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Israelitische Annalen · 1839-01-18 · Heft 3 (18.1.1839) · p. Seite 24

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1839
Issue
Heft 3 (18.1.1839)
Date
1839-01-18
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 finge unserer Gegend in diesem erwähnten Institut <des Dr. Haindorff) ausgebildet, die jetzt als tüchtige Lehrer fungiren. — Auf dem Lande in den kleineren Gemeinden behilft mau sich noch größtentheils mit den sogenannten Religio uslehrern, die indeß eher nachtheilig als vortheilhast auf ihre Schüler und Prinzipale wirken; doch müssen da — dem preußischen Gesetze zufolge — die Kinder die christlichen Volksschulen besuchen, was denn auch überall | geschieht. — In den Verbesserungen des Cultus und Gottesdienstes sind leider noch wenige Fortschritte sichtbar, und noch nirgends wird das Wort Gottes in rein deutscher Sprache verkündet. Der Grund liegt aber auch hier wieder mehr in den äußeren Verhältnissen, als in etwaiger Abneigung unserer Israeliten gegen diese zweckmäßigen, im Interesse der heiligen Religion anderswo eiugetretelenen Verbesserungen. Denn in unserem ziemlich großen Regierungsbezirke, wo eine bedeutende Anzahl Israeliten wohnen, ist bloß ein einziger Rabbiner, der auch mit dem besten Willen und mit den gediegensten Kenntnissen, nicht im Stande sein könnte, nach allen Seiten hin auf eine, auch nur im Geringsten befriedigende Weise zu wirken. Dazu kömmt noch, daß dieser Rabbiner — sonst ein sehr achtungswerther und aufrichtiger Mann — noch der früheren alten Zeit angehört, und daher für zeitgemäße Verbesserungen in Schulwesen und Cultus keinen Sinn haben kann. Welch Wunder nun, daß bei diesen mißlichen Umständen, noch^ viele Gemeinden, die wohl einen ordentlichen Lehrer anzustellen im Stande wären, sich lieber mit den sogenannten „Bachurim oder Ribbi", die minder kostspielig sind und über welche sie als Herren gebieten können, begnügen; daß der Gottesdienst noch in der größten Unordnung forü>esteht; daß die Eltern ihre Söhne, — so viele deren auch sein mögen, — lieber dem Handel als dem Handwerke oder andern bürgerlichen Nahrungszweigen widmen, und daß bei Vielen noch so manche schädliche Grundsätze und mancher verderbliche Aberglaube vorherrschend sind, da jede Anregung zur Besserung des Religionsunterrichts fehlt! Einsender dieses, der oft Gelegenheit gehabt hat, sogar bei den ungebildetsten Landbewohnern die erfreuliche Erfahrung zu machen, wie sehr gern diese in die ihnen vorgelegten Verbesserungsvorschlage eingehen, und mit welcher Begeisterung sie diese auf? nehmen, vorzüglich aber, mit welchem Beifall einige bei besonderen Fällen stattgefundene deutsche Vorträge angehört wurden, — hegt die innigste Ueberzeugung, daß durch eine zweckmäßige Umgestaltung dieser äußeren Verhältnisse auch die innern sich auf die vortheilhaftesteWeise veredeln werden. Denn bei einem augenscheinlich guten Keime kann die Frucht unmöglich ausbleiben. Es kommt nur darauf an, daß mit gutem Willen und gehörigem' Nachdruck ein Anfang ggmacht werde. (Bitte und Berichtigung.) Die Schwierigkeit der nach verschiedenen Handschriften zu lesenden Correctur, welche ohnehin leichter ein unrichtiges Wort, als. einzelne Buchstaben übersieht und durchschlüpfen läßt, veranlaßt uns zu der ergebensten Bitte, um recht deutliches Auszeichnen aller Eigennamen und Tttel in den uns zugehenden Mittheilungen. — In dem Artikel aus Darmstadt Nr. 1 muß gelesen werden: Erb-Großherzogin und S. 8. Schurath hadbin. B. 2. S. 16. a. st. Lehrbuch, l. Lesebuch. A n z e Bei I. D. Sauerländer in Frankfurt a. M. sind erschienen und durch alle guten Buchhandlungen Deutschlands und der Schweiz zu beziehen: R.TJ7 3L/.S. Drama in fünf Handlungen von Victor Hugo. Deutsch von C. DrLplcr - Manfred. Taschenformat. Aelindruckpapier 18 gr. fl. 1.12 kr. rh. — fl. 1. 8 kr. C. M. 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Orientalen und Balladen 17. Ruy Blas, Drama. Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie. Herausgegeben von einem Vereine jüdischer Gelehrten, durch Dr. A. Geiger, Rabbiner. Zwei Bände, gr. 8. 1835 u. 1836. Rthlr. 4. fl. 7. 12 kr. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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