Das Zelt
- Journal
- Das Zelt
- Volume
- 1 (1924)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 164 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sie im Revolutionsjahr 1848 nach der Aufführung der »Lu* cretia«, als sie mit der Trikolore in der Jiand die Marseillaise anstimmte. En^ thusiastisch wurde sie auch in Berlin und Wien, in London, in Petersburg und Moskau auf Gastspielen gefeiert. Im Jahre 1850 war ihre größte Nebenbuhlerin auf dem Plan erschienen, die Ristori. Eine krankhafte Unrast überfiel Rachel von dieser Zeit an. Ihre Kunstreisen häuften sich und waren mit übermäßigen Anstrengungen für ihren zarten Organismus verbunden. Auch eine vielbesprochene Sucht nach Geldverdienen, die wohl von der anfänglichen Armut und dem Einfluß des Vaters herrührte, trieb sie dazu an. Freilich verwandte sie das Geld nicht egoistisch. Sie unterstützte ihre Familie, insbesondere ihre Geschwister in der AUS »DIE Ein Apfel traf mich ungeschält, Mit Myrrhenöl war er geölt, Auf der einen Seite stand: Dem auf der Jagd die Liebste wär ein Fang, Der nach ihr setzt durch Trift und Bergeshang, Geborgen ist im Hofe sie seit lang, Vor dir im Kämmerchen ist ihr nicht bang. Auf der andern Seite stand: Ob Trunkner du, vom Saft der Rebenrank, Du bebst ja wie Zypreß und Palme schwank, Wie trunken bebt mein Herz, zu dir es sank — Von Liebe ists durchgewühlt, ja liebeskrank! verständnisvollsten Weise. Ein Lungenleiden, dessen Spuren sich schon früher bemerkbar gemacht hatten, zwang sie am 1. Juni 1857 aus dem Verbände der Comedie Francaise auszuscheiden und in Ägypten Heilung zu suchen. Im Süden Frank» reichs starb sie am 3. Jänner 1858. e Schauspielerin, von Kaisern und Königen bewundert, vom Publikum frenetisch umjubelt, ist stets ihrer Abstammung eingedenk geblieben. Sie lehnte die Werbung des Grafen Morny, des natürlichen Sohnes Napoleons I., ab, weil sie dem Judentum nicht entsagen wollte. Die letzten Worte, die die Tragödin vernahm, waren Sterbegebete in der uralten Sprache ihrer Väter. »Dem Glauben ihrer Väter treu, wollte sie auch als Jüdin sterben,« schrieb ihr Arzt. Da ich weiter schlenderte Und meine Richtung änderte, Den Apfel, der mir zugekommen, Hab ich wieder hergenommen, Wollte schaun sein schönes Wesen, Wollte die Zeilen wieder lesen. Da trafen mich ins Herz die Zeilen, Ließen schlagen es und eilen, Warfen über Haufen Das übereilte Laufen. Ich dachte: Sieh, du warst verrüdt, Daß du die Antwort unterdrückt. AUS DEM HEBRÄISCHEN VON IMMANUEL LOW AUS „DIE TLORA DER JUDEN ^zz^J^J^ — ^^^Lutr jCo^o ^**£~^~Z v*Jh«_z -4^/^ ^~^lv—- f^&t^C^ n\^> /gri FLORA DER JUDEN« SALOMON IBN SAKBEL 164