Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 9 (1.3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
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Herr könne». Die älter» Reisenden melden solche Zerstörung schon viel stüher! Wie läßt sich das zusammenreimen? Wir wünschen, daß diese unsere Zweifel dem Herrn Reisedeschreiber zu Gesichte kämen, und daß er sie durch - einige genauere Angaben lösete. Wir würden uns freuen, dieselben unfern Annalen einzuverleiben. 2) Sir Arthur de Capelle Brooke erzählt in den Sketches io Spain and Marocco, nach einer Beschreibung der allgemeinen Beschaffenheit der jüdischen Verhältnisse im Marokkanischen Reiche, die er nach den allerdings sehr herabwürdigenden Gesetzen und mit Rücksicht auf die Abgeschiedenheit und schlechte Haltung der Judenviertel äußerst schlecht, aber bei Betrachtung ihrer Betriebsamkeit und ihrer Geschäfte doch bedeutsam genug darstellt, von den im Gebirge lebenden Juden. Diese sind nur vereinzelt, jede Familie unter dem Schutze eines Schilluh, der sich seines Schützlings gegen jede Beleidigung kräftig annimmt, wofür ihm aber von diesem allerlei Handwerksarbeiten geleistet werden; besonders sind die Juden gute Schneider, Schuster, Sattler Schmiede rc. Die Juden begleiten ihre Herren als Knappen in den Krieg und sind tüchtige Reiter und Schützen. — Diese Beschreibung stimmt zu den Angaben früherer Reisenden, welche jedoch ähnliches von Karaitcn erzählen. Sind diese dieselben, oder verschieden, oder herrscht hier abermals ein seltsames Mißverständniß? Großherzogthum Hessen. — Eine rührende Feierlichkeit fand am Al.Jan. in dem Dorfe Geisnidda (Kreis Nidda) statt. Die goldene Hochzeit eines stets durch tugendhaften und friedsamen Wandel geachteten jüdischen Paares, — der Mann, Herr Meyer, zählt 80 und seine Frau 83 Jahre — ward von der ganzen Bevölkerung des Ortes, ohne Unterschied der Religion , festlich begangen. Das ganz unbemittelte Paar ward von Katholiken, Protestanten und Israeliten der Umgegend sowohl für den Tag, als auch zur künftigen Unterstützung, vielfältig beschenkt. Bürgermeister, Beigeordnete und Rath des Orteveranstalteten eine solenne Mahlzeit, an welcher die verschiedenen Confessionen de- Ortes vereint waren. Die Trauung verrichtete der jüdische Religionslehrer, Meyer Frank aus Botzen, nachdem er durch eine kräftige Pr.edigt alle Anwesenden erbaut hatte. — Diese Feierlichkeit hat einen ttefen Eindruck hinterlassen, und ein wahrhaft herzerhebendes Beispiel von Eintracht gegeben, womit dieser durch allgemein herrschende Thatigkeit und Mas sigkeit ohnehin sehr emporgekommene Ort, noch insbesondere gesegnet ist. Anmerk. Wir sind durch hochgestellte Menschenfreunde ersucht worden, eine ausführliche Schilderung dieses Festes hier einzurücken, haben dies aber als unserm Zwecke fremd ablehnen müssen. Doch durfte die Sache nicht ganz unerwähnt bleiben, und wir fügen schließlich hinzu, daß wir uns freuen würden, wenn es beiläufig dazu dienen könnte, der Mild thatigkeit einen Wink zu geben, welcher hinreichen möchte, um dem hochbejahrten Jubelpaare den kurzen Rest der mühseligen Wanderschaft hienieden zu erleichtern. Beiträge wird gern an nehmen und zur zweckmäßigen Verwendung befördern, die Redaction der Annalen. , Funeral Adress, delivered by the rev. Dr. M. Isaacs, Lecturer to the Liverpool Hebrew congregation at the Interment of the Late Joshua van Oven. Esq. Febr. 7. 1838. Eine recht schöne Rede. Der Verstorbene, von welchem wir einige interessante Briefe besitzen, war ein eiftiger Beförderer alles Guten. Seine letzten zehn Lebensjahre »erlebte er in Liverpool, wo er ein Hospital und eine Freischule stiftete. Er erreichte ein Alter von 72 Jahren. Man hat von ihm ein Werkchen Manuel of indaism und verschiedene Uebersezzungen. Anzeigen. Im Verlage von I. D. Sauerländer in Frankfurt a. M. ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu erhalten: ♦rrqp yrn ranpn isd GLemerrtarbuch, oder gründlicher grammatikalischer Unterricht im Lesen und in der Flexion in der hebräischen Sprache. Von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main. Mit einem Vorworte von Dr. I. M. Jost. Bei demselben Verleger erscheint zur Jubilate-Messe 1839 die Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage der hebräischen Fibel d. i. erster Unterricht im Hebräisch - Lesen und Uebersetzen, nach grammatischen Grundsätzen bearbeitet von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main. 6 gr. 24 kr. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.