Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 6 (8.2.1839)
- Date
- 1839-02-08
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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48 / schwer zu begreifen, daß dieselbe bisher von den Rabbinen und Andern fast gar nicht bekämpft wurde. Aber es ist wahr, daß die Schriften des Maimonides bisher nicht so studirt wurden, wie es ihr Inhalt erfordert und verdient. Möge die vortreffliche Arbeit des Herrn vr. S. unfern jüngern Theologen dazu die Veranlassung geben. Die Zeit fordert dazu auf und die Lösung unserer wichtigsten Aufgaben ist dadurch bedingt, daß wir vor Allem die Werke des Mannes , in welchem die Juden seit sechs Jahrhunderten einen zweiten Moses erblicken, mit gebührendem Fleiße beleuchten und prüfen. Nachrichten und Correspondenzen. Aus dem Grvßherzogthum Hessen. — Als Antwort auf Ihre Anftage in Betreff des Correspondenz - Artikels in Nr. 2 der „Annalen" möge zur Berichtigung desselben einstweilen Folgendes hinreichen. Derselbe berührt mit keiner Sylbe eme obrigkeitliche Verfügung, nach welcher auch das Mädchen zum samstägigen Besuche der Synagoge angehalten wäre. Unsere einsichtsvolle Regierung, die sich aus Gründen der reinsten Humanität durchaus nicht in die Einrichtung des religiösen Cultus ihrer israelitischen Unter- Ihanen mischt, würde auch den kleinsten Schritt in dieser Beziehung als eine Verletzung der Gewissensfreiheit betrachten. Die Sache wurde dort nur als eine, aus der besten Absicht hervorgegangene, Anordnung junger Lehrer bespro- - chen, und wir könnten das Gesagte durch ein, sogar in unserer Nahe vorgekommenes, Beispiel faktisch darthun, wenn es eines so genauen, örtlichen Beweises bedürfte. Genug es ist Thatsackx, und die Wichtigkeit derselben erfordert eine Rechtfertigung unseres darüber gefällten Urtheils, zumal dessen Richtigkeit hie und da bezweifelt wurde. Zu diesem Ende werden wir Ihnen nächstens eine weitere Auseinandersetzung des ganzen Gegenstandes mit Vergnügen mittheilen. _ Literatur. nDNn rrppn (Forschung nach Wahrheit) von Salomo Br ick, Altona bei Gebr. Bonn. Verlag des Verf. 103 S. 8. Je mehr wir es uns zum Gesetz gemacht haben, Schriftwerke, welche von ihren eigenen Verfassern zum Verkauf ausgeboten werden, mit strengprüfendem Auge zu beobachten, um nicht, wie es häufig geschieht, solche Bücherinbustrie zu befördern und aus Liede zur Milbthätigkeit dem Publikum elende Machwerke anzupreisen, um so mehr gereicht es uns zur Freude, hier ausnahmsweise ein Werkchen dieser Art anzeigen zu können, welches jeder Sachkenner mit wahrhaft tem Genuß lesen wird. Der Verfasser ist der hebräischen Sprache in hohem Grade Meister, und beschreibt darin unter andern einen Schiffbruch, den er selbst erlitten, und aus welchem er nur sein Leben gerettet hat, in sehr gelungenem Styl. Cs folgen allerlei moralische und bellettristische Aufsätze, die jeden Freund der hebräischen Sprache befriedigen müssen. Es sei daher dies Werkchen sowohl um des auch sonst sehr geachteten Verfassers, als auch der Kunst willen, hiermit empfohlen. Möge es recht viele Abnehmer finden! A n z e Mit Genehmigung der hohen und höchsten Königs. Preuß. Staatsbehörden wird zur Ostermesse d. Z. im Verlage von C. Fernbach jun. in Berlin erscheinen: Allgemeines Archiv des Iu-enlhmns, oder Iedidja. (Neue Folge.) Zeitschrift für Israeliten in zwanglosen Heften. Herausgegeben von I. Heinemann, vr. der Philosophie, Lehrer der Religion, der biblischen und thalmudischen Literatur in Berlin. Diese in ihrer Haupttendenz und in der Richtung ihres StredenS sich ihrer Vorgängerin anschließende Zeitschrift wird die innern und äußern Verhältnisse und Zustände der Juden des In- und Auslandes besprechen, und in vier Hauptrubriken: Religion, Kultus, Geschichte und Literatur die verschiedenen Gebiete der positiven Religion, des gottesdienstlichen Schul- und Erziehungswesens, der älteren und neueren Geschichte, und der alten und neuen Literatur der Juden prüfend durchwandern. Bei der Fülle von Stoff, den die vielseitigen verschiedenartigsten Bestrebungen in der neuern Zeit barbieten, läßt sich erwarten, daß das betreffende Publikum, dessen wichtigste Interessen ernst und leidenschaftslos hier besprochen werden sollen, diesem Archiv ave Aufmerksamkeit angebeihen lassen werde; daher Rabbiner, Religionslehrer, Gemeindevorstände i g e tt. und sonstige Berufsmänner und Gelehrte hiermit ersuchend aufgefordert werden, durch fleißige Mittheilungen entsprechender Aufsätze und Abhandlungen, in hebräischer und deutscher Sprache, so wie zuverlässiger Nachrichten über gottesdienstliche Schul- und Gemeinbeinrichtungen und anderer, bas Verhällniß der Juden bezeichnende Anzeigen, das Archiv zu unterstützen. — Da diese Schrift dem größeren Publikum gewidmet ist, so wäre besonders auf populäre, klare und deutliche Vortragsweise zu achten. Das Archiv erscheint in zwanglosen Heften jedes von sechs Bogen in gr. 8. und kostet das Heft 15 Sgr. Vier Hefte machen einen Band aus, welcher mit dem Bildniß eines berühmt gewordenen Mannes geziert und mit einem Jnhaltsregister versehen werden soll. Die resp. Abonenten belieben sich an den Verleger, den Herausgeber oder an die ihnen zunächst gelegene Buchhandlung zu wenden. Bei W. Nauck in Leipzig ist zu haben und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Sabbath-, Fest- und Gelgenheitspredigren, von vr. Herxheim er, Herzog!. LandeSrabbiner zu Anh. Bernburg. Inhalt: Confirmations-, Trau-, Einweihungs- und Trauerpredigten.—Darf der Jsraelite auf volles Staatsbürgerrecht hoffen? — Am nDC: Der Kern der mosaischen Religion. — Am Pfingstseste: Die armen israelitischen Knaben zur Erlernung der Gewerbe und des Ackerbaues zu unterstützen. — Die Mängel unseres Gottesdienstes rc. (Zur Nachricht und Erledigung.) Wir finden Veranlassung, wiederhylentlich zu bemerken, daß in unfern der Wissenschaft und Cuftur gewidmeten Blättern für Privatangelegenheiten kein Raum vorhanden ist. Briefe, welche aus Persönlichkeiten abzielen, wie Amz über das M—ger Radbinat und andere uns zugegangene Libellen bleiben, wie alles was der Würde des Gegenstandes nicht entspricht, "unbeachtet und unbeantwortet. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main