Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1924)
- Date
- 1924-07-01
- Page
- Seite 262 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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GEORG KARS gesuchten Farbenakkord) einfach die Verbindung eines figuralen mit einem landschaftlichen Problem. Es wird mählich klar, wie Kars malt. Das Bild ergibt sich nicht allein aus der Registrierung eines optischen Eindruckes;, die Arbeit des Malers ist keine primitiv realistische* Der seelische Gehäk seiner Bilder liegt in jener herben und doch weichen Stimmung, von der die Menschen seiner böhmischen Heimat beherrscht werden. In den Bildern und sogar in den Zeichnungen ist unsentimentak Menschlichkeit * Einige Worte noch über den Graphiker, Im Hermelin ^Verlag in'Ulm sind die ersten zwei Lithographien von Kars erschienen* Zwei Frauenakte, die Schulung und Vorwärtsstreben beispielhaft zeigen. In dem einen noch das Suchen nach aus der Linie entspringender Fläche, im anderen bereits Beherrschung des Flächigen und innerhalb des Konturs vollendete Plastizität- Keine Brechung der Linie, blockhart hingestellte Gestalt. So verführerisch die Lockung der Fauves gewesen sein mag, Bild oder Zeichnung, sei es durch die Art des Farbenauftragens, sei es durch Brechung des Striches oder Lockerung der Komposition spielerischer und gefälliger zu machen, Kars ist unnachsichtlich auf die bfassisdbe Wirkung erpicht gewesen, wofern man unter klassisch jenen unwandeU baren Begriff der in Mitteln und Wirkung völligen Reinheit eines Werkes begreift. In Paris, dieser Stadt der geistigen Revolutionen, die sie immer noch zu konservativen Schöpfungen umzuformen gewußt hat, ist der moderne Tscheche Georg Kars zu einem klassischen Naturalisten geworden. 262