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Israelitische Annalen · 1839-05-24 · Heft 21 (24.5.1839) · p. Seite 161

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 21 (24.5.1839)
Date
1839-05-24
Page
Seite 161 (sequence 1)
Language
German
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24. Mai. Nw 21. 1839. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Don Liesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges 3Rthlr.; man subscribirt bei allen lödl. Postämtern und in allen soliden Buchhandlungen. Historische Skizzen zur Gesch. d. Zsr. im bpzant. Reiche (Schluß.) — Briefwechsel über religiöse Zustände (Schluß.) — Nachrichren und Correspondenzen: Zustände in der Pfalz; Sächsisches Regulativ über Unterricht; Berichte aus Holland; Frankfurt a. M., Gcmeindewahlen; Tarmstadt; Fürrb; Leipzig. — Replik. — Exegetische Bemerkung. Historische Skizzen. Beiträge zur Geschichte der Juden im byzantinischen Reiche, vom ersten Kreuzzuge bis zur Eroberung Conftantinopels durch die Türken. (1100—1450). (Schluß.) Der Schluß des vierzehnten Jahrhunderts war den Juden im ganzen westlichen Europa unheilbringend. Frankreich mußten sie, nach mannichfachen Unbilden, die sie erduldet hatten, gänzlich verlassen, "'und in Spanien begannen die Vorspiele zu der um ein Jahrhundert später erfolgten Vertreibung. Das Jahr 1391 verbreitete Schrecken über alle Gemeinden der pyrenäischen Halbinsel. Die Bekehrungswulh ergriff das Schwert und metzelte schonungslos die Widerstrebenden nieder, Flammen verzehrten die Häuser und Habe der Unglücklichen, die in ihrem uralten Wohnsitze keinen Schutz mehr fanden. Zu Hunderttausenden flohen die Schwächer« oder Geduldigern zur Kirche, um durch ein Scheinbekcnnrniß das Ihrige zu retten, und dann so früh als möglich der väterlichen Religion wieder offen die Ehre zu geben, oder ein Land zu verlassen, wo keine wahre Menschenliebe zu hoffen war. Die Verfolgung war andauernder, als diese Neu-Christen gewähnt hatten; sie ging über auf Kinder und Enkel und Urenkel, und war großentheils die Veranlassung zu der nachmals eingeführren Inquisition, welche hauptsächlich dem Rückfall in die frühere Religion zu steuern zum Zweck hatte. Wer irgend ohne allzuviel zu opfern denWanderftab ergreifen konnte > wendete dev pyrenäischen Halbinsel den Rücken. Eine sehr große Anzahl der Verfolgten fand Ruhe und Gewissensfreiheit in der Bcrberci, und Gelehrte von anerkanntem Rufe, wie ein Jfaac b. Scheschet und Simon Duran u. A. zeichneten sich durch kräftiges Wirken, wie durch Verbreitung achter Geistes- und Herzensbildung unter ihre Glaubensbrüder und durch noch heute sehr schätzenswerte Geiftesproducte aus. Viele andere zogen durch's Mittelmeer nach Griechenland, wo die Kirche einen durchaus mildern Charakter zeigte, und von eigentlichen Verfolgungen nichts verlautet. Eben dahin wanderten auch manche Gelehrten und der vielen Plackereien überdrüssige Kaufleute aus Deutschland und Italien. Auf diese Weise wurden theils Constantinopel, theils Kreta (Kandia) und verschiedene andere einzelne Orte des byzantinischen Reiches Sammelplätze angesehener und unternehmender jüdischen Emigranten, welche untereinander und mit dem westlichen Europa in vielen Beziehungen standen und ohne Zweifel einerseits das

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