Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1924)
- Date
- 1924-10-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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MITTEILUNGEN der Lektüre dieses Buches wird ihn belohnen. — Leider ist dem Buche kein Plan der Sammlung beigegeben, so» daß es nicht zu erkennen ist, ob die Herausgabe auch hebräischer und arabischer Literatur, die uns ja am nächsten steht, projektiert ist. E. H. Reisufi, Sultan der Berge. Nach dem englischen Ortginaf von R. T'orßes, DeutsaS von Otfried v. Hanstein. K. T. Koeßfer= Verlag, Leipzig. Das Buch ist interessant, wenn auch die großen Möglichkeiten an Schilderungen, die eine Reise in das »wilde« Marokko bietet, bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Reisuli, der Vorgänger 'Abd el krims, der eben jetzt die Spanier aus Marokko wirft, ist unstreitig eine der interessantesten Figuren des modernen Islam, denn er vereint in sich alle die Eigenschaften, die die großen Eroberer nach Mohammed besaßen. Eine dankenswerte Sache also, ein Buch über ihn zu schreiben. Wenn man aber bedenkt, daß der Mann und sein Werk nur in enger Verbindung mit dem Wesen seines Landes und seines Volkes und mit den über die Kriegsziele weit hinaus^ gehenden Ideen verständlich wird, notwendig verständlich Dem, der in einem solchen Buche mehr als die an* ekdotische Aneinanderreihung von Abenteuern sucht, dann ist diese Arbeit ein wenig dürftig. Sie ist wohl spannend geschrieben, man fühlt die Hand eines guten Journalisten, aber — die Geschichte dieses harten Kämpfers gegen Europa muß mit stärkeren Buchstaben geschrieben werden, als sie der flüchtige Stift des Tageshistorikers ziehen kann. Überdies stört ein wenig der Kampf des Übersetzers gegen die deutsche Sprache. Sätze, wie »es kostete ißnen viele hunderte Soldaten«, sind bedenklich. Alles in allem aber ist das Buch interessant genug, um es trotz aller Bedenken in einem Zug zu lesen. E. H. Gandhi. Der Geist der indischen Revolution. Von Prof. Dr. K. Kanoßogi. „Ardi" Archivdienst, Berlin* Cßarfottenßurg. Diese kleine Schrift dürfte in ihrer Geschlossenheit und ganz unliterarischen Art eine der besten Darstellungen nicht nur des Problemes Gandhi, sondern auch der revolutionären Bewegung des neuen Indiens überhaupt sein. Hier spricht endlich einmal ein Asiate über asiatische Angelegenheiten, kein Rabindranath tagore, der in roman^ schreibender Güte Vermittler sein möchte, wo es der Natur nach kein Vermitteln gibt, sondern nur reinliche Scheidung. Ohne daß von Tagore, den man dank der Geschäftstüchtigkeit des Buchhandels als Vertreter des modernen Indiens zu kennen glaubt, hier gesprochen wird, drängt sich dem Leser unwillkürlich der Vergleich zwischen Tagore und Gandhi auf, der sehr zu Ungunsten des Nobelpreisträgers ausfällt. Aus Kanokogis Schrift tritt das beispielgebende Leben Gandhis, das fern ist aller literarischer Gebärde, in erschütternder Klarheit zutage. Wenn auch in historischer Entität wurzelnd, wächst er über die Grenzen historischer Bedingtheit in jene Regionen, da Lob wie Fluch verstummt vor der Größe dieser Einmaligkeit. Kanokogi, der in Indien in der Bewegung um Gandhi gelebt hat, ist Einer der Wenigen, die legt« timiert sind, über Gandhi zu schreiben, denn ihr Wollen ist sein Wollen und ihr Herz ist sein Herz. E. H. Das schöne Heim. Ratgeßer für die Aus* gestaftung undEinrichtung der Wohnung. Zweite, verßesserte Außage. Herausgegeßen von Afexander Koch. Verfagsanstaft Alexander Koch, G. m. ß. H, Darmstadt. Als Gegenstück zu den illustrierten »Handbücher neu* zeitlicher Wohnungskultur« bringt dieses Buch eine systematisch geordnete Sammlung von Aufsätzen verschiedener Mitarbeiter der Kunstzeitschriften des Kochseben Verlages über das Thema der WohnungskuJtur, Das Wort, als Ergänzung des Bildes, soll zur aktiven Mitarbeit der Gestaltung des eigenen Heimes Anstoß geben. Ein derartiges Werk, das in übersichtlicher Form die Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Heim, die Regie. der Häuslichkeit, alle Fragen der Innenaus-- stattung behandelt, wurde bisher nicht aufgelegt. — Wer an der Ausgestaltung seines Heimes mitarbeiten, wer die Freude des Schaffens seiner eigenen und eigenartigen Wohnung genießen und erleben will, dem sei dies Werk aufs wärmste empfohlen. J. H. M I T T E I Die Studie Erika Wagners von Pißtor Tiscßßer reproduzieren wir mit Genehmigung des Verlages Würthle's Nachf., Wien. Die Reproduktion der Zeichnung Emil Orliks: Tilla Durieux erfolgt mit Genehmigung des Querschnitt=Ver^ lages, Berlin. Den im Heft 9 enthaltenen Aufsatz von Kalff: »Juden in Surinam«, sowie das Bild Seite 355 desselben Heftes verdanken wir der Freundlichkeit der Zeitschrift »De Vrydagavond« Amsterdam. Palästina ^Studienreise. Der Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas in Wien veranstaltet im Februar 1925 eine Studienreise nach Palästina, Ägypten und Syrien. Die Abreise von Wien wird am 5. Februar erfolgen, die Reisedauer wird LUNGEN 34 Tage umfassen. Die Teilnehmerzahl ist eine beschränkte. Im Anschluß an diese Reise wird in Tel Awiv der I. jüdische Ingenieur«Kongreß eröffnet werden. Schriftliche Anmeldungen ergehen an Architekt Ingenieur H. Sobelsohn, Wien, III., Rechte Bahngasse tz, welcher auch nähere Auskünfte erteilt. Den Ankauf der Originale der in diesem Hefte public zierten Bilder und Plastiken — soweit sie verkäuflich sind — vermittelt der Verlag »Das Zelt«, Wien, I., Fleischmarkt 1. Redaktion und Verlag übernehmen die Haftung nur für Einsendungen, die an sie adressiert sind. — Unverlangten Sendungen aller Art, deren eventuelle Rücksendung erwartet wird, sind entsprechende Postmarken beizulegen. Redaktionsschluß 1. Jänner 1925. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zdt=Verlag, G.m.b.H. — Verantwortlicher Redakteur: Eugen Hoeflidi, Wien, XVI. Feütgasse 17. — Druck: Gesellschaft für graphische Industrie A.^G. Verantwortlich Karl Wrba), Wien, HL, Rüdengasse it.