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Das Zelt · 1924-03-01 · Heft 3 (März 1924) · page 42

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Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 3 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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MITTEILUNGEN Träger und Verfechter. Der Gipfel der Erlösersehnsucht ist für ihn in den messianischen vorchristlichen Strömungen, den mystischen Kulten und endlich in Johannes, Jesus und Paulus erreicht. Alle diese großen Persönlichkeiten von Mose angefangen sind im Grunde Revolutionäre, soziale Erlöser. Richtig erkennt Mückle — was vor ihm alle ehrlichen Forscher gesehen haben — daß sich der Machtdrang Judas mit Zusammenraffung aller Energie in der Form der Religion äußert durch einen Gott, der als eine Leuchte im Getriebe der Völker aufstrahlt. — Wie Viele, überschätzt auch Mückle die Beeinflussung Judas durch Babylon. Es ist bis zum Überdruß erörtert und festgestellt, daß bei aller zugestandenen Kultur^ durchdringung, die in Kanaan vor sich ging, aus der Synthese Judas Geist und Weltauffassung siegreich hervorging. Auch Mückle erkennt, daß der Macßtwiffe Judas durchhaucht ist von Schauern der Frömmigkeit, daß ihm ferner eine männliche Seele innewohnt. Der Erobererwille des jüdischen Volkes bricht im messianischen Ideal der Spätzeit durch. Was aber soll es heißen, wenn der Verfasser annimmt, daß Juda als Edelrasse sich dafür bestimmt hielt, die Völker als Sklaven, die sich abrackern können, zu halten, auf daß in Jerusalem die Fülle der Erde zusammenströme?! Das stimmt schlecht mit der weiteren richtigen Anschauung, daß im Gegensatze zu den Verfallserscheinungen in Zeitaltern seiner Zivilisation das messianische Ideal den Schein der Verklärung über alle Völker breitet in Zeiten der echten jüdischen Kultur,- daß ferner Juda als ein Friedensheld kommt, dessen Verkünder die Propheten sind. An ihnen gemessen erscheint Mückle Jesus über sie hinausgewachsen. Er steht damit nicht allein, sondern in einer Reihe mit allen nichtjüdischen Erforschern jüdischen Wesens aller Zeiten. Auch er vergißt, daß aus dem Christentume Kirche, Weltkirche geworden ist, während der Versuch, aus Juda Kirche zu machen <Esra Nehemia etc>, nicht gelungen ist - es ist Volk geblieben und damit Träger der Grundideen seines Wesens und Lebens. D. Feuchtwang. Gregor Raßinovitscß, geboren in Petersburg, besuchte das Gymnasium in Minsk,- absolvierte seine juridischen Studien an der Universität in Moskau. Die ersten künstlerischen Anleitungen erhielt er in München bei Azbe und später bei M. Heimann und widmete sich dann ausschließlich der Kunst. Nach zweijährigem Aufenthalt in Paris wird Rabinovitsch in der Schweiz seßhaft. BÜCHEREINLA UT Dem »Zelt« sind im letzten Monat folgende Bücher zugegangen: Gustav Landauer: Beginnen,- Marcan* Block=Verlag zu Köln. — Me'ir Wiener: Von den Symbolen,- Bcnj. Harz=Verlag, Berlin. — Manfred Stur mann: Althebräische Lyrik,- Allgemeine Verlags^ anstalt, München. — Moses Ben Maimon: Führer der Unschlüssigen (deutsch von Dr. Adolf Weiß),- Felix Meiner Verlag, Leipzig 1923. M I T T E I Das Gedicht »Dante und der Jude« von Ernst Wafdinger ist einem demnächst im Herz^Verlag, Wien, erscheinenden Gedichtband »Die Berufung« entnommen. Hedwig Gasparis Gedichttrilogie »Moses« wird hier mit Erlaubnis des WeluVerlages, Berlin, gebracht. Es erschien in einem Bande »Elohim«. Das in diesem Hefte reproduzierte Autogramm von Popper=Lynkeus stammt aus der Sammlung/)/'. Aßraßam Scßwadron, Zloczow, Polen. Das Jüdiscße Bifd und Bucß. Mitte April findet in Berlin eine große Kunst= und Buchausstellung unter dem Titel »Das jüdische Bild und Buch« statt. Leiter der Bilderabteilung ist Maler J. Rybak, der Buchabteilung M. Krimberg. Die Ausstellung wird von der Verlags= und Buchvertriebsgesellschaft »Gescher«, Berlin —Sd)öneberg, Hauptstraße 37, veranstaltet, um dann als Wandere ausstellung nach Frankfurt a. M., Leipzig, Wien, Prag, Danzig, Amsterdam, Paris, London und New york geleitet zu werden. Von einer großen Anzahl jüdischer Künstler der ganzen Welt sind bereits Zusagen eingetroffen. LUNGEN Die Gaferie Hofßein eröffnete am 2. März eine Kollektivausstellung der Maler Thomas Leitner — Hans Stalzer. Landschaften und Porträts. — Gleichzeitig sind eine Anzahl erstrangiger Gemälde ausgestellt. Krestinmappe. Im Verlag der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler »Harnach in Wien« erscheint demnächst eine Krestinmappe. Anfragen wollen direkt an den Sekretär der Vereinigung Dr. F. Z. Finkelstein. Wien, IX., Lazarethgasse 26, gerichtet werden. Bestellungen übernimmt auch der Zeltverlag. Den Ankauf der Originale der in diesem Hefte publizierten Bilder und Plastiken — soweit sie verkäuflich sind — vermittelt der Verlag »Das Zelt«, Wien, L, Tegetthoffstraße Nr. 7/9. Die Redaktion bittet, unverlangten Sendungen aller Art, deren eventuelle Rücksendung erwartet wird, die entsprechenden Postmarken beizulegen. Redaktionsschluß: 1. März 1924. Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zelt« Verlag, G.m.b.H. - Verantwortlicher Redakteur: Eugen Ho e flieh, Wien, XVI., Feßtgasse 17. — Druck: Gesellschaft für graphische Industrie A.=G. (verantwortlich Karl Wrba>, Wien, III., Rüdengasse 11.

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