Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 11 (15.3.1839)
- Date
- 1839-03-15
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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88 Erklärung. *) Durch die Bemerkungen des H. Hirsch in d. A. Z. d. Judenth. gegen die in den Annalen Nr. 1 erschienene Vertheidigung des Thariag finde ich mich veranlaßt, mich selbst für den Verfasser derselben zu erklären. In dem dritten Theil meines Schulchan-Aruch werde ich das in jenem Aufsatz nur kurz angedeutete gegen die Einwürfe des H. Hirsch in Schutz nehmen; denn ich bin durch sie nicht auf die entfernteste Weise in meiner Ueberzeugung erschüttert; in einem öffentlichen Blatte hingegen werde ich nie mit H. Hirsch in die Schranken treten, so lange er den gegen mich angenomme» nen Ton nicht ändert. Freuen sollte es mich hingegen, wenn irgend ein Kenner der rabbinischen Schriften, Rabbiner oder Privatmann, in nicht verletzenden Worten den Handschuh ergriffe und dadurch die sehr wichtige Frage zur Entscheidung brächte, ob auf dem Standpunkte der rabbinischen Juden eine Verbesserung unsres religiösen Zustandes möglich ist oder nicht. Auch bei dieser Gelegenheit wiederhole ich die Versicherung. daß ich mich in jedem Punkte für überwunden erklären werde, sobald mir die Gründe meines Gegners *) Der Herausgeber der Annalen benutzt diese Gelegenheit, — da der Hauptgegenstand nun wohl genugsam besprochen ist, — zu der nachträglichen Bemerkung, daß er S. 53 mit der Stelle: „der Angreifer hat ohne Zweifel rc." durchaus keine Concession zu machen beabsichtigt hat, vielmehr gar nichts weiter damit sagen wollte, als was die Worte ausdrücken, daß jeder Gelehrte berechtigt sei, auf geziemende Weise seine Ansichten öffentlich zu verfechten. Es ist überhaupt seine Art nicht, — und nur befangene Leser können dergleichen auffinden wollen — versteckte Andeutungen zu machen; Vielmehr war es von jeher sein Grundsatz, das was er für Wahrheit hält, so weit es geschehen darf, freimütbig und mit den angemessenen Worten auszudrücken. Mißdeutungen muß sich jeder gefallen lassen, doch verschwinden diese bM wieder, und können daher immer auf sich selbst beruhend bleiben. einzuleuchten anfangen. Daß meine Kräfte sehr schwach sind, hat mir nie ein Anderer zu sagen gebraucht; daß ich aber an Gewissenhaftigkeit und Wahrheitsliebe keinem nachstehe, das sagt mir mein, gottlob, von Eitelkeit ungedlendetes Bewußtsein. Nur eins bin ich meiner Ehre schuldig, ungesäumt zu berichtigen. Mein Citat aus den Gutachten des-,^^ Dino findet sich nicht Nr. 34, sondern Nr. 48 und zwar in folgenden Worten: nTOin m:pn nrwa jpr6 -pyn ■a an -owri dyjomai nraon Hervorgerufen wurde dieser Bescheid durch rnin pi niDD eine Gemeinde, welche die Einrichtung getroffen, daß in aller Ewigkeit der 13te Tebeth zum Andenken an ein frohes Ereigniß als Purim gefeiert werbe, und daß diese Verpflichtung selbst für die nicht aufhören solle, welche die Gemeinde verlassen würden. Von Mein und Dein oder von einer etwaigen Geldbuße für die Uebertretenden kommt in der Einrichtung nichts vor. R. Alaschkar beruft sich in seinem Gutachten auf viele Belegstellen, und unter andern auch auf das Beispiel der alten Israeliten, die eidlich verboten haben, einem Binjaminiten seine Tochter zur Frau zu geben. Man wird sagen, daß hier nur von Einrichtungen zur Erhaltung und Umzäunung des Gesetzes die Rede ist; andere Einrichtungen habe ich aber nie gewünscht. Es hat vielleicht eine Zeit gegeben, wo es zur Erhaltung der Religion'rath. sam war, Erschwerungen über Erschwerungen zu häufen; jetzt aber kann die Religion nur durch bedeutende Erleichterungen erhalten werben; darum Segen den Rabbinen, die zuerst Muth und Gottesfurcht genug zeigen werden, nach dem Beispiele des R. Jehudah hakadosch, für den Herrn etwas zu thun, damit seine Lehre nicht zu Grunde gehe. Weitere Erörterungen über diesen Punkt finden sich in den Gutachten des R. David Cohen Nr. 12. 13. vr. Cr eigen ach. A n z e Von den in Berlin 1832 u. folg, erschienene Ausgabe des Werkes: iWD TD T\my Text punctirt, mit deutscher Uebersetzung von Dr. I. M. Jost. mit einem rabbinischen Commentar und vielen deutschen Anmerkungen (alles in hebräischen Lettern) in 6 Bänden in 4to gehestet, stehen der Rebaction der Israelitischen Annalen noch eine Anzahl Eremplare zur Verfügung, welche gegen daare Einsendung j^es Betrages für den ermäßigten Preis von fl. 10 — auf Schreibpapier fl. 15 — abgegeben werden. Dieser Preis hört mit dem I. Juli d. I. auf, und tritt alsdann der höhere Ladenpreis wieder ein. Die Redaction der Israelitischen Annalen. i g e n. So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Frankfurt a. M. bei I. D. Sauerländer: ros ho rrun td Auch unter dem Titel: Die Pefach-Hagada oder Erzählungen von Israelis Auszug aus Egypten. Zum Gebrauche der beiden ersten Abende des Mazot- Feftes. Von neuem wörtlich aus dem Hebräischen Originale verdeutscht. Leipzig 1839. In Commission bei C. L. Fritz sch e. 8 gr. 36 kr. rh. Diese neue splendid gedruckte Ausgabe enthält verschiedene hebräische und deutsche Vorerinnerungen, und dann die ganze Hagada, Tert in großen Lettern, correct und mit guter deutschen Uebersetzung gegenüber. Unter den verschiedenen neuen Ausgaben zeichnet sich die vorliegende vortheilhaft aus. I. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.