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Das Zelt · 1924-03-01 · Heft 3 (März 1924) · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Zelt
Volume
1 (1924)
Issue
Heft 3 (März 1924)
Date
1924-03-01
Page
Seite 79 (sequence 6)
Language
German
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DAS Z E LT M A E R Z I. JAHRG. 1924 HEFT 3 JGSEF POPPER-LYNKEUS VON MARGIT ORNSTEIN Es leben Viele unter uns, die nichts von ihm wissen. Ich meine nicht Jene, die seinen Namen noch nicht gehört haben, die seine Werke nicht kennen, denen der Reichtum seines Schaffens ver^ schlössen blieb. Wie groß ihre Menge auch heute noch sei, immer ist doch die Hoffnung vorhanden, daß sich Einer nach dem Anderen aus ihr lösen werde, getroffen vom Strahl der Erkenntnis, daß Josef Popper eine der größten Erscheinungen aller Zeiten gewesen ist. Merkwürdig bleibt es nur, daß Viele, die ihn zu kennen glaubten, hervorragende Zeitgenossen und Männer mit gut klingenden Namen, im Grunde ahnungslos blieben und fremd seiner wahren Wesenheit gegenüber,- sie erkannten die Größe des Mannes nicht und vermieden es zu ihm zu kommen, vielleicht aus Furcht, in ihrer Ruhe, ihrem Glauben an falsche Ideale erschüttert zu werden. Hätten sie es dennoch gewagt! Sie Alle, die sich Führer nannten in den Tagen des Sturmes und der Bedrängnis, hätten sie ihn nur von Angesicht gesehen, in dieses schönste Menschen^ antlitz geblickt, das voll Hoheit und Würde war> voll Weisheit und Güte, wer kann sagen was daraus geworden wäre, ob das Chaos, in dem alle Menschlichkeit zu versinken droht, nicht von diesem Genie der Humanität hätte gemeistert werden können. Josef Popper war wie kein Anderer berufen, den Menschen Führer und Lehrer zu sein,- er hatte das große Wissen und die noch größere Liebe, die unbeirrt das Mittel sucht und das Mittel findet, um einen Teil wenigstens der tausendfachen Leiden des Lebens zu mildern, wenn nicht ganz zu verbannen. Er hat das Höchste gelehrt, was Menschen zu wissen frommt: die Hochachtung vor menschlichen Existenzen. RADIERUNG VON EMMA LÖWENSTAMM „Ein Individuum ist ein Etwas, das nicht aufhören wiff zu sein, und auch nach seiner Art zu sein." Von dieser Erkenntnis in den Tiefen seines Herzens ergriffen, fand Josef Popper sein Grunde prinzip einer gesitteten Gesellschaftsordnung. Worte, die in flammenden Lettern überall leuchten sollten, wo über Menschenschicksal und Menschenlos beraten und entschieden wird. Diese Worte, die auch als Motto des Buches »Das Individuum und die Bewertung menschlicher Existenzen« gesetzt sind, lauten: 79

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