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Israelitische Annalen · 1839-05-24 · Heft 21 (24.5.1839) · p. Seite 168

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 21 (24.5.1839)
Date
1839-05-24
Page
Seite 168 (sequence 8)
Language
German
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168 lungen beschränkt wird; ja selbst die kirchlichen Vorträge sollen streng radbinisch gehalten werden. Wir würben hieraus leicht bösliche Deutungen und neue Anklagen zu befürchten haben, vertraueren wir nicht dem richtigen Blicke unsrer er« leuchteten Behörden, welche gewiß nicht der wahren Aufklärung entgegen sind. Leipzig. — Seit einiger Zeit wird ernstlich daran gearbeitet, die Errichtung eines Lehrstuhls für jüdische Theologie an hiesiger Universität zu bewirken. Zndeß dürften noch mancherlei erhebliche Hindernisse der Ausführung in den Weg treten. Auch ist der Gegenstand in der That wichtig genug, um eine reifliche Erwägung zu fordern. Lassen wir auch alle äußern Bedenklichkeiten und Vorurtheile bei Seite, so ist auch im Innern, unter den Israeliten selbst, noch gar zu wenig entschieden und ausgesprochen, als daß bereits ein wissenschaftliches Lehrsystem darauf gegründet werben könnte, und daß man hoffen dürste, einem solchen das nöthige Vertrauen zu verschaffen. Sobald sich darin etwas entscheidet, werden wir darüber berichten. n e p l i f! chon M. Brück in Rödelheim. (Schluß). 27) Sanhedrin (22) wird ja bewiesen, daß der Jsraelite sich nicht nach den Gründen — wenn sie auch von Gvlt selbst gegeben sind — der mos. Gesetze richten darf! Doch giebt der Talmud selbst für viele Satzungen Grunde, wie ich S. 50 lutcbgewiefen! Das hat H. H. wiederum vergessen. 28) Meine Citate S. 50 sind zwar — wie immer — abgekürzt, aber doch gewissenhaft wiedergegeben. 2«) Mit dem Eitate 21 — S. 52 — will ich bios sagen, vom Menschen kann nur das Menschliche, b. b. was in der Sphäre seiner Möglichkeit ist, gefordert werben. Gewichtigere Belege hierfür s. Berachot 25 j-nm n;n: sb mU'n 'C'isvft? Don demfeledn Argument macht der Talmud bei anderer Gelegenheit Gebrauch. Kidd. 54. Vergl. übrigens Maimoo. Hilch. Mamrim. cap. II. Daß unsere gegenwärtige Generation sich in einer solchen Lage befindet, wie die von Maim. vorausgesetzte, wird wohl Niemand in Abrede stellen. 30) Wohl mag bei manchem die Liebe zu Gott eine andere Basis als Ehrfurcht haben;'die eines wahrhaft Frommen muß — wie ich S. 53 behaupte — auf Ehrfurcht beruhen. 31) Aus den von mir — S. 54 citirten Stellen leuchtet klar hervor, daß wir beten, nicht aber, daß wir täglich beten sollen. 32) Maimonibesbehauptet ja, die Zeiten des Betens seien NrP'HIH'n Vergl. Hilch. Thephilla I. Also blos das dreimalige Beten ist nach ihm radbinisch. 33) Mein Beweis aus Erubin 65 ist unumstößlich, und soll zugleich auf bas Mechanische unsers h e b r a i sch e n Gottestienstes hindeuten. 34) Daß der Briefwechsel — S. 63 — unsere Gebete nicht heterogen findet, befremdet mich sehr, der bloße Wortsinn genügt, um Die# einzusehen. 35. 36.) Die Beweise, daß das Neujahr erst mit dem 10. Tischri begonnen habe, stehen zu fest da, als daß die nichtssagende Einwendung des H. H. meine Ansicht ändern sollte. Auch der Talmud — Erchm 12. a — räumt ein, im Jubeljahre habe'das Neujahr am 10. Tischri begonnen und stützt sich auf Jecheskel. Wie kann H. H. nun — S. 63 — sagen: „die Stelle in Jecheskel beweist nichts?" 