Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 10 (8.3.1839)
- Date
- 1839-03-08
- Page
- Seite 80 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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80 weniger? «Wegen stünden, und es müßte eine wahre Freude gewähren, Zeuge des Eindrucks zu seyn, den das erste aufklärende Wort in einem italienischen Blatt oder auf einer italienischen Kanzel auf das offene Gemüth des italienischen Israeliten machen würde. Hierzu ist indessen noch lange keine Hosftiung vorhanden, da es, abgesehen von andern äußern Hemmungen, durch die Jahrhunderte her dauernde Praris ohne Leben und Gehalt und die dadurch bedingte Schlaffheit und Sorglosigkeit in religiösen Dingen dahin gekommen ist, daß unter den Reisern und Reichern das Iudenthum wie eine Mumie hinter den Rücken geworfen und nur dann lästig wird, wenn sie durch irgend eine Veranlassung mit der öffentlichen Observanz in ein Verhältniß gebracht werden und unter den geistig Schwachen und Armen mit herkömmlicher Herz- und Geistlosigkeit und daher auch mit aller Erfolglosigkeit, in Bezug auf innere Anregung, geübt wird. Und doch besitzt der Italiener ein so empfängliches Gemüth, um bei dem ersten Impulse aus seiner Lethargie zu erwachen, und doch umfaßt er das Gute, namentlich wenn es stch in einer ansprechenden Gestalt giebt, so rasch und so nachhaltig, und doch besitzt er eine Eigenschaft, mittelst welcher allein, wenn ihr die rechte Richtung gegeben wird, Unglaubliches auf und durch ihn gewirkt werden kann, jenen edeln männlichen Stolz, der, im Verein mit Scharfsinn, in seiner ganzen Literatur ausgeprägt ist. Sie müßten nur einmal die Schaamröthe eines jungen Italieners bemerken, wenn von den Bestrebungen innerhalb des Iudenthums bei uns Deutschen die Rede ist, um sich zu überzeugen, welch reicher Fond in den Israeliten Italiens verborgen liegt. Ich breche hier die allgemeinen Bemerkungen, deren Fortsetzung ich mir Vorbehalte, ab, um Ihnen vorerst einige Realien zu geben, denen später noch andere folgen sollen, bis ich einmal im Stande seyn werde, ein Ganzes zu liefern. Aus Dessau vernehmen wir, daß die dortige Gemeinde— schon seil einem Jahrhundert unter den deutschen Gemeinden durch Förderung bessern Strebens bekannt, — aus ihr ging der dritte Moses hervor, in ihrer Mitte bildete sich die erste gute Elementar- und Bürgerschule, welche vielen andern ein Muster ward, und dort ward auch die erste, noch * fortlebende, deutsche Zeitschrift für Cultur der Israeliten (Sulamith) gegründet, — nun entschlossen ist, einen jungen Mann, der für seinen Beruf zeitgemäß vorbereitet ist, als Rabbiner und Prediger anzustellen, welche Functionen zu vereinigen ihr bisher nicht gelungen war. Wir sehen in dieser bereits an mehreren Orten sehr erfolgreich getroffenen Einrichtung einen wahren Fortschritt zur Begründung eines in sich einigen religiösen Lebens, und es wäre zu wünschen, daß die größer» Gemeinden hierin nicht zurückblieben. Berichtigung: Bogen 0. S. 72. Spalte 2. Zeile 5 v. o. st. Botzen l. Schotten. Anzeigen. In allen Buchhandlungen ist zu haben, in Frankfurt am Main bei I. D. Sauerländer: vr. I. M. Jost's allgemeine Geschichte -es Israelitischen Volkes, sowohl seines zweimaligen Staatslebens als auch der zerstreuten Gemeinden und Secten bis in die neueste Zeit, in gedrängter Uebersicht zunächst für Staatsmänner, RcchtSgelchrte, Geistliche und wissenschaftlich gebildete Leser. A u S den Quellen bearbeitet, in Zwei Bänden. Berlin. C. F. Amelang. 1832. Nthlr. 43/4. fl. 8.33 kr. rh. Dies Werk ist kein Auszug aus dem größern Werke desselben Verfassers (Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Maccabäer, Berlm bei Schlesinger 1820 — 8, 0 Bände) wie zum Theil schon der Titel zeigt. Es enthält vielmehr auch die ganze ältere, biblische Geschichte, berichtigt überall die spätere, und führt sie bis auf 1832 fort. So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Frankfurt a. M. bei I. D. Sauerländer: nDD bv mm td. Auch unter dem Titel: Die Peferch - Hiagada oder Erzählungen von Israels Auszug aus Egypten. Zum Gebrauche der beiden ersten Abende des Mazol- Feftcs. Von neuem wörtlich aus dem Hebräischen Originale verdeutscht. Leipzig 1839. In Commisston bei C. L. Fritz sch e. 8 gr. 36 kr. rh. Diese neue splendid gedruckte Ausgabe enthält verschiedene hebräische und deutsche Vorerinnerungen, und dann die ganze Hagada, Tert in großen Lettern, correct und mit guter deutscher Uebersetzung gegenüber. Unter den verschiedenen neuen Ausgaben zeichnet sich die vorliegende vortheilhaft aus. I. M. Jost. Druck und Verlag von Johann D ai> j d S a u e r l ä n.d e r in Frankfurt am Main.