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Das Zelt · 1924-10-01 · Heft 10 (Oktober 1924) · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 10 (Oktober 1924)
Date
1924-10-01
Page
Seite 349 (sequence 14)
Language
German
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JOSEF FRANK INTERIEUR JOSEF FRANK VON JOSEF HAHN Die stete Entwicklung der Ingenieurwissenschaft konnte nicht ohne entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung der Baukunst bleiben und zwang den Architekten die altüberlieferten Formen zu verlassen und unter Heranziehung und weitgehendster Aus* nützung aller auf dem Gebiete der Technik erzielten Errungenschaften nach neuen, der Zeitkultur ent* sprechenden Ausdrucksformen zu suchen. Ingenieure und Baukünstler begannen Hand in Hand zu arbeiten und das verständnisvolle Zusammenwirken Beider mußte zu einer restlosen statischen, hygienischen und künstlerischen und, so unglaublich es auch klingen mag, harmonischen Lösung führen, sie mußte Gebilde hervorbringen, die, bar aller Verlogenheit, den Stempel dieser Zeit tragen, Kunst* und Kultur* dokumente, würdig, den Zeugen früherer Kultur* epochen an die Seite gestellt zu werden. Die durch den Zusammenklang von Ingenieur* und Baukunst hervor* gerufene Ausgeglichenheit von Inhalt undForm, das un* bedingte Streben nach Wahrheit im Ausdruck charak* terisiert diese neue Epoche der Ingenieur*Architektur. Das Ergebnis der mühevollen Gehirnarbeit des Architekten, deren Verwirklichung unzählige Hinder* nisse und Hemmnisse entgegentreten, ist, die sieht* bare Hülle für die Seele des Bauwerkes zu schaffen, unter Bedachtnahme von Zeit, Landschaft, Klima, Menschen und Material und vielen anderen Faktoren seinem geistigen Gebilde Ausdruck zu verleihen: das in Stein, Eisen, Holz und Glas erstandene Produkt seines Willens und Könnens. Die Resul* tierende zahlreicher Komponenten, von einem Geiste geleitet und bewältigt, ist das Bauwerk, das heute noch fremdartig anmutend von Wenigen gewürdigt, von Vielen nicht verstanden und empfunden und deshalb verhöhnt, der Anerkennung und Würdigung späterer Geschlechter harrt. Einer der wenigen und zu wenig gewürdigten Repräsentanten österreichischer Baukunst, die, dem Pulsschlage des Lebens lauschend, den Ausdruck der Zeitkultur in ihren Werken dokumentieren, ist Dr. Josef Frank. Schon als Schüler der wiener Hochbau* schule vermied er die ausgetretenen Pfade und ging seinen eigenen, wenn auch noch nicht zielbewußten Weg. Nach wenigen Lehrjahren und kurzer Zu* 349

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