37) Jes. 58, 4 — 7 läßt keine andere Deutung zu, als die ich. ihr gegeben habe. 38) Der Ausdruck nsy ist trotz des Piel mit „demüthigcn" zu übersetzen, da er niemals fasten bedeutet. 30) Wo widerlegt H. H. meine — nachgewiesene — Behauptung, daß im Erlaß j ah re vom 1 — 10 Tischri die jüdischen Saturnalien stattgefunden? daß er — S. 64 — so breit darüber spricht? 40) S. 30 lauten meine Worte: „daß man auch Palmzweige, Reiser von Aboth und Bachweiden nehme u. s. w." Nun glaube ich den Knoten nicht zerhauen, sondern gelöst zu haben, und möge auch H. H. fernerhin fortfahren — seinem Versprechen gemäß — sich stützend auf die Trophäen seines vermeinten schritftstellerischen Rufes, gegen die Bestrebungen unserer Zeit mit vollen Segeln zu steuern, ich werde dagegen, so Gott will, stets nach meinen schwachen Kräften bestrebt sein, vorwärts zu steuern, und die Verirrten aus den ungemessenen Räumen täuschender Meinungen zu befreien suchen. Möge H. H. die sämmilicken europäischen Israeliten, die in den Städten, Dörfern, Meiereien und Weilern wohnen, zu einer allgemeinen Coalition gegen die Bestrebungen, dem Tempel Gottes seine Urgestalt zu geben, aufforbern — Briefwechsel S. 77 — und ihnen, wie der fromme Fenelon Moriamur in Simplicitate nostra! zurufen; möge er auch immerfort alles verketzern, was sich dem ursupirten Rechte der Pseudomosaiten entgegen stemmt: die Finsterniß muß und wird dem Lichte weichen, sobald die nun einmal begonnene Morgendämmerung ihren Höhepunkt erreicht haben wird. Exegetische Bemerkung. *) Herr Brück behauptet in s. Replik, es könne Heut. XXVII. 8. nmnn 1_cn?D ns nicht „bas ganze Gesetz" bezeichnen, wcü es unmöglich sei, so viel auf die 12 Steine zu graviren. Er hatte noch hinzufügen.können, daß die Rabdinen durch die Bemerkung — es sei in allen (70) Sprachen geschrieben worden, die Unmöglichkeit verstärkten. — Allein hiergegen haben wir erstlich zu erinnern, daß von grapiren hier nichts steht, sondern daß der Ausdruck Grü) schreiben bezeichnet, zweitens, daß man immer dem alten Grundsätze gemäß die Schrift nach ihrem einfachen Wvrtsinne erklären müsse. Nun finden wir eine Analogie Gen. XXXI. in der Errichtung eines Steinhaufens als Friebenszeichen, und m einer bei solchen Denkmale abgehaltenen Bundesmahlzeit und gegenseitigen Zusicherung ewiger Freundschaft. Demnach dürften wir hier wohl einen ähnlichen Sinn in der Errichtung der Steine zu suchen haben. Man errichtete nämlich 12 Steine, nach der Zahlj der Stämme, als feierliches Bundeszeichen, und schrieb auf diesen Steinen — nicht auf sie, sondern auf ein anderes Ma terial — das Gesetz ab, entweder in einem Erew.plare, oder nach den Rabbinen gar 12, nämlich für jeden Stamm als urkundliche und gemeinschaftliche Annahme der Bedingungen, unter welchen ihnen das Land Canaan als Eigenthum verheißen worden war. — Dieß beseitigt alle Schwierigkeiten, besonders ist sonach die Verwendung derselben Steine zum Altar, und die abermalige Verwendung derselben Steine Jos. IV. 20. (Vergl. VI». 32) erklärbar. A. S. Trier. *) Wir geben diese Hypothese als beachtenswerth, obgleich dem Sprachgebrauch des bV sro die disherige Erklärungsweise eher zu entsprechen scheint. D. H. Druck und Verlag von Johann.David Saucrländer in Frankfurt am Main.

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