Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 25 (21.6.1839)
- Date
- 1839-06-21
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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200 Comite als dessen Präses zu entwerfen, wie es vom Rathe und den Aeltesten zuerst gewünscht worden war, sondern einen schneller zum Ziele führenden Weg einzuschlagen. Er hatte jedenfalls die weise Absicht. Reibungen, welche bei den Berathungen eines Comite's entstehen könnten, zu vermeiden; man kann es aber auch andrerseits Privatpersonen nicht verargen, wenn sie sich nicht für berufen hielten, auf eigne Hand Entwürfe zu einer.Gemeindeverfassung vollständig auszuarbeiten und einzureichen, ohne den aus mündlicher Berathung entspringenden Vortheil gehörigen Ideenaustausches und gegenseitiger Berichtigung der Ansichten zu genießen; ein Mittel, bas allein im Stande ist, Einseitigkeiten zu verbannen, und dessen sich daher fast alle mit Abfassung von Gesetzen und Statuten beauftragte Behörden, zumal wo es auf Anpassung bestehender Einrichtungen auf neue Verhältnisse und Vereinigung von allerlei complicirten Zuständen ankommt, stets mit Erfolg sich bedient haben. Jene Personen, worauf der Correspondent in Nr. 1-1 anzuspielen scheint, waren ohnehin damals mit Betreibung der bei den ständischen Kammern gerade obschwedenden wichtigen Verhandlungen über den Gesetzentwurf zur Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden, zu sehr beschäftigt, als daß sie ihre Zeit und Kräfte noch auf jene, im Vergleich zur Emanzipationöftage doch nur secundäre und nicht so dringliche Angelegenheit hätten verwenden können. — (Schluß f.) Literatur. Biblische Exegese. r62pm 2i"On; auch unter dem ^ttcI:Scriptura et Traditio, Commentarius perpetuus in Pentateuchum, sive quinque legis divinae libros, quo inveuta traditionis vctustac grammalica historicaque textus sacri analysi confirmantur atque mirificus traditionis scripturae que Consensus exegesi subtiliori, habiliori, habita liovissimorum progressuum ratione, demonstratur, autore Jacob Zebi, Meklenburg, dioecesis Regiomontanae Rabbiuo. Leipzig Comm. B. Fritzsche. 1839. XVHI u. 371 S. gr. 8. Auf jeden Fall eine sehr interessante Erscheinung. Man stoße sich nicht an den etwas vielversprechenden, und da sonst kein Wörtchen Latein im Buche steht, auch ganz zwecklosen, höchstens für Bibliographen zum Abschreiben brauchbaren lateinischen Titel, so auch nickt an den hebräischen seht schwerfälligen Titel, den man erst in's Deutsche übersetzen muß, um ihn zu verstehen; man stoße sich überhaupt nicht allzusehr an die Form des Ganzen, die sich vom classischen Geschmacke noch immer entfernt hält, weder an die Anrede, womit der Pentateuch seine Leser begrüßt, und worin er aus allen Theilen der Bibel Verse zusammenrafft, um sich selbst verständlich zu machen, und semen Zweck und seine Lehrweise zu schildern, noch an die Klippen des abstracten neuhebräischen Ausdrucks in des Verfassers Vorrede, wie im ganzen Werke; man sehe auf das Weik selbst, welches mit allen seinen Mängeln einen sehr bedeutenden Fortschritt der radbinischen Hermeneutik beurkundet, und sehr viel Treffendes und Wahres und Neues dardietet. Da das Werk mit radbinischen Lettern gedruckt und in theilweise mittelalterlicher Scholastick geschrieben ist, so dürfte es den christlichen Gelehrten nur sehr sparsam zugänglich sein; desto eher halten wir uns verpflichtet, eine kleine Ansicht von der Interpretationsweise zu geben, die wir in einem zweiten Artikel folgen lassen, wahrend wir hier bloß Gelegenheit nehmen, die Aufmerksamkeit auf eine Arbeit zu lenken, welche die Geister der im Talmudstubium allzusehr befangenen Radbinen besser aufzuklären geeignet ist, als alle Streitschriften. Der Königsberger Rabbiner hat sich durch Herausgabe dieses Commentars, welcher die neuesten Fortschritte der israelitischen Bibelforschung und seine eigenen Ansichten entwickelt und jene theilweise deurtheilt, ein bleibendes Verdienst erworben, welches wir, selbst durch Verwerfung so mancher gesuchten und spitzfindigen Deutung keineswegs zu schwächen beabsichtigen. Iugendschriften. Hebräische Wandfibel, in neun stufenweise auf einander folgenden Tafeln, zum Gebrauche öffentlicher israelitischer Volksschulen, verfaßt von David Schweizer (Lehrer in Kronheim bei Gunzenhausen). Nördlingen, Beck's che Buchhandlung 1839. Ein recht zweckmäßiges Hülfsmittel. Die Ordnung der ersten Anfänge folgt der Lautirmethode, und schließt sich an die vom Herrn Vf. 1831 herausgegebene Handfibel an. Die Beispiele sind gut gewählt. Die lithographirten Buchstaben erscheinen recht scharf gezeichnet und fett genug, um recht weit gesehen zu werden. Das Werk beurkundet einen recht erfahrenen Schulmann. Wir empfehlen cs allen Elementarschulen, wo hebräisch gelehrt wird. Beantwortungen. Eingegangen; Don M. M. aus H. ein Sendschreiben an P. und eine lexikalische Bemerkung, beides viel Gutes enthaltend; jedoch ist die Form des erster», als an eme Person von keiner literarischen Celebrüät gerichtet, nickt geeignet, das zweite zum Theil persönlich verletzend; wir erwarten daher erst Erlaubnis zu Abänderungen; — ferner v. S. aus K. über Großherz. Hess. Angelegenheiten, enthält nichts, was nicht schon in den Annalen besprochen wäre; bleckt also zur Verfügung des Herrn Vf. — Ferner aus T. mehrere geschätzte Kritiken und Aufsätze, welche gegen dringenderes Material zurückstehen; wir hoffen, sie noch theilweise benutzen zu können. — Eine literarische Bemerkung von H. W. in M. angebliche Interpolation nachweisend, von Herrn L. mitgetheilt, ergiebt sich als gänzlich irrig, und findet darum keine Aufnahme. — Alles, was wir nicht hier oder privatim beantworten, wird den Annalen einverleibt. Zur gefälligen Beachtung. Da der Name des Herausgebers in Frankfurt am Main zufällig mehrere Mal vorhanden ist, und Zuschriften an feine, oft gar mcht mtt Vornamen bezeichnete Addresse erst in fremde Hände gerathen können, bevor die rechte durch den Inhalt ermittelt wrrd, so bittet er alle feine Herren Correspondenten reckt sehr, ihre Zusendungen an die Redaetion der Israelitischen Annalen zu addressiren. Unfrankirte Briefe werden nur angenommen, wenn derName des Absenders darauf bemerkt oder der Redaktion bekannt ist. Für fraitkirte Briefe, deren Inhalt Aufnahme findet, wird das Porto vergütet. Die Redaetion. Druck und Verlag von Johann David Saucrländer in Frankfurt am Main.