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Das Zelt · 1924-06-01 · Heft 6 (Juni 1924) · page 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 6 (Juni 1924)
Date
1924-06-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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Das Hobe Lied Safomonis. (Argonauten" Verfag, BerfinJ. Diese nach Vorlagen des palästinensischen Malers Sch. Rubin reproduzierte Ausgabe des Hohen Liedes ist wohl nichts allzu Erschütterndes. Rubin scheint vom Bezalel zu kommen, wo ja Originalität nicht zu off auftritt. Das Buch, als bibliographischer Geschenkband gedacht, ist auf zu leichtem Papier gedruckt, ein ÜbeU stand, der durch die Bindung nach japanischer Blockart keineswegs aufgehoben wird. Höchst überflüssig wirkt die deutsche Übersetzung, die in ganz unmöglichen Typen gedruckt ist und jedwedes künstlerisches Verständnis missen läßt. Wenn auch das Bestreben, etwas Gefälliges herzustellen, zu merken ist, ist das Ziel nicht erreicht. Manche der Vignetten sind schön, ebenso der einfache Einband. ' J. K. Verdi. Von Franz Werfßf. Roman der Oper. CVerfag Pauf Zsofnay, Wien.) Werfel tut gut daran, diesem Roman »Verdi kontra Wagner« in einem Vorbericht Verdis ahnungstiefe Worte vorauszuschicken: »Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser«. Freilich, was ist Wahrheit in der Kunst? In Verdis höherer mythischer Wahrheit, die viel Dichtung mit überraschender Sach^ und Fachkenntnis vereinigt, tritt Verdi, überlebensgroß und urwüchsig und wieder scheu und ein wenig theatralisch, als Vertreter der Urmelodie des südlichen sinnenfrohen Belkanto der Riesengestalt des deutschen Musikdramatikers Richard Wagner gegenüber, die hier klein und schattenhaft vor* überhuscht, mit viel Skepsis und wenig Liebe erschaut. — Der 105jährige Theaterhabitue Marchese Gritti, gleichsam ein Wahrzeichen der uralten Lagunenstadt, der deutsche Gehirnmusiker Matthias Fischböck, dem vor dem Liszt* Wagnerschen orchester=ersoffenen Deutschland graut, und der venezianische arme Krüppel Mario, welcher, von einer wahnsinnigen Mutter wie in hypnotischen Schlaf auf der Gitarre begleitet, Melodien, ja selbst dreiteilige Arien unbewußt ahnungsvoll erfindet, — sie alle sind opernhafte Gestalten eines phantastischen Opernromans, der mit seinem bunten Karnevalstreiben, mit seinen leidenschaftlichen Ariosos und seinem großartigen Finale in der musikalischen Pracht seiner Sprache die Musik des Südens nachfühlt. E. F. BÜCHEREINLAUT: Aßraßam A. Cappon: Schibath Sion,- Librairie J. A. Cappon, Sarajevo. — Cßajim Bfoch: Ozar Chajim,- Selbstverlag, Wien. — Nikofai Gogof: Das Bildnis. Mit Zeichnungen von W. Masj'utinj Julius Hoffmann=Verlag, Stuttgart. — Ernst Bfocß: Durch die Wüste,- Paul Cassierer-Verlag, Berlin. — Kdmond Tfeg: Anthologie juive,- G. Cres Cie., Verlag, Paris. ~ Armin T. Wegner: Die Straße mit den tausend Zielen,- Sibyllen*Verlag, Dresden. — 'Franz Werfi'//Verdi,- Paul Zsolnay=Verlag, Wien. — Professor Dr. J. Ziegfer: Die sittliche Welt des Judentums,- W. M. Kaufmann, Leipzig. — Arie Affweif: Graues Band. Eine Mappe mit acht handsignierten Stein= Zeichnungen,- Selbstverlag, Wien. — Leo PeisacR: Eine Mappe handsignierter Lithographien, (Königsberg). M I T T E I Eine Lazar Krestin-Mappe erschien soeben in beschränkter Auflage, herausgegeben von der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler »Haruach« in Wien. Die aus 16 Heliogravüren bestehende elegant ausgestattete Mappe, die nicht in den Buchhandel kommt und nur an private Kunstliebhaber abgegeben wird, ist gegen schriftliche Bestellung bei Frau Blanka Federn* Lipschütz, Wien, IX., Porzellangasse 27, zu beziehen. Der Preis beträgt K 160.000 <für das Ausland Dollar 2*50, respektive den Gegen wert)die handsignierte Mappe stellt sich auf K zoo.ooo <für das Ausland Dollar 3' — > exklusive Porto. Mafer Adoff Tenges wurde vom ungarischen Unterrichtsminister, anläßlich der von der ungarischen Kunstakademie veranstalteten Gemäldeausstellung, die gofdene Medaiffe zuerkannt, die nur alle drei Jahre LUNGEN verliehen wird. Adolf Fenyes' Gemälde behandeln größtenteils jüdische Motive. Mafer Max Oppenßeimer veranstaltet eine KoU lektiv^Ausstellung im Hagenbund. Eine Würdigung dieses Künstlers erfolgt in einem der nächsten Hefte. Den Ankauf der Originale, der in diesem Hefte publizierten Bilder und Plastiken — soweit sie verkäuflich sind — vermittelt der Verlag »Das Zelt«, Wien, I., Fleischmarkt 1. Redaktion und Verlag übernimmt die Haftung nur für Einsendungen, die an sie adressiert sind. -~ Unverlangten Sendungen aller Art, deren eventuelle Rücksendung erwartet wird, sind entsprechende Postmarken beizulegen. Redaktionsschluß 1. September 1924. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zelt« Verlag, G.m.b.H. - Verantwortlicher Redakteur: Eugen Hoeflich, Wien, XVI., Feßtgasse 17. — Druck: Gesellschaft für graphische Industrie A.-G. (verantwortlich Karl Wrba), Wien, III., Rüdengasse it.

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