Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1839
- Issue
- Heft 4 (25.1.1839)
- Date
- 1839-01-25
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Niemand wird Badirasi (Biterrasi-Beziers), noch viel weniger Polni (st. UriB.David) nachschlagen;niemandMardochai B. Nissan unter Karai suchen. In dieser Hinsicht hat sich der Uebersetzer eine Willkühr erlaubt, welche die Benuzzung des Buches ungemein erschwert; bald ist der Vorname zum Hauptnamen, bald der Vatername zum Hauptnamen gemacht, bald beides verworfen und ein neuer gesetzt, bald selbst dieser ohne Noth verändert (Chabibi, Balmest). Cs ist noch ein Glück, daß der Original-Verfasser sich auf eine kleine Zahl von Schriftstellern be^hränkt hat (und der Titel sollte heißen: einer Anzahl, nicht: „der Iüd. Schriftsteller"'), sonst wäre es hier rein unmöglich, die Autoren herauszufinden. Wir ersuchen den Herrn Verfasser, um diesem Uebcl noch jetzt abzuhelfen, ein Register Leizufügen, wofür ihm gewiß jeder danken würde. Dabei wäre es zweckmäßig, auch alle Püchertirel und vielleicht sogar auch alle Eigennamen mit hebräischer Schrift anzugebcn, damit die fremde Schreibung nicht neue Irrungen erzeuge. Wir finden schon in dieser Ucbersctzung manches ungleich. So steht S. 26 Jona.von Giro na, welcher an seinem Orte Jona G e r o n i heißt; eben so S. 28 Z e h i j a, welcher an seinem Orte Iachia heißt; und so viele andere. Ist Aden-Ezra richtig, warum wird an andern Orten Ibn-Ezra geschrieben? Ja, einiges ist durch die neue Einrichtung unverständlich. Das Original hat Abraham B. David zweimal, einen ersten und einen zweiten; bei jenem anerkennend, daß derName auch B. Dior laute. DieUebersetzung gibt aber einen Abraham B. David „den zweiten", ohne einen gleichnamigen ersten, und unter Dior (Abr. B.) einen „ersten" ohne einen gleichnamigen zweiten. Eine erläuternde Anmerkung war hier dringend nothwendig. Auch spricht der Verfasser von Raschi, welcher Name an seinem Orte stehen müßte, um auf I sa a k i verweisen zu können; denn nicht jeder weiß diese Identität. Den zweiten Punkt erledigt der Verfasser theils durch die lehrreichen Notizen in der Vorrede, theils durch einzelne (jedoch viel zu sparsame) Anmerkungen im Laufe des Werkes. Freilich war es recht, die Fehler des Originals zu berichtigen. Allein erstlich mußten die Quellen jeder Berichtigung angegeben werden; das ist nicht geschehen bei Menachem Tamar und Tamar Menachem, so wie bei Medina (Samuel) und Samuel Medina, wovon die Uebersetzung nur je einen Artikel gibt; bei Aben-Ezra, wo hier das Geburtsjahr 1119 steht, und s. f. Zweitens hätten die Fehler des Originals alle entweder verbessert oder angezeigt werden sollen; statt dessen finden sie sich beibehalten, in dem Artikel: Aboab S. 13, geboren 1609, ,gestorben 1693 in einem Alter von 88 Jahren; — ferner Abraham B. David S. 23, .welcher 1198 starb, war ein Schüler des Mose had-darschan. Dieß ist aber ein Widerspruch gegen den Artikel Dar sch an, wo dieser Gelehrte dem XL Jahrhundert angeiwrt. Eben so Elieser B. Nathan aus Mainz, S. 206, ein Zeitgenosse Raschi's, was nicht paßt, wenn dieser 1105 starb, und jener 1152 ein wichtiges Werk schrieb. Wer einen im 1.1105 verstorbenen Greis gegen 50 Jahre überlebt, ohne ein ungemein hohes Alter erreicht zu haben, kann nicht schlechthin dessen Zeitgenosse genannt werden. Bei Bloch schreibt Rosst die Vornamen Marcus Eleasar, er hieß aber Elie ser. Ganach (eigentlich Gianach) blühete 1121, ist zu spät. — Bei Iachia, S. 133, wird eine constantinopolitanische Ausgabe 1506 angeführt, die nicht eristirt; dagegen fehlt die von 1525. Bei Lara, S. 175 Zeile 5 fehlt die Zahl 1648 des Originals, welche aber 1638 sein muß. Bei Parchon S. 256 erklärt der Verfasser Kal ha für Ca lataj ud; was nicht richtig ist. Leiber aber sehen ipir uns zur Steuer der Wahrheit gezwungen, auch einiges sehr ernstlich an der Uebersetzung zu rügen. Wir wollen einzelne verfehlte Stellen nichd«erade streng beurkheilen, weil der Uebersetzer seine FreilM im deutschen Ausdruck gerne behielt. Dennoch müssen wir die Stelle im Urtel Acosta, la sua pietä era fervida u. s. w. für ungenau erklären. — Aber der Artikel Abraham Ben' Dior ist durch und durch verdorben. Man vergleiche: Abrarn ben David Devita, detto il primo a dist'mzione del seguente, e da altri ben Dior, nativo di Toledo, fiori in tempo d’Alfonso VII. vale a dire intorno. alla uieta del XII. secolo. „Dior (Abr. Ben) genannt der Erste, zum Unterschiede von andern gleiches Namens« die später lebten (?) auch Ben Dior mit einer durchgreifenden Verwechselung des Namens genannt (wo steht so was im Original?). Nun aber: k^nalmente fu ucciso in patria per motivo di religiooe l’anuo 1180. Endlich verließ er sein Vaterland, um seine Religion zu verändern (!f statt: er wurde Religions halber in seiner Vaterstadt getöbtet l!) Weiter, Nella prima delle quali dimostra la serie della dottrina propagata da Adamo sino alla sua etä. In dem ersten sucht er zu beweisen, wie sich die verschiedenen Wissenschaften(st. die Reihenfolge der Tradition) von Adam bis auf seine Zeit fortgepflanzt haben! Eben so sinnentstellend ist der Schluß; nachdem das Original die Autoritäten für Ben Dior angeführt hat, heißt es weiter: Ma i codici Mss. e le edizioni stesse di quella prima e principale sua opera constantemente leggono ben David, e cosi R. Is. Israelita nel Jesod Olam ed infinit! altri che vengono dopo, a segno che quella prima lezione si ha ad avera per poco accurata. Dieß ist übertragen: „Aber die Handschrift (en) und die Ausgaben selber von seinem erstgenannten Hauptwerke lesen beständig Ben David („arab. Daud" steht nicht im Original), eben so Is. Is. in Is. Jesod Olam; aber unzählig viel (e) der spätern Schriftsteller bemerken, daß diese (quella!) ursprüngliche (wie so dieß?) Lesart wohl nicht die genaueste sein mychte!" Dabei schreibt der Verfasser S. 131 doch wieder nach seinem Originale: Abr. B. DaviH, ohne zu bemerken, daß dieß Ben Dior sein soll. Wer mag sich da heraus finden? Andere bedeutende Irrungen Haben wir nicht bemerkt. I. Druck und Verlag von Johann D-vid Sauerländer in Frankfurt am Main.