6e>V| durch „sie fielen" übersetzt habe (de Wette eben so) ist dem Kritiker sinnentstellend* *)! Eben so, daß ich die hebr. Synonyme pn) und niD (muß Hu heissen); ^rn und cDD u. a. m. gleichmäßig verdollmetscht habe. „Sinnentstellend!" Eine harte Rede! Zur „Ungenauigkeit" soll gehören, daß ich Gen. 2, 23 nicht (nach Aben-Esra) „deswegen" sondern, wie Alle namhafte Uebersctzer (Luther, Mendelssohn, de Wette u. m.) „diese" verdeutscht habe. Ungenau soll es sein, daß ich Gen. 1, 30 p in1) und „es blieb so," übersetzt habe. Ein tieferes Eingehen in das Kapitel von der Schöpfung zeigt, daß daß gewöhnliche „und es geschah" hier keinen Sinn giebt. Mendelssohn fühlte dieß und übersetzt: p in1) an dieser einen Stelle: „und so geschah es auch. — Gerade die Uebersetzung dieser Stelle hätte den Rec. überzeugen sollen, daß ich es, wo cs hingehört, mit dem Ausdruck <ehr genau nehme. Lev. 21, 7 versteht Herr Sch. das euphonische Epitheton „geschwächt," (für n^?n> nicht, und nennt es ungenau. Ich muß schon wieder auf Adelung verweisen. — Lev. 21, 18 ist dem Herrn stumpfnasig für nhn nicht genau genug. Ich denke, daß eine stumpfe Nase sehr marquirt ist, und ich weiß nicht, wie man es dem Manne recht machen soll. Ursprünglich mag das Wort cnn arabisch sein, denn das Verbum bedeutet abschneiden, vermindern (ähnlich auch dem griechischen Harimos**), daher Aden Esra cnn für das Gegentheil von yyy^' (ausdehnen, strecken) erklärt. Die „stumpfe Nase" stimmt sogar mit der Tradition überein, und ich begreife den Herrn Rabbiner nicht. Noch unbegreiflicher aber ist, was Hr. Sch. „gegen die Masfa'ra nennt. Etwa daß Gen. 2, 5 das zweite □nt3 unabcr zu verlangen, daß wo das Verhältniß ganz dasselbe ist, auch der Ausdruck der Uebersetzung nicht variiren darf, wie es in mehreren neuern Uebersetzungen wirklich der Fall ist. D. H. *) Wir halten es auch dafür. De Wette hat die abweichenden Ansichten beigesetzt, ist auch übrigens keine Autorität. Sie fielen heißt: sie kamen um; das meint aber der Text der h. Scbr. nicht. D. H. **) Scheint ein Zrrthum zu sein. Wir kennen nur äpivocr, aus a priv. dplv gebildet, welches mit jener Wurzel nichts gemein hat. D. H. übersetzt geblieben? Pater peccavi! Irren ist menschlich; oder baß ich Gen. 13, 13 die Sodomiter „sündigen" ließ, statt sie, wie es im Text heißt: □1NEr! „Sünder" zu nennen; oder daß ich Gen. 20, 6 -pnfö tih gab ich „es" nicht zu ic. übersetzte? Das heißt doch die Sucht zu tadeln, zu verunglimpfen und zu verläumben zu weit getrieben! Ich fordere ave Kenner zur Untersuchung auf, ob ich in allen diesen Stellen der Massora zu nabe getreten bin. Die fünfte Rubrik soll die „Nichtbeachtung des Sprachlichen der Urschrift" enthalten. Dahin rechnet Herr Sch., daß ich Gen. 3, 19 von dem statt von welchem; daß ich das. 22 En!) (man merke wohl, daß bas Wort ohne n articuli ist*) nicht durch die" Klinge, sondern durch eine Klinge übersetzt habe. Daß ich Gen. 8, 7 n^itf1) schicken übersetzte. In der Uebersetzung aber befindet sich das Wort ausschicken. Und von solcher Erheblichkeit sind auch die übrigen Rügen. Gen. 6, 18, wo für „meinen" „einen" steht ist ein offenbarer Druckfehler. Undeutsches und Sinnloses findet Rec.: Gen. 34, 10 „Zhr habt mich in's Elend gestürzt, da ihr mich zum Abscheu gemacht-Wenn sie sich zusammenrotten gegen mich und mich schlagen, so werde ich ausgerottet." Ich bitte alle Sprachkenner, mich über das „Un deutsche" und noch mehr über bas „Sinnlose" in diesem Satze zu belehren. Gen. 6, 3 übersetzte ich die äußerst schwierige Stelle: Nicht ewiglich soll mein Geist herabgewürdigt werden im Menschen. Da diese Stelle zu den allerschwierigsten gehört, so erlaubte ich mir, das Verbum nn aus dem Arabischen abzuleiten und dem gemäß zu übersetzen. Ich gebe zu, daß Philologen die Uebersetzung nicht billigen dürften; aber ist sie deßhalb undeutsch? ist sie sinnlos?! Wird durch die Sünde der Geist Gottes im Menschen etwa nicht herabgewürbigt? Ferner Gen. 11,1 D'HnN önin) „einzelne Worte." Ich gebe zu, daß die Uebersetzung neu und frappant sei; aber ist sie un deutsch, ist sie sinnlos? Und.was bedeutet denn wohl Gen. 27,44 UHfiN D1^1 heißt es dort nicht „einzelne" Tage? Der Referent des 11. Kap. der Genesis will nämlich durch diesen Ausdruck die Armuth der Sprache um jene Zeit bezeichnen, und das thut er auf die treffendste Weise.**) So fällt dem Rec. die Uebersetzung des W. □tf' das. 4 auf. Die Bauleute sprechen nämlich von einem Thurm, den sie fertigen wollen und dieser Thurm soll der sein, den sie sich machen wollten, er sollte ihnen zum „Merk- und Denkzejchen" bienen, daß sie sich hier zusammenfinden wollten, falls sie zerstreuet würden. *) Hier irrt Herr vr. S. augenscheinlich, denn der Artikel kann im 8tat. constr. nicht stehen. D. H. **) Auch hier möchte Herr vr. S. wenig Zustimmung finden; und die nächstens folgenden Erklärungen rechtfertigen nach unsrer Ansicht die gewählte Uebersetzung keinesweges. D. H. Beantwortungen und Erinnerungen. Mehrere biblisch-exegetische Aufsätze sind uns zugegangen. So verdienstlich solche an sich sein mögen, so können wir doch dergleichen nur dann aufnehmen', wenn sie deutlich beurkunden, daß dabei die neuesten Fortschritte in biblischen Forschungen mit Gründlichkeit beachtet worden sind. Eben so ist von einzelnen literarischen Entdeckungen nur bas zur Aufnahme geeignet, was unsers Wissens noch ntcht anderweitig bekannt geworden. — In Betreff der Nachrichten können rein lokale Angelegenheiten nur in so weit einen Platz in den Annalen erwarten, als die Sache einem größern Kreise interessant ober nützlich sein kann. Wir zweifeln nicht, daß hierin unsere geehrten Corresponbenten sowohl als Leser mrt uns einverstanden sein werden. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